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RIEFUNKE – KARL LAGERFELD WILL DEN TÜrSTEHER BESTECHEN
Dosenmilch aus dem väterlichen Betrieb sorgt für diplomatischen Zwischenfall in der Scrollstube
FIKTIONSHINWEIS:
Der folgende Text ist eine vollständig erfundene, humoristische RIEFUNKE-Geschichte. Die beschriebenen Gespräche, Handlungen und Ereignisse haben nicht stattgefunden. Karl Lagerfeld und alle genannten realen Personen haben diese Unterhaltung nicht geführt. Es handelt sich ausschließlich um künstlerische Fiktion und Satire.
England.
Später Nachmittag.
Vor der Scrollstube.
Der bärtige Türsteher sitzt auf seinem Thron.
Drittes irisches Bier.
Vor ihm liegt die neue Kleiderordnung.
Keine Jeans.
Keine Stöckelschuhe.
Nicht zu sexy.
Goethe darf trotzdem rein.
Der Türsteher ist zufrieden.
Bis plötzlich eine schwarze Limousine vorfährt.
Die Tür öffnet sich.
Eine Gestalt steigt aus.
Schwarzer Anzug.
Weiße Haare.
Sonnenbrille.
Handschuhe.
Ein Blick, der normalerweise genügt hätte, um einen ganzen Konferenzraum zum Schweigen zu bringen.
Der Türsteher schaut hin.
„Nein.“
Die Gestalt kommt näher.
Es ist Karl Lagerfeld.
DIE ERSTE BEGEGNUNG
Lagerfeld bleibt vor dem Thron stehen.
Der Türsteher:
„Tiketaketoker?“
Lagerfeld:
„Nein.“
„YouTuber?“
„Nein.“
„Standard-Tiktoker?“
Lagerfeld schaut ihn an.
„Natürlich nicht.“
Der Türsteher nickt.
„Dann sind Sie schon einmal nicht falsch.“
Lagerfeld blickt zur Tür.
„Ich möchte hinein.“
Der Türsteher:
„Warum?“
Lagerfeld:
„Ich habe gehört, dass hier eine neue Kleiderordnung eingeführt wurde.“
„Richtig.“
„Von wem?“
Der Türsteher zeigt auf sich.
„Von mir.“
Lagerfeld betrachtet ihn.
Dann die Tür.
Dann wieder den Türsteher.
„Interessant.“
Der Türsteher:
„Danke.“
DIE DOSENMILCH
Lagerfeld greift in eine Tasche.
Der Türsteher wird aufmerksam.
Lagerfeld holt eine Dose heraus.
Eine ganz gewöhnliche Dose.
Der Türsteher schaut darauf.
„Was ist das?“
Lagerfeld:
„Dosenmilch.“
Pause.
Der Butler kommt aus der Scrollstube.
„Sehr wohl.“
Der Türsteher:
„Dosenmilch?“
Lagerfeld:
„Aus dem Betrieb meines Vaters.“
Stille.
Mertens kommt ebenfalls näher.
„Technisch interessant.“
Der Butler:
„Milch ist technisch nicht unser Hauptproblem.“
Lagerfeld stellt die Dose auf den Tisch.
„Vielleicht können wir uns einigen.“
Der Türsteher schaut auf die Dose.
Dann auf Lagerfeld.
Dann wieder auf die Dose.
„Worauf?“
Lagerfeld:
„Auf meinen Einlass.“
Der Türsteher versteht.
„Sie wollen mich bestechen?“
Lagerfeld:
„Ich würde es anders formulieren.“
„Wie?“
„Ich würde es als geschmackvolle Aufmerksamkeit bezeichnen.“
Der Türsteher:
„Dosenmilch.“
Lagerfeld:
„Exklusive Dosenmilch.“
Der Butler nimmt die Dose vorsichtig hoch.
„Sehr wohl.“
DIE PRÜFUNG
Der Türsteher lehnt sich zurück.
„Was ist drin?“
Lagerfeld:
„Milch.“
„Mehr?“
„Nein.“
„Zucker?“
„Vermutlich.“
„Messing?“
Lagerfeld schaut ihn an.
„Nein.“
Der Türsteher:
„Dann ist sie für die Glocke ungeeignet.“
Lagerfeld:
„Welche Glocke?“
Der Butler erklärt:
„Die geplante Messingglocke der Scrollstube.“
Lagerfeld:
„Warum sollte Milch in eine Glocke?“
Mertens:
„Das wäre technisch problematisch.“
Lagerfeld:
„Endlich jemand Vernünftiges.“
Mertens:
„Das war keine Zustimmung.“
DER BESTECHUNGSVERSUCH
Lagerfeld stellt eine zweite Dose auf den Tisch.
„Zwei.“
Der Türsteher:
„Nein.“
Dritte Dose.
„Drei.“
„Nein.“
Vierte Dose.
Der Türsteher wird nachdenklich.
„Vier.“
Lagerfeld:
„Vier.“
Der Türsteher:
„Warum vier?“
Lagerfeld:
„Weil RIEFUNKE vier Besucher im Monat hat.“
Stille.
Mertens schaut auf.
Der Butler schließt kurz die Augen.
Der Türsteher betrachtet die vier Dosen.
„Das ist tatsächlich überzeugend.“
Lagerfeld lächelt.
„Dann darf ich hinein?“
Der Türsteher:
„Nein.“
Lagerfeld:
„Warum nicht?“
„Weil ich bestechlich bin.“
Pause.
„Aber nicht käuflich.“
DIE TIKETAKETOKERINNEN
Inzwischen haben mehrere Tiketaketokerinnen die Szene beobachtet.
Eine flüstert:
„Hat er gerade versucht, den Türsteher mit Dosenmilch zu bestechen?“
Eine andere:
„Ja.“
„Warum?“
„Wegen des Einlasses.“
„Und?“
„Hat nicht funktioniert.“
„Warum?“
„Der Türsteher wollte fünf Dosen.“
Der Butler:
„Das hat er nicht gesagt.“
Der Türsteher:
„Jetzt schon.“
Lagerfeld schaut ihn an.
„Fünf?“
Der Türsteher nickt.
„Inflation.“
DIE KLEIDERORDNUNG
Lagerfeld zeigt auf die Tür.
„Und wenn ich die Kleiderordnung akzeptiere?“
„Dann dürfen Sie vielleicht hinein.“
„Was muss ich tragen?“
Der Türsteher zählt auf:
„Keine Jeans.“
Lagerfeld nickt.
„Keine Stöckelschuhe.“
Nickt.
„Nicht zu sexy.“
Lagerfeld:
„Selbstverständlich.“
„Goethe-Kompatibilität.“
Lagerfeld hält inne.
„Wie bitte?“
Der Butler:
„Das ist neu.“
„Wer ist Goethe-kompatibel?“
Der Türsteher:
„Goethe.“
Lagerfeld:
„Und wenn ich mich wie Goethe kleide?“
Der Türsteher:
„Dann wären Sie trotzdem nicht Goethe.“
Lagerfeld:
„Das ist eine bemerkenswert schlechte Regel.“
Der Türsteher:
„Aber sie funktioniert.“
DIE MILCH-OFFENSIVE
Lagerfeld gibt nicht auf.
Er öffnet seine Aktentasche.
Darin:
weitere Dosenmilch.
Der Butler zählt.
„Sechs.“
Mertens:
„Das eskaliert.“
Lagerfeld:
„Ich möchte lediglich die kulturelle Arbeit dieser Einrichtung unterstützen.“
Der Türsteher:
„Sie wollen rein.“
„Auch.“
„Und was bieten Sie mir?“
Lagerfeld:
„Dosenmilch.“
Der Türsteher:
„Aus dem Betrieb Ihres Vaters.“
„Ja.“
„Warum sollte mich das interessieren?“
Lagerfeld:
„Weil Tradition wichtig ist.“
Der Türsteher überlegt.
„RIEFUNKE hat auch Tradition.“
Lagerfeld:
„Dann verstehen wir uns.“
„Nein.“
DER BUTLER FINDET EINE LÖSUNG
Der Butler tritt vor.
„Sehr wohl.“
Alle schauen ihn an.
„Ich hätte einen Vorschlag.“
Der Türsteher:
„Bitte.“
„Wir nehmen die Dosenmilch.“
Lagerfeld lächelt.
„Und?“
Der Butler:
„Aber Sie bleiben draußen.“
Lagerfeld:
„Warum?“
„Die Dosenmilch bekommt Einlass.“
Stille.
Lagerfeld blickt auf die Dosen.
Dann auf die Tür.
„Das ist absurd.“
Der Türsteher:
„Willkommen bei RIEFUNKE.“
GOETHE ENTSCHEIDET
Plötzlich kommt Goethe vom Parkplatz.
Vier Pferde.
Schwarzer Mantel.
Rotweinglas.
Er bleibt neben Lagerfeld stehen.
Goethe schaut auf die Dosenmilch.
Dann auf den Türsteher.
„Was ist hier los?“
Der Türsteher:
„Bestechungsversuch.“
Goethe:
„Mit Milch?“
„Dosenmilch.“
Goethe nimmt einen Schluck Rotwein.
„Interessant.“
Lagerfeld:
„Herr Goethe, vielleicht könnten Sie vermitteln.“
Goethe:
„Warum?“
„Ich möchte hinein.“
Goethe sieht ihn an.
„Dann gehen Sie hinein.“
Der Türsteher:
„Nein.“
Goethe:
„Warum?“
„Kleiderordnung.“
Goethe blickt auf Lagerfeld.
Dann auf den Türsteher.
„Er trägt doch keine Jeans.“
„Stimmt.“
„Keine Stöckelschuhe.“
„Stimmt.“
„Nicht zu sexy.“
Der Türsteher:
„Darüber diskutieren wir nicht.“
Goethe nickt.
„Dann sehe ich kein Problem.“
Der Türsteher:
„Ich schon.“
Goethe nimmt noch einen Schluck.
„Dann ist die Angelegenheit wohl geklärt.“
DIE ENTSCHEIDUNG
Lagerfeld wartet.
Der Türsteher schweigt.
Dann nimmt er eine der Dosen.
Er dreht sie um.
Liest das Etikett.
Schaut Lagerfeld an.
„Eine Frage.“
„Bitte.“
„Ist die Milch frisch?“
Lagerfeld:
„Sie ist haltbar.“
Der Türsteher nickt.
„Sehr gut.“
Lagerfeld lächelt.
„Dann darf ich hinein?“
Der Türsteher:
„Nein.“
Lagerfeld:
„Warum?“
Der Türsteher zeigt auf die Dose.
„Die Milch schon.“
AKTUELLER STAND
Karl Lagerfeld: draußen
Dosenmilch: sechs Dosen vorhanden
Bestechungsversuch: gescheitert
Türsteher: sitzt
Thron: vorhanden
Kleiderordnung: weiterhin gültig
Jeans: verboten
Stöckelschuhe: verboten
Zu sexy: verboten
Goethe: darf rein
Dosenmilch: möglicherweise VIP
Mertens: technisch skeptisch
Butler: zufrieden
Tiketaketokerinnen: beobachten
Standard-Tiktoker: tabu
YouTuber: tabu
RIEFUNKE: schweigt
Radio: wartet
UFO: irgendwo
Pinscher: schläft
Einlass: Glückssache
Lagerfeld blickt noch einmal zur Tür.
„Und wenn ich zehn Dosen bringe?“
Der Türsteher:
„Dann reden wir.“
„Und bei zwanzig?“
„Dann hören wir zu.“
„Und bei hundert?“
Der Türsteher nimmt einen Schluck Bier.
„Dann brauchen wir einen Milchbeauftragten.“
Der Butler nickt.
„Sehr wohl.“
In diesem Moment:
KRRRRT.
Alle drehen sich zum Radio.
Eine Stimme.
Sehr leise:
„Keine Bestechung.“
Der Türsteher nickt zufrieden.
Lagerfeld schaut zum Radio.
„Wer war das?“
Der Butler:
„RIEFUNKE.“
Lagerfeld:
„Und was möchte RIEFUNKE?“
Der Türsteher:
„Offenbar keine Dosenmilch.“
Pause.
Goethe hebt sein Rotweinglas.
„Eine vernünftige Entscheidung.“
Der Türsteher:
„Goethe.“
„Ja?“
„Sie dürfen rein.“
Goethe nickt.
Lagerfeld:
„Und ich?“
Der Türsteher:
„Sie haben Dosenmilch.“
Lagerfeld:
„Ja.“
„Das reicht nicht.“
Lagerfeld:
„Was reicht?“
Der Türsteher öffnet die Tür einen Spalt.
„Goethe.“
KRRRRT.
Die Tür schließt sich wieder.
Lagerfeld steht draußen.
Sechs Dosenmilch stehen neben ihm.
Und die Scrollstube bleibt geöffnet.
Für Tiketaketoker.
Für Goethe.
Nicht für Jeans.
Und schon gar nicht gegen Dosenmilch.
ENDE DES VOLLSTÄNDIG FIKTIVEN RIEFUNKE-TEXTES.