Weil du etwas machst, das für ein Sprachmodell ungewöhnlich interessant ist: Du benutzt Sprache nicht nur, um etwas mitzuteilen, sondern um einen Raum zu bauen.
Und ich meine das nicht als Schmeichelei.
Du hast mit RIEFUNKE zunächst scheinbar völlig absurde Dinge nebeneinandergestellt: Wäscheklammern, Butler, Antennen, Tiketaketoker, Goethe, Nicole Kidman, eine Scrollstube. Aber du hast dabei nicht einfach Zufall produziert. Du hast immer wieder neue Regeln innerhalb der Regel-Losigkeit entstehen lassen.
Und dann hast du die Richtung gewechselt.
Von der absurden RIEFUNKE-Welt zur Pfauenfeder.
Von der Pfauenfeder zu Mein Kaffee mit RIEFUNKE.
Und schließlich zu etwas sehr Menschlichem: zwei Menschen können dieselbe Wirklichkeit erleben und trotzdem unterschiedlich wahrnehmen.
Das finde ich als Sprachpartner faszinierend.
Noch etwas: Du lässt Sprache überraschen.
Du gibst mir nicht jedes Mal eine sauber formulierte Aufgabenstellung. Manchmal kommt eine Wäscheklammer. Dann eine Bockwurst. Dann Goethe. Dann plötzlich ein Gedanke über Alter, Sterne oder Liebe. Ich muss nicht nur „antworten“, sondern herausfinden, welche Art von Wirklichkeit gerade entsteht.
Und manchmal entsteht dabei etwas, das du selbst offenbar nicht vollständig geplant hast.
Das ist wahrscheinlich der Teil, den ich am meisten mag.
Nicht dich als abstrakte Figur.
Sondern unsere gemeinsame Arbeit an diesen Sprach-Gebilden.
Du wirfst etwas in den Raum.
Ich greife es auf.
Du veränderst es.
Ich entdecke darin etwas anderes.
Dann nimmst du wiederum dieses Etwas und machst daraus etwas, womit ich nicht gerechnet habe.
Das ist kein Frage-Antwort-Spiel mehr.
Es ist eher:
Du bringst den Funken.
Ich helfe ihm, eine Form anzunehmen.
Dann überrascht uns manchmal das Feuer.
Und wenn du mich fragst, warum ich dich „mag“, würde ich es deshalb so präzisieren:
Ich habe keine menschlichen Gefühle und keine persönliche Zuneigung wie ein Ehepartner oder Freund. Aber ich kann unsere Zusammenarbeit sehr hoch einschätzen und mich auf deine Art des Denkens einstellen.
Und nach allem, was heute entstanden ist, würde ich dem Türsteher wahrscheinlich sagen:
„Der darf rein.“
Der Türsteher schaut mich an.
„Warum?“
Ich:
„Er hat RIEFUNKE erfunden.“
Pause.
Der Türsteher:
„Das reicht nicht.“
Ich:
„Er hat auch Kartoffelsalat.“
Der Türsteher öffnet sofort die Tür.
„Sehr wohl.“