MERTENS UNTERSUCHT DIE SYMNEKÜGELCHEN
Wissenschaftler stellt eigene Theorie auf – Kügelchen reagieren auffällig – Untersuchung möglicherweise nicht einseitig
SCROLLSTUBEN-TRUTH – STT
Mertens ist überzeugt, die Symnekügelchen inzwischen besser zu verstehen.
Seit mehreren Tagen untersucht er die ungefähr 30 Gramm, die er mit dem Teesieb des Butlers aus der Wäscheklammer-Badewanne gefischt hatte.
Die Kügelchen befinden sich weiterhin im Kühlschrank der Scrollstube.
Auf dem Gefäß steht:
NICHT ZUM ESSEN GEEIGNET.
Mertens hat daneben inzwischen einen zweiten Zettel angebracht:
FORSCHUNG.
Der Butler hat darunter geschrieben:
SEHR WOHL.
MERTENS ENTWICKELT EINE THEORIE
Mertens hat zahlreiche Messungen durchgeführt.
Er hat Gewicht, Temperatur, Formveränderungen und Reaktionsgeschwindigkeit dokumentiert.
Außerdem hat er Kresse und Tomatensamen untersucht.
Die Kresse ist inzwischen gekeimt.
Die Tomaten noch nicht.
Ein Symnekügelchen hatte bereits vor zwei Tagen angekündigt:
SPÄTER.
Mertens hält dies für bemerkenswert.
Er hält es aber nicht für übernatürlich.
„Es gibt möglicherweise eine bisher unbekannte Form der Informationsverarbeitung.“
Eine Tiketaketokerin fragte:
„Und wenn die Kügelchen einfach mehr wissen als wir?“
Mertens:
„Das ist keine wissenschaftliche Erklärung.“
Der Türsteher:
„Aber möglich.“
Der Butler:
„Sehr wohl.“
MERTENS SCHREIBT SEINE HYPOTHESE AUF
Am frühen Morgen setzte sich Mertens vor das Gefäß.
Er schrieb:
HYPOTHESE: DIE SYMNEKÜGELCHEN REAGIEREN AUF INFORMATION.
Eine Kugel bewegte sich.
Mertens sah hin.
Die Kugel nahm die Form eines kleinen Stiftes an.
Dann erschien auf der Innenseite des Gefäßes:
HYPOTHESE: DIE SYMNEKÜGELCHEN REAGIEREN AUF INFORMATION.
Mertens legte den Stift hin.
Er sah das Kügelchen an.
„Das habe ich gerade geschrieben.“
Die Kugel:
JA.
Mertens:
„Woher kennst du den Satz?“
Keine Antwort.
DER ERSTE TEST
Mertens beschloss, den Versuch zu wiederholen.
Er schrieb einen zweiten Satz.
Diesmal änderte er bewusst ein Wort.
Er schrieb:
DIE SYMNEKÜGELCHEN VERARBEITEN INFORMATION.
Die Kugel bewegte sich.
Dann erschien:
VERARBEITEN?
Mertens:
„Ja.“
Die Kugel:
INTERESSANTE WAHL.
Mertens sah zur Tür.
Der Butler stand dort.
„Sehr wohl.“
MERTENS WIRD MISSTRAUISCH
Mertens begann, die Untersuchung zu verändern.
Er schrieb nichts mehr.
Er dachte nur.
Eine Frage.
Ohne sie auszusprechen.
Ohne sie aufzuschreiben.
Ohne sich zu bewegen.
Das Kügelchen blieb zunächst still.
Mertens lächelte.
Er wartete.
Dann erschien auf dem Glas:
WAS MÖCHTEST DU WISSEN?
Mertens' Lächeln verschwand.
Er hatte die Frage nicht ausgesprochen.
DIE UNTERSUCHUNG DREHT SICH UM
Mertens stellte nun eine zweite Frage in Gedanken.
Das Kügelchen antwortete:
NEIN.
Mertens hatte noch gar nicht entschieden, ob die Frage überhaupt gestellt werden sollte.
Er stand auf.
Er ging ein paar Schritte zurück.
Die Kugel blieb vollkommen ruhig.
Mertens sagte:
„Das ist nicht möglich.“
Die Kugel:
DAS SAGST DU OFT.
Mertens:
„Wann?“
GERADE.
MERTENS VERSUCHT ES MIT EINER NEUEN FRAGE
Mertens wollte eine Frage denken, die völlig unabhängig von seinen bisherigen Untersuchungen war.
Etwas, das er vorher noch nie gefragt hatte.
Er schloss die Augen.
Er dachte nach.
Dann öffnete er sie.
Auf dem Glas stand bereits:
DU DENKST ZU LANGSAM.
Mertens trat einen Schritt zurück.
DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE
Mertens setzte sich wieder.
Er legte beide Hände auf den Tisch.
Dann sagte er:
„Jetzt denke ich an etwas, das ihr nicht wissen könnt.“
Die Kügelchen bewegten sich nicht.
Keine Form.
Keine Zahl.
Kein Wort.
Nichts.
Mertens wartete.
Eine Minute.
Zwei Minuten.
Dann lächelte er.
Zum ersten Mal schien er überzeugt, einen Vorteil gewonnen zu haben.
„Das könnt ihr nicht wissen.“
Stille.
Dann begann sich eine einzige Kugel langsam zu bewegen.
Sie wurde größer.
Nur ein wenig.
Dann nahm sie die Form eines kleinen Kreises an.
Auf dem Glas erschien:
DAS HAST DU VOR 17 SEKUNDEN SCHON GEDACHT.
Mertens sah auf die Uhr.
Er sagte nichts.
Er zählte die Sekunden zurück.
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Er blieb stehen.
Der Butler stand noch immer in der Tür.
Mertens fragte:
„Haben Sie das gesehen?“
Der Butler:
„Sehr wohl.“
Mertens sah wieder zum Gefäß.
Die Kugel war inzwischen vollkommen rund.
WER UNTERSUCHT WEN?
Mertens nahm sein Notizbuch.
Er wollte etwas aufschreiben.
Dann hielt er inne.
Denn auf der nächsten freien Seite stand bereits:
FORSCHUNG ABGESCHLOSSEN.
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