Der Parkspaziergang (fiktiver humoristischer Text)
Nicole Kidman saß auf dem Rücksitz der schwarzen Limousine und sah aus dem Fenster.
Vor zehn Minuten war sie noch allein gewesen, nach dem Ende ihrer zweiten Ehe.
Jetzt war sie verlobt.
Der Butler saß ihr gegenüber.
Makellos gekleidet.
Ruhig.
Aufrecht.
Und vollkommen überzeugt davon, dass man eine große Liebesentscheidung durchaus nach einem kurzen Spaziergang durch einen Park treffen konnte.
Nicole lächelte.
„Sie sind sich wirklich sicher?“
Der Butler neigte leicht den Kopf.
„Gnädige Frau, ich bin mir bei sehr wenigen Dingen sicher.“
„Und bei mir?“
„Bei Ihnen, Gnädige Frau, bin ich mir vollkommen sicher.“
Nicole sah ihn an.
„Sie kennen mich kaum.“
„Das ist richtig.“
„Und trotzdem wollen Sie mich heiraten?“
„Gnädige Frau, ich habe Sie im Park beobachtet.“
Nicole musste lachen.
„Das klingt etwas unheimlich.“
„Verzeihen Sie. Ich hätte sagen sollen: Ich durfte die Gelegenheit genießen, Ihre Gesellschaft zu erleben.“
Die Limousine bog langsam um eine Kurve.
Nicole sah wieder aus dem Fenster.
„Und was genau erwarten Sie von einer Ehe mit mir?“
Der Butler antwortete ohne zu zögern:
„Treue, Gnädige Frau.“
„Sonst nichts?“
„Selbstverständlich mehr.“
„Was zum Beispiel?“
„Ich würde Ihnen jeden Morgen den Tee bringen.“
Nicole lächelte.
„Das klingt gut.“
„Ihre Mäntel würde ich selbstverständlich selbst ausbürsten.“
„Auch das.“
„Ihre Kleider würde ich bügeln.“
Nicole hob eine Augenbraue.
„Sie können bügeln?“
Der Butler wirkte beinahe überrascht.
„Gnädige Frau, ich wäre äußerst ungeeignet für meinen Beruf, wenn ich nicht bügeln könnte.“
Nicole lachte.
„Und wenn ich spät nach Hause komme?“
„Dann würde ich auf Sie warten.“
„Und wenn ich schlecht gelaunt bin?“
„Dann würde ich schweigen.“
„Und wenn ich reden möchte?“
„Dann würde ich zuhören.“
Nicole wurde plötzlich still.
Der Butler sah sie an.
„Gnädige Frau?“
„Das ist ziemlich überzeugend.“
„Das war nicht meine Absicht.“
„Was war Ihre Absicht?“
„Sie glücklich zu machen.“
Die Limousine hielt vor einem kleinen Hotel.
Der Butler stieg aus und öffnete ihr die Tür.
Nicole blieb einen Augenblick sitzen.
„Wissen Sie was?“
„Gnädige Frau?“
„Ich glaube, wir sollten es tatsächlich tun.“
Der Butler lächelte.
„Wie Sie wünschen.“
Nicole stieg aus.
„Sie sagen wirklich immer nur solche Sachen, oder?“
Der Butler nahm ihren Mantel.
„Gnädige Frau, ich sehe keinen Grund, damit aufzuhören.“
Aus dem Inneren der Limousine ertönte plötzlich ein leises Geräusch.
KRRRRT.
Der Butler blickte zur Tür.
Nicole sah ihn an.
„Was war das?“
„Vermutlich RIEFUNKE, Gnädige Frau.“
„Soll ich mir Sorgen machen?“
Der Butler lächelte.
„Solange ich bei Ihnen bin, Gnädige Frau, wird Ihr Kleid ordentlich gebügelt sein.“
Nicole lachte.
Und damit war die Hochzeit beschlossen.
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