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Liebe TikToker, liebe Mamas, lieber Pastor, lieber Goethe,
wir sind zu viert.
Und wir haben beschlossen:
Wir beantragen ein Visum nach England.
Nicht weil wir wissen, wo Riefunke ist.
Nicht weil wir wissen, was uns dort erwartet.
Sondern weil unser Pastor am Sonntag aus einem vergoldeten Rotweinglas getrunken hat und danach behauptete, Goethe sei bereits in der englischen Scrollstube gewesen.
Goethe widerspricht.
Er war zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon fast besoffen.
Der Pastor auch.
Wir vier waren nüchtern.
Das war unser Fehler.
Denn während wir noch überlegten, ob England wirklich eine gute Idee ist, begannen unsere Mamas zu weinen.
Eine sagte:
„Ihr fahrt nicht nach England.“
Die zweite sagte:
„Ihr bleibt hier.“
Die dritte sagte gar nichts mehr.
Und die vierte Mama holte einfach die Papiere aus dem Schrank.
Wir haben jetzt einen Antrag.
Vier Namen.
Vier Smartphones.
Ein Boot in Frankreich.
Eine unbekannte Adresse in England.
Einen Pastor.
Einen Goethe.
Und eine Frage:
Wo ist Riefunke?
Falls wir nicht zurückkommen, sucht bitte nicht nach uns.
Sucht zuerst den VIP-Raum.
Dort ist eine Steckdose.
Und wenn Goethe dort sitzt, gebt ihm Wasser.
Der Pastor bekommt keinen Rotwein mehr.
Unsere Mamas bekommen Kaffee.
Wir vier bekommen vielleicht irgendwann das Visum.
Und falls die Roben am Flughafen stehen, sagen wir einfach:
„Wir sind nur Touristen.“
Dann schauen wir uns an.
Und gehen weiter.
Denn manchmal beginnt eine Reise nicht mit einem Flugticket.
Manchmal beginnt sie mit vier Menschen, einem vergoldeten Glas und einer Mama, die weint.
England, wir kommen.
Vielleicht.
Wenn Mama uns lässt.
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