Riefunke-Girls – Das letzte Kapitel
Mertens und der Butler standen auf der anderen Seite der Tür.
Vor ihnen war keine vierte Etage.
Keine dritte.
Keine zweite.
Kein UFO.
Keine Ziege.
Vor ihnen stand die Scrollstube.
Genau so, wie sie immer gewesen war.
Der Türsteher stand am Eingang.
Er sah Mertens an.
„Sie waren lange weg.“
Mertens blickte auf die Uhr.
„Drei Minuten.“
Der Türsteher schüttelte den Kopf.
„Drei Jahre.“
Mertens sah zum Butler.
Der Butler sah auf den Kuchen.
Der Kuchen war noch warm.
„Das ist unmöglich“, sagte Mertens.
Der Türsteher nickte.
„Natürlich.“
Dann öffnete er die Tür.
Im ersten Stock saßen die normalen Tiketaketoker.
Still.
Keiner filmte.
Keiner sprach.
Keiner hielt ein Handy in der Hand.
Mertens blieb stehen.
„Was ist passiert?“
Eine Tiketaketokerin zeigte nach oben.
„Die Girls sind zurück.“
Mertens sah die Treppe hinauf.
Die zweite Etage war wieder an ihrem Platz.
Ganz normal.
Die Tür stand offen.
Mertens ging hinauf.
Die fünf Riefunke-Girls saßen auf ihren Betten.
Sie sahen völlig ruhig aus.
Keine UFOs.
Keine Lichter.
Keine schwebenden Etagen.
Keine Ziege.
Nur fünf Mädchen.
Der Butler stellte den Kuchen auf den Tisch.
„Frühstück?“
Alle fünf nickten.
Mertens setzte sich.
Er öffnete sein schwarzes Buch.
„Ich habe eine letzte Frage.“
Die fünf Girls sahen ihn an.
„Wo wart ihr?“
Eine sagte:
„Unterwegs.“
„Wohin?“
„Zu ihnen.“
„Zu den Außerirdischen?“
„Ja.“
„Und seid ihr noch verliebt?“
Die fünf Girls sahen sich an.
Dann lächelten sie.
Eine sagte:
„Natürlich.“
Mertens schrieb.
Dann fragte er:
„Und kommen sie wieder?“
Alle fünf nickten.
„Wann?“
Die Antwort kam gemeinsam:
„Heute Nacht.“
Mertens schloss das Buch.
Der Butler begann, Kaffee einzuschenken.
Unten im ersten Stock begann ein normales Tiketaketoker-Handy plötzlich zu klingeln.
Alle erstarrten.
Das Handy lag auf dem Tisch.
Niemand berührte es.
Es klingelte weiter.
Dann erschien auf dem Display:
RIEFUNKE-GIRLS
Die Tiketaketokerin nahm ab.
Sie sagte nichts.
Aus dem Telefon kam eine weibliche Stimme.
„Schaut heute Nacht nach oben.“
Dann war die Verbindung beendet.
Die Tiketaketokerin legte das Handy hin.
Niemand sagte etwas.
Mertens ging ans Fenster.
Der Himmel war vollkommen klar.
Keine Wolken.
Keine Sterne.
Dann erschien ein kleiner Lichtpunkt.
Noch einer.
Noch einer.
Fünf Lichtpunkte.
Sie formierten sich über der Scrollstube.
Mertens lächelte.
Der Butler nahm den Einkaufszettel.
„Fünf zusätzliche Frühstücke?“
Mertens nickte.
„Nein.“
Der Butler sah ihn überrascht an.
Mertens blickte nach oben.
„Zehn.“
Und irgendwo über der zweiten Etage begann eine außerirdische Stimme zu lachen.
Die fünf Riefunke-Girls lachten ebenfalls.
Die Scrollstube blieb stehen.
Die zweite Etage blieb stehen.
Die dritte blieb stehen.
Die vierte blieb stehen.
Und die Ziege—
war plötzlich wieder da.
Sie stand vor der Tür.
Sie sah Mertens an.
Und sagte:
„Gute Nacht.“
Mertens schrieb die letzte Zeile in sein schwarzes Buch:
Die Riefunke-Girls bleiben.
Dann schloss er es.
Für immer.
Oder zumindest bis morgen.
ENDE
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