Der Butler ist bereits da
Sehr geehrter Antragsteller,
nach eingehender Prüfung teilen wir Ihnen mit, dass in unserem aktuellen Personalbestand leider kein englischer Butler geführt wird.
Wir haben Ihren Antrag jedoch an die Abteilung für besondere Angelegenheiten weitergeleitet.
Dort wurde er mit dem Vermerk
„Sehr wohl“
versehen.
Mit freundlichen Grüßen
Stadtverwaltung
Anlage:
Ein Formular zur Beantragung eines Formulars für die Butlerbeantragung.
Am folgenden Dienstag klingelt es.
Vor der Tür steht der bärtige Türsteher.
„Der Butler ist bereits da.“
„Wo?“
„In der Scrollstube.“
„Und warum?“
Der Türsteher schaut kurz nach links.
Dann nach rechts.
„Tee.“
„Aber ich habe doch einen Antrag gestellt.“
„Ja.“
„Bei der Stadtverwaltung.“
„Ja.“
„Und die hat mir mitgeteilt, dass es keinen Butler gibt.“
Der Türsteher nickt.
„Das war gestern.“
„Und heute?“
„Heute ist Tee.“
KRRRRT.
Aus der Ferne ist das Klirren einer Untertasse zu hören.
Der Türsteher tritt zur Seite.
Der Butler steht hinter ihm.
Schwarzer Anzug. Weiße Handschuhe. Schwarzes Buch.
Er schlägt das Buch auf.
Schaut den Antragsteller an.
Dann die Verwaltung.
Dann den Türsteher.
Dann wieder den Antrag.
„Sehr wohl.“
Er nimmt die Teekanne.
KRRRRT.
Im schwarzen Buch steht bereits:
Antrag genehmigt.
Darunter:
Begründung: Tee.
Und ganz unten, mit kleiner Schrift:
Stadtverwaltung informiert.
Der Butler schenkt ein.
„Milch?“
„Ja.“
„Zucker?“
„Zwei.“
„Sehr wohl.“
Der bärtige Türsteher verschwindet.
Die Tür zur Scrollstube schließt sich.
Und irgendwo im Rathaus beginnt jemand, ein Formular für die Abmeldung eines nicht beantragten, aber bereits anwesenden englischen Butlers auszufüllen.
KRRRRT.
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