Rötlich betrunken durch das Universum
wir lieben Goethe, wir lieben Bach und wir lieben unsere Sonne.
Denn vielleicht beginnt die große Kunst genau dort, wo ein Gedanke nicht mehr ganz nüchtern sein muss.
An diesem besonderen Tage saß Bach vor seiner Orgel. Zwischen zwei Tönen gönnte er sich ein halbes Glas – nicht viel, nur genug, damit die Welt für einen Augenblick ein wenig wärmer klang.
Draußen stand die Sonne über den Weinbergen. Sie machte die Trauben süß, färbte den Himmel golden und ließ die kleinen Dinge des Lebens größer erscheinen, als sie eigentlich sind.
Und irgendwo dazwischen hüpfte Goethe durch unsere Gedanken.
Wir aber – kleine Würmchen im großen Universum – standen mitten in diesem Wunder und wussten nicht recht, ob wir lachen, trinken oder ein Gedicht schreiben sollten.
Also taten wir einfach alles.
Unsere Gedankenblitze wurden rötlich betrunken und hüpften durch das Universum.
Vielleicht ist das Leben genau das:
ein halbes Glas Bach,
ein wenig Goethe,
die Wärme unserer Sonne,
süße Trauben
und ein kleines Würmchen, das staunend nach oben schaut.
Und wenn dann irgendwo eine Orgel erklingt, wissen wir:
Wir sind klein.
Das Universum ist groß.
Aber unser Staunen kennt keine Größe.
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