Die Taschenlampe ging an.
Ein schmaler Lichtkegel wanderte über den Boden.
Über einen Stuhl.
Über einen Karton.
Über eine alte Landkarte.
Dann blieb er stehen.
Auf der Wand.
Dort war ein Schatten.
Die acht Wäscheklammerkinder sahen ihn an.
„Das ist unser Schatten“, sagte das erste Kind.
„Nein“, sagte das zweite.
„Warum nicht?“
„Weil wir alle hier stehen.“
Die Kinder sahen sich an.
Tatsächlich.
Acht Kinder.
Acht Wäscheklammern.
Acht Schatten.
Aber an der Wand waren es neun.
Der neunte Schatten bewegte sich.
Ganz langsam.
Nach links.
Dann nach rechts.
Das dritte Kind hob die Taschenlampe höher.
Der Schatten wurde größer.
„Vielleicht ist das RA“, sagte das vierte Kind.
„RA ist doch die Sonne“, sagte das fünfte.
„Vielleicht ist er heute Schatten.“
Das sechste Kind dachte darüber nach.
„Kann die Sonne Schatten sein?“
„Wenn sie lange genug diskutiert“, sagte das siebte Kind.
Das achte Kind sagte nichts.
Es zeigte auf das Fenster.
Draußen war es heller geworden.
Nur ein wenig.
Ein schmaler Streifen Licht lag auf der Straße.
Der Archäologe hatte es bemerkt.
Der Türsteher ebenfalls.
„Sehen Sie“, sagte der Archäologe.
„Was?“
„Das Licht kommt zurück.“
Der Türsteher sah nach oben.
„Das ist kein normales Sonnenlicht.“
„Nein.“
„Woher wissen Sie das?“
Der Archäologe antwortete:
„Weil es sucht.“
Der Türsteher sah ihn an.
„Was sucht es?“
„Die Tür.“
Im oberen Stockwerk standen die acht Wäscheklammerkinder weiterhin am Fenster.
Der neunte Schatten bewegte sich wieder.
Diesmal näherte er sich dem Lichtkegel der Taschenlampe.
Das erste Kind flüsterte:
„Er kommt.“
„Wer?“
„Der Schatten.“
„Schatten kommen nicht.“
„Dieser schon.“
Die Taschenlampe flackerte.
KRRRRT.
Alle acht Kinder hielten den Atem an.
Dann erlosch sie.
Dunkelheit.
Eine Sekunde.
Zwei Sekunden.
Drei.
Dann erschien draußen am Fenster ein goldener Lichtstreifen.
Er fiel genau auf den Boden vor den Kindern.
Und auf dem Licht lag etwas.
Ein kleiner Stein.
Das erste Kind ging hin.
Es hob ihn auf.
Er war warm.
Auf seiner Oberfläche war ein Zeichen.
Eine Sonne.
Darunter eine kleine Tür.
Und darunter, kaum sichtbar, acht winzige Striche.
Die Kinder zählten.
Eins.
Zwei.
Drei.
Vier.
Fünf.
Sechs.
Sieben.
Acht.
Das vierte Kind sah die anderen an.
„Das ist für uns.“
„Woher weißt du das?“
Das Kind hielt den Stein ins Licht.
„Weil wir acht sind.“
Unten öffnete der Türsteher plötzlich die Tür.
Zum ersten Mal seit Stunden fiel ein Sonnenstrahl in die English Scrollstube.
Der Archäologe trat einen Schritt zurück.
„Sie ist wieder da.“
Der Türsteher sah in den Lichtstrahl.
„Wer?“
Der Archäologe sagte:
„RA.“
Oben am Fenster legte das erste Wäscheklammerkinder den Stein auf die Fensterbank.
Keines der Kinder bemerkte, dass der neunte Schatten verschwunden war.
Nur eine kleine Spur war geblieben.
Ein dunkler Strich auf dem Boden.
Er führte direkt zur Tür.
Die Kinder sahen einander an.
Dann sagte das dritte Kind:
„Wir sollten dem Türsteher Bescheid sagen.“
Das zweite Kind schüttelte den Kopf.
„Nein.“
„Warum nicht?“
Das Kind nahm die Taschenlampe.
„Weil wir zuerst herausfinden müssen, wohin die Tür führt.“
Unten machte es:
KRRRRT.
Und diesmal kam das Geräusch nicht aus der Scrollstube.
Es kam von oben.