GOETHE UND DIE WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN
Nummer 1 bis 8 und das Wort, das den Frieden erschoss
Ein pazifistischer RIEFUNKE-Dialog über Sprache, Beleidigungen und die Kunst, einen Streit zu beenden, bevor er zum Krieg wird
Goethe saß in seinem Lehnstuhl.
Auf seinem Schoß saßen Nummer 1, Nummer 2, Nummer 3, Nummer 4, Nummer 5, Nummer 6, Nummer 7 und Nummer 8.
Es war ein friedlicher Nachmittag.
Nummer 3 hatte einen Keks.
Nummer 5 hatte ebenfalls einen Keks.
Nummer 3 behauptete, Nummer 5 habe ihm den Keks gestohlen.
Nummer 5 behauptete, der Keks habe sich freiwillig in seinen Besitz begeben.
Nummer 4 erklärte, Kekse besäßen keine Geschäftsfähigkeit.
Nummer 6 wollte wissen, ob das auch für Kekse mit Schokolade gelte.
Nummer 7 verdrehte die Augen.
Nummer 8 seufzte.
Nummer 1 aber war bereits rot im Gesicht.
„Du bist ein Keksdieb!“, rief es.
Nummer 5 sprang auf.
„Und du bist ein bescheuerter Kekswächter!“
„Du bist ein räudiger Krümelbaron!“
„Du bist ein aufgeblasener Butterkeks!“
„Du bist ein hirnloser Schokokeks!“
Nummer 2 rieb sich die Hände.
„Ausgezeichnet! Endlich passiert etwas.“
Goethe hob eine Augenbraue.
„Was genau passiert denn?“
„Ein Streit!“, rief Nummer 2. „Und ich möchte auch mitmachen.“
„Warum?“
Nummer 2 überlegte.
„Weil es Spaß macht, wenn die anderen sich ärgern.“
Goethe sah es nachdenklich an.
„Und macht es auch Spaß, wenn du selbst geärgert wirst?“
„Nein.“
„Eine bemerkenswerte Asymmetrie.“
Nummer 4 nickte wichtig.
„Das ist ein philosophischer Fachausdruck für: Ich darf alles, aber die anderen nicht.“
Goethe musste lachen.
Nummer 1 aber war noch immer wütend.
„Nummer 5 hat angefangen!“
„Hat gar nicht wahr!“
„Hat doch wahr!“
„Hat nicht!“
„Hat doch!“
Nummer 3 zählte mit.
„Eins zu eins. Ein klassischer Gleichstand im internationalen Beleidigungswettbewerb.“
Nummer 7 holte ein Blatt Papier.
„Ich führe eine Tabelle.“
Nummer 8 nahm ihm den Stift weg.
„Wir sollten lieber versuchen, den Streit zu beenden.“
„Langweilig“, murmelte Nummer 7.
Goethe beugte sich ein wenig vor.
„Nummer 1, was hat Nummer 5 getan?“
„Meinen Keks genommen!“
„Und Nummer 5, was hast du getan?“
„Den Keks gegessen.“
„Das ist keine Antwort auf die Frage, ob du ihn genommen hast.“
Nummer 5 schaute auf seine Hände.
„Na gut. Ich habe ihn genommen.“
„Ohne zu fragen?“
„Ja.“
Goethe nickte.
„Dann gibt es einen konkreten Anlass für den Ärger. Warum aber musstest du, Nummer 1, Nummer 5 gleich als Menschen beschimpfen?“
Nummer 1 zuckte mit den Schultern.
„Weil ich wütend war.“
„Und Nummer 5, warum hast du zurückbeleidigt?“
„Weil Nummer 1 mich beleidigt hat.“
„Und Nummer 2, warum möchtest du mitmachen?“
„Weil ich es lustig finde.“
Goethe sah die Kinderchen der Reihe nach an.
„Dann haben wir drei verschiedene Dinge: einen gestohlenen Keks, verletzte Gefühle und jemanden, der sich am Streit anderer erfreut.“
Nummer 4 nickte.
„Das ist komplizierter als ein Keks.“
„Das ist häufig so“, sagte Goethe.
Nummer 6 hob die Hand.
„Goethe, sind Worte denn überhaupt gefährlich? Sie sind doch bloß Luft.“
Goethe sah zum Fenster.
„Auch der Wind ist Luft. Und dennoch kann er Häuser abdecken, Bäume entwurzeln und Schiffe auf Felsen werfen.“
Nummer 3 schaute auf seinen Keks.
„Kann ein Wort auch einen Keks wegblasen?“
„Nein, mein Kind. Aber es kann einen Menschen so verletzen, dass er lange danach noch an das Wort denkt.“
Nummer 8 wurde still.
„Ich erinnere mich an ein Wort, das jemand zu mir gesagt hat. Es ist schon lange her. Aber manchmal höre ich es noch in meinem Kopf.“
Goethe legte ihr behutsam die Hand auf die Schulter.
„Das kann geschehen. Manche Worte hinterlassen Spuren, auch wenn derjenige, der sie ausgesprochen hat, längst nicht mehr daran denkt.“
Nummer 1 sah Nummer 5 an.
„Ich wollte dich gar nicht so sehr verletzen.“
Nummer 5 antwortete leise:
„Aber du hast es getan.“
Nummer 2 scharrte mit dem Fuß.
„Dann entschuldigen wir uns eben und alles ist wieder gut.“
Nummer 8 schüttelte den Kopf.
„Nicht unbedingt. Wenn jemand verletzt ist, kann man nicht einfach entscheiden, dass er es nicht mehr sein soll.“
Goethe nickte.
„Eine Entschuldigung ist kein Zauberspruch. Sie kann der Anfang einer Wiedergutmachung sein. Aber sie nimmt dem anderen nicht das Recht, noch verletzt zu sein.“
Nummer 3 kaute nachdenklich.
„Dann braucht man nach dem Wort noch etwas.“
„Was denn?“, fragte Nummer 4.
„Eine Tat.“
Goethe lächelte.
„Du überraschst mich, Nummer 3.“
Nummer 3 verbeugte sich.
„Ich bin ein Keksphilosoph.“
Nummer 5 sah Nummer 1 an.
„Es tut mir leid, dass ich deinen Keks genommen habe.“
Nummer 1 schwieg.
„Und es tut mir leid, dass ich dich beleidigt habe“, sagte Nummer 1 schließlich.
Nummer 5 nickte.
„Ich hätte fragen sollen.“
„Und ich hätte sagen können, dass ich wütend bin, ohne dich zu beschimpfen.“
Goethe lächelte.
„Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“
Nummer 7 runzelte die Stirn.
„Welche Arbeit?“
„Herauszufinden, wie man ehrlich sagt, was einen ärgert, ohne den anderen zum Feind zu erklären.“
Nummer 6 probierte es sofort.
„Nummer 5, ich finde es nicht gut, wenn du ungefragt fremde Kekse isst.“
„Das war verständlich“, sagte Goethe.
Nummer 4 ergänzte:
„Und wenn du es noch einmal machst, musst du neue kaufen.“
„Auch verständlich“, sagte Goethe.
Nummer 3 rief:
„Und wenn du keine neuen kaufen kannst, musst du backen!“
„Ein durchaus kreativer Vorschlag.“
Nummer 2 meldete sich.
„Und wenn Nummer 5 gar nicht zuhören will?“
Goethe wurde ernst.
„Dann muss Nummer 1 nicht so tun, als sei alles in Ordnung. Es darf eine Grenze setzen, sich Hilfe holen oder den Streit unterbrechen. Frieden bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss.“
Nummer 8 nickte.
„Man kann deutlich sein, ohne grausam zu werden.“
„Genau“, sagte Goethe.
Da hatte Nummer 7 eine Idee.
„Wir brauchen ein Wörtergesetz!“
Nummer 4 stöhnte.
„Nicht noch ein Gesetz.“
„Doch! Ich bin schon beim ersten Artikel.“
Nummer 7 stellte sich auf den Fußschemel und verkündete:
„Artikel eins: Wer wütend ist, darf wütend sein.“
„Angenommen“, sagte Nummer 1.
„Artikel zwei: Wer wütend ist, darf trotzdem nicht alles sagen, was ihm gerade einfällt.“
„Schwierig“, sagte Nummer 2.
„Artikel drei: Wer beleidigt wurde, muss nicht so tun, als sei nichts geschehen.“
Nummer 8 nickte.
„Sehr gut.“
„Artikel vier: Wer sich entschuldigt, muss versuchen, den Schaden wiedergutzumachen.“
Nummer 5 blickte auf den leeren Teller.
„Ich sehe, wohin das führt.“
„Artikel fünf“, fuhr Nummer 7 fort, „wer einen Streit beobachtet, darf helfen, ihn zu beenden, statt ihn noch schlimmer zu machen.“
Nummer 3 schob seine Tabelle unter den Tisch.
„Das betrifft mich persönlich.“
„Und Artikel sechs“, sagte Nummer 7, „niemand darf mit Worten aus einem Menschen einen Feind machen, nur weil dieser Mensch anderer Meinung ist.“
Goethe klatschte langsam in die Hände.
„Das ist ein brauchbares Gesetzbuch.“
Nummer 2 hob den Finger.
„Aber Goethe, was ist mit Menschen, die absichtlich lügen? Oder andere aufhetzen? Oder schreckliche Dinge sagen?“
„Auch dann muss man unterscheiden. Man darf eine Lüge als Lüge bezeichnen, eine Drohung ernst nehmen und menschenverachtende Aussagen entschieden zurückweisen. Niemand muss Hass als bloße Meinung akzeptieren.“
Nummer 1 fragte:
„Also dürfen wir sagen, dass etwas falsch ist?“
„Unbedingt.“
„Auch wenn jemand darüber böse wird?“
„Ja. Die Wahrheit wird nicht dadurch falsch, dass jemand wütend auf sie reagiert.“
Nummer 8 sah Goethe an.
„Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht den Menschen mit seinem Fehler verwechseln.“
Goethe nickte.
„Ein Mensch kann etwas Falsches tun und muss dafür Verantwortung übernehmen. Doch wenn wir ihn nur noch als seinen schlimmsten Fehler betrachten, verbauen wir womöglich jede Möglichkeit zur Veränderung.“
Nummer 6 seufzte.
„Das ist anstrengend.“
„Ja.“
„Wäre es nicht einfacher, wenn alle immer nett wären?“
„Gewiss. Aber dann müssten wir vermutlich auch die Schwerkraft abschaffen, damit niemand mehr stolpert.“
Nummer 3 lachte.
„Ich beantrage die sofortige Abschaffung der Schwerkraft!“
„Abgelehnt“, sagte Goethe.
„Mit welcher Begründung?“
„Weil du sonst deinen Keks nicht mehr auf dem Teller halten könntest.“
Nummer 3 drückte seinen Keks fest an die Brust.
„Antrag zurückgezogen.“
Alle lachten.
Dann fragte Nummer 4:
„Goethe, wenn schon ein Streit um einen Keks so schwierig ist, wie sollen Menschen dann jemals aufhören, sich in großen Konflikten zu beschimpfen?“
Goethe wurde nachdenklich.
„Indem sie erkennen, dass Sprache nicht nur Streit verschärfen, sondern auch Wege aus ihm eröffnen kann. Wenn Politiker ganze Bevölkerungen als Ungeziefer, Verräter oder geborene Feinde bezeichnen, wird es leichter, ihnen Rechte abzusprechen und ihnen Gewalt anzutun.“
Die Kinderchen hörten aufmerksam zu.
„Und wenn Soldaten lernen, den Menschen auf der anderen Seite nur noch als Ziel zu betrachten, wird es leichter, sein Leid zu übersehen.“
Nummer 1 schaute auf den Boden.
„Dann können Worte den Krieg vorbereiten.“
„Ja“, sagte Goethe. „Sie können Angst schüren, Menschen entmenschlichen und Gewalt als notwendig erscheinen lassen. Aber Worte können auch das Gegenteil bewirken: Sie können warnen, aufklären, widersprechen, vermitteln und Menschen daran erinnern, dass auch der Gegner ein Mensch ist.“
Nummer 5 fragte:
„Reicht es dann, schöne Friedensreden zu halten?“
Goethe schüttelte den Kopf.
„Nein. Wer Frieden verspricht und gleichzeitig Unrecht fortsetzt, muss an seinen Taten gemessen werden. Eine schöne Rede kann wertvoll sein. Sie ist aber kein Ersatz für gerechtes Handeln.“
Nummer 7 schrieb sofort mit.
„Worte zählen. Taten auch.“
„Sehr richtig.“
Nummer 2 schaute Nummer 1 an.
„Dann sage ich jetzt etwas, das ich schon lange sagen wollte.“
Nummer 1 wurde vorsichtig.
„Was denn?“
„Ich finde, dass du manchmal ungerecht bist.“
Nummer 1 öffnete den Mund.
Nummer 2 hob die Hand.
„Warte. Ich meine nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Ich meine, dass du manchmal entscheidest, ohne mich anzuhören.“
Nummer 1 dachte nach.
„Das stimmt vielleicht. Ich werde versuchen, dich öfter ausreden zu lassen.“
Nummer 2 lächelte.
„Danke.“
Nummer 3 sprang auf.
„Ich möchte auch etwas sagen!“
Alle stöhnten.
„Ich finde, Nummer 4 ist manchmal ein Klugscheißer.“
Nummer 4 verschränkte die Arme.
Nummer 3 hob beide Hände.
„Aber ich meine damit, dass du manchmal so tust, als wüsstest du alles besser. Ich möchte, dass du auch einmal zugibst, wenn du etwas nicht weißt.“
Nummer 4 schwieg eine Weile.
Dann sagte es:
„Das ist ein berechtigter Einwand.“
Nummer 3 riss die Augen auf.
„Du gibst mir recht?“
„Gewöhn dich nicht daran.“
Alle lachten.
Goethe sah auf die acht Kinderchen, die sich noch immer dicht um ihn drängten.
„Meine Lieben, ihr habt heute eine große Sache gelernt. Man muss nicht jedes Wort vermeiden, das weh tut. Manchmal muss man unangenehme Wahrheiten aussprechen. Manchmal muss man Nein sagen. Manchmal muss man sich gegen Unrecht wehren.“
Nummer 8 fragte:
„Was muss man dann vermeiden?“
„Die bequeme Grausamkeit. Jene Art des Sprechens, bei der wir uns einreden, wir dürften den anderen verletzen, weil er uns zuvor verletzt hat.“
Nummer 6 nickte.
„Also nicht zurückschlagen, nur weil man geschlagen wurde.“
„Nicht automatisch“, sagte Goethe. „Du darfst dich schützen und Grenzen setzen. Du musst nicht schweigen. Aber du solltest versuchen, nicht selbst zum Urheber neuen Unrechts zu werden.“
Nummer 1 blickte auf den leeren Keksteller.
„Goethe?“
„Ja?“
„Ich glaube, ich habe noch eine Wiedergutmachung zu leisten.“
„Welche denn?“
Nummer 1 sah Nummer 5 an.
„Ich backe morgen neue Kekse. Für alle.“
Nummer 5 strahlte.
„Das ist eine hervorragende Friedensinitiative!“
Nummer 4 hob den Finger.
„Ich fordere eine unabhängige Qualitätskontrolle.“
Nummer 7 griff nach seinem Papier.
„Ich entwerfe die Backordnung.“
Nummer 2 schüttelte den Kopf.
„Wir brauchen keine Backordnung. Wir brauchen Mehl, Butter, Zucker und einen Ofen.“
Nummer 3 rief:
„Und Schokolade!“
Nummer 6 ergänzte:
„Und wir fragen vorher, wer welche Kekse mag.“
Nummer 8 lächelte.
„Und wir lassen niemanden absichtlich leer ausgehen.“
Goethe betrachtete die acht Kinderchen.
„Ich sehe, ihr habt aus einem Streit etwas gemacht, das besser ist als der ursprüngliche Zustand.“
Nummer 5 fragte:
„Was denn?“
„Eine Gelegenheit, einander besser zu verstehen.“
Nummer 7 steckte den Stift weg.
„Dann sollten wir vielleicht öfter streiten.“
„Nein“, sagte Goethe lachend. „Aber wenn ihr schon streitet, könnt ihr wenigstens versuchen, etwas daraus zu lernen.“
Draußen begann der Wind durch die Bäume zu ziehen.
Nummer 8 schaute zum Fenster.
„Goethe?“
„Ja, mein Kind?“
„Glaubst du, dass die Menschen eines Tages aufhören werden, sich gegenseitig mit Worten zu Feinden zu machen?“
Goethe sah lange hinaus.
„Ich weiß es nicht. Aber jedes Mal, wenn jemand einer Beleidigung widerspricht, ohne selbst grausam zu werden, wenn jemand eine Lüge prüft, statt sie weiterzuverbreiten, und wenn jemand einem Menschen zuhört, den alle anderen bereits verurteilt haben, wird diese Möglichkeit ein wenig größer.“
Nummer 1 nahm Nummer 5 an der Hand.
Nummer 5 ließ es geschehen.
Nummer 2 rückte näher an Nummer 3.
Nummer 4 erklärte, das sei noch kein historischer Durchbruch.
Nummer 6 sagte, man müsse ja nicht gleich eine Weltordnung daraus machen.
Nummer 7 grinste.
„Doch. Wir nennen sie die Keksordnung.“
Nummer 8 schüttelte lachend den Kopf.
Und Goethe?
Goethe saß mitten zwischen ihnen und dachte, dass die Menschheit vielleicht nicht deshalb so viel streitet, weil ihr die Worte fehlen.
Vielleicht streitet sie manchmal gerade deshalb so lange, weil sie verlernt hat, mit Worten etwas anderes zu tun, als den anderen zu besiegen.
Dann klopfte es an der Tür.
Ein Nachbar stand draußen.
Er war wütend.
Er behauptete, die Wäscheklammerkinderchen hätten seinen Gartenzaun beschädigt.
Nummer 1 holte tief Luft.
Nummer 5 wollte schon antworten.
Nummer 2 hob warnend den Finger.
Nummer 3 stellte den leeren Keksteller beiseite.
Nummer 4 öffnete den Mund, um die Eigentumsverhältnisse des Gartenzauns juristisch zu erörtern.
Nummer 6 zog Nummer 4 am Ärmel.
Nummer 7 versteckte die Tabelle mit den Beleidigungen.
Nummer 8 trat vor.
„Guten Tag“, sagte es. „Sie sind verärgert. Können Sie uns bitte erklären, was passiert ist?“
Der Nachbar hielt inne.
Damit hatte er nicht gerechnet.
Er begann zu erzählen.
Und die Wäscheklammerkinderchen hörten zu.
Nicht weil sie schon wussten, wer recht hatte.
Sondern weil sie endlich verstanden hatten, dass man das oft erst herausfinden kann, wenn man einander nicht mehr anschreit.
Goethe lächelte.
Die schwierigste Kunst der Menschheit hatte wieder einmal begonnen.
Mit einem einzigen Satz:
„Erzähl uns, was geschehen ist.“
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