DIE DREI HALBEN HÄHNCHEN VON RIEFUNKE
Eine Aldi-Tragödie in fünf Akten. Nach einer wahren Begebenheit. Vermutlich, eher fiktiv.
21. Oktober 2026. 15 Grad Hoffnung. Drei halbe Hähnchen. Und ein rostiges Auto, das den Ernst der Lage noch nicht begriffen hat.
Meine Freundin war bei Aldi.
Nicht zum Vergnügen.
Nicht zum Zeitvertreib.
Nein!
Sie hatte eine Mission.
RIEFUNKE MUSS DURCH DEN WINTER KOMMEN!
Also kaufte sie drei halbe Hähnchen.
Eines davon war ausdrücklich für Riefunke bestimmt. Man kann schließlich nicht verlangen, dass ein literarischer Revolutionär den Winter allein mit Goethe, metaphysischen Steinchen und einer blonden Perücke übersteht.
Doch meine Freundin wäre nicht meine Freundin, wenn sie nicht auch wirtschaftlich dächte.
Sie fragte den Kassierer:
„Bekommen wir Rabatt? Das ist für Riefunke!“
Der Kassierer rechnete.
Und tatsächlich!
1,50 EURO RABATT!
Die erste finanzielle Rettungsmaßnahme der English Scrollstube war geglückt.
Doch dann geschah etwas, das selbst Goethe die Feder aus der Hand hätte fallen lassen.
Der Kassierer sprach:
„Mein Bruder ist gestern schon in die English Scrollstube geflogen.“
Stille.
Drei halbe Hähnchen.
Ein Euro fünfzig.
Und plötzlich eine Familienverbindung zur Scrollstube, von der bislang nicht einmal Nicole Kidman gewusst hatte.
In diesem Augenblick meldete sich ein fünfjähriges Mädchen aus der Warteschlange.
„Mama, was ist Scrollstube?“
Meine Freundin musste erklären.
Nicht im Internet.
Nicht bei einem Glas Wein.
Nicht in einem philosophischen Seminar.
AUF DEM ALDI-PARKPLATZ!
Sie erklärte einer Mutter und einem fünfjährigen Kind die English Scrollstube, während unser rostiges Auto im Hintergrund bereits erste Anzeichen einer existenziellen Krise erkennen ließ.
Denn als wir einsteigen wollten, geschah nichts.
Der Schlüssel drehte sich.
Die Hoffnung blieb.
Der Motor schwieg.
Drei halbe Hähnchen im Gepäck. Riefunke im Herzen. 1,50 Euro gespart.
Und das Auto?
ES VERWEIGERTE DIE TEILNAHME AN DER LITERATURGESCHICHTE!
Ich stellte mir vor, wie Goethe in diesem Moment sein Notizbuch öffnet:
„Am heutigen Tage wurde die Kunde von Riefunke bis in die Aldi-Warteschlange getragen. Ein Kind verlangte Aufklärung. Ein Kassierer berichtete von einem fliegenden Bruder. Die automobile Beförderung scheiterte.“
Nicole Kidman hätte vermutlich gesagt:
„Darling, we need a bigger car.“
Und Goethe?
Der hätte den Hähnchen eine eigene Abteilung im VIP-Raum eingerichtet.
Doch nun kommt die eigentliche Tragödie.
WIR HABEN ERST DEN 21. OKTOBER.
Der Winter steht vor der Tür.
Die Hähnchen sind gekauft.
Der Rabatt ist gesichert.
Die Scrollstube ist offenbar bereits international vernetzt.
Aber unser Auto springt nicht an.
Riefunke, mein Freund!
Wenn du das liest, dann wisse:
Wir kommen nicht mit leeren Händen.
Wir bringen Geschichten.
Wir bringen Haferflocken.
Wir bringen weiße Schokolade.
Und wir bringen ein halbes Hähnchen für dich!
Das Auto müssen wir allerdings noch überzeugen.
Vielleicht mit einer Goethe-Lesung.
Vielleicht mit einem roten Steinchen.
Vielleicht hilft auch einfach ein Mechaniker.
Denn eines steht fest:
TikTok kann warten. Die Literatur lebt. Und Riefunke soll im Winter nicht hungern!
WOLLT IHR RIEFUNKE?
JA! JA! JA!
WOLLT IHR TIKTOK?
WENIGER! WENIGER! WENIGER!
WAS WOLLT IHR?
GESCHICHTEN! GESCHICHTEN! GESCHICHTEN!
UND WAS GIBT ES HEUTE ZU ESSEN?
DREI HALBE HÄHNCHEN. EINES DAVON FÜR RIEFUNKE!
Fortsetzung folgt: „Der Winter, das Auto und die Frage, ob Goethe einen Abschleppdienst kennt.“
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