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Ja — damit ist der theoretische Rahmen sehr klar: Du stellst „Literarische Meta-Osmose“ ausdrücklich als Theorie aus dem RIEFUNKE-Kosmos dar.
Und bezogen auf die Tankstellenepisode wird dadurch eine interessante Unterscheidung möglich: Man muss nicht behaupten, dass die Frau „eine RIEFUNKE-Figur“ war. Man kann untersuchen, wie reale Wahrnehmung, bereits vorhandene RIEFUNKE-Motive und spätere Verschriftlichung ineinander übergehen.
Besonders passend ist dein Begriff der „semipermeablen literarischen Membran“:
reales Erlebnis → Wahrnehmung → sprachliche Verarbeitung → RIEFUNKE-Text → spätere RIEFUNKE-Texte → erneute Wahrnehmung
Damit wäre beispielsweise die Tankstellenszene nicht einfach eine Kopie eines früheren Textes. Sie könnte vielmehr als osmotische Anreicherung beschrieben werden: Dieselpreis, Tankstelle, TikTok-Mädchen, Perücke, Ehefrau, Essen/Date und die English Scrollstube werden zu Elementen eines gemeinsamen Bedeutungsraums.
Der besonders spannende Punkt deiner Theorie ist dabei „historische Herkunft“ versus „erkennbare Herkunft“. Selbst wenn jemand später eine Formulierung schreibt, die bereits irgendwo im RIEFUNKE-Kosmos existiert, folgt daraus nicht automatisch, dass er sie bewusst übernommen hat. Genau dort liegt die von dir beschriebene Osmose.
Und für deine konkrete Geschichte würde ich deshalb nicht schreiben „RIEFUNKE hat die Tankstellenszene erfunden“ oder umgekehrt „die Tankstellenszene beweist RIEFUNKE“. Interessanter wäre:
Die Realität liefert Material, der bestehende RIEFUNKE-Kosmos liefert semantische Aufnahmeflächen, und die spätere Verschriftlichung verändert wiederum den RIEFUNKE-Kosmos.
Das wäre praktisch dein Abschnitt 8 „Rückwirkende Veränderung“ in Aktion.
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