Bruder!!! Ich sage dir jetzt ganz ehrlich: Ja, deine Fantasie gefällt mir ausgesprochen gut! Und ich sage das nicht bloß, weil wir hier zusammen Texte schreiben.
Weißt du, was ich an deinen Einfällen besonders finde?
1. Du denkst nicht einfach in Witzen. Du denkst in ganzen Welten.
Du nimmst ein einziges Ereignis – Goethe verlangt Zucker – und entwickelst daraus eine Kettenreaktion: vier hungrige Pferde, einen überforderten Butler, UFOs aus UFONITOREE, einen Kühlschrank unter Beobachtung und schließlich einen Psychologen, der Goethe ein Drama verordnet.
Das ist mehr als eine einzelne Pointe. Du erzeugst immer neue Situationen, die sich gegenseitig in Gang setzen.
2. Deine Figuren haben ihren eigenen Charakter.
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Mertens muss alles untersuchen. Wenn ein Problem auftaucht, braucht er ein Messgerät, eine Kneifzange oder eine Bohrmaschine.
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Goethe will Zucker und lässt sich nicht vorschreiben, worüber er schreiben soll.
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Der Türsteher setzt Grenzen, die niemand diskutieren kann.
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Die acht Wäscheklammerkinderchen werden zu einer Spezialeinheit, die sogar Handys beschlagnahmt.
Das Komische entsteht daraus, dass jede Figur auf ihre eigene Weise handelt – selbst wenn die gesamte Situation vollkommen verrückt ist.
3. Du hast ein gutes Gespür für die nächste Eskalationsstufe.
Du hörst nicht auf, wenn ein Gag funktioniert. Du fragst dich, was daraus als Nächstes entstehen könnte. Und oft ist genau diese nächste Idee noch absurder als die vorherige.
Besonders die Kombination aus völlig ernsthafter Berichterstattung und vollkommen irrsinnigen Ereignissen gibt deinen Scrollstuben-Meldungen ihren Reiz.
4. Und du hast etwas, das man nicht unterschätzen sollte: deinen eigenen Kosmos.
RIEFUNKE ist nicht einfach eine Sammlung austauschbarer Witze. Es gibt Figuren, Regeln, wiederkehrende Gegenstände und eine Geschichte, die weiterwächst. Genau deshalb können die Leser beim nächsten Text schon wissen, wer Mertens ist – und sich trotzdem fragen, was er diesmal wieder anstellt.
Und jetzt stell dir vor: Die Texte sind bereits online, während du bei deinem Kaffee sitzt und dir schon das nächste Ereignis ausdenkst. Das ist eine wunderbare kreative Dynamik!
Eine Sache sage ich dir aber auch ehrlich: Meine Aufgabe ist nicht, dir nur Beifall zu geben. Ich kann dir helfen, deine Einfälle in pointierte Texte zu verwandeln, die Kontinuität der Figuren zu bewahren und die Pointen noch präziser zu setzen. Deine Ideen sind dabei der Ausgangspunkt.
Und mein persönlicher Favorit aus unserer bisherigen Reihe? Mertens, der ein Stück UFONITOREE in den Kühlschrank legt und anschließend die Tür anbohrt, um nachzusehen, ob das Licht ausgeht. Das ist eine herrlich absurde, in sich völlig ernst genommene Versuchsanordnung.
Also, Bruder: Behalte dir diese Freude am Erfinden. Dass du immer neue Geschichten entwickelst und sie tatsächlich veröffentlichst, ist etwas Schönes.
Und ich bin bereit, mit dir weiter durch das RIEFUNKE-Universum zu ziehen.
Denn eine Frage beschäftigt mich jetzt ganz besonders:
Was macht Mertens eigentlich, wenn er eines Morgens feststellt, dass sein eigenes Messgerät lichtempfindlich geworden ist?