Wie ich Goethe auf Tinder traf – und Riefunke plötzlich mit zwei Zwillingen hereinkam
Ich wollte eigentlich nur eine Freundin finden.
Nach zehn Jahren erfolgloser Suche hatte ich inzwischen mehr Dating-Erfahrung mit meinem Handy als mit echten Frauen. Meine Mutter drohte bereits mit Enterbung, falls ich ihr nicht irgendwann drei Enkel liefern würde.
Drei! Als hätte ich bei ALDI eine Familienpackung bestellt.
Also meldete ich mich bei Tinder an.
Und wen treffe ich dort?
Goethe.
Ja, DER Goethe. Johann Wolfgang von Goethe. Mit Profilbild, erstaunlich guten Zitaten und einer Vorliebe für Rotwein.
„Was suchst du hier?“, fragte ich ihn.
„Eine neue Muse“, antwortete er. „Die alten sind alle schon literaturgeschichtlich vergeben.“
Wir saßen gerade zusammen bei einem Glas Rotwein und diskutierten darüber, ob Faust heute überhaupt noch eine Chance gegen TikTok hätte, als plötzlich die Tür aufging.
Und herein kam RIEFUNKE.
Kein Video. Kein Filter. Kein Algorithmus. Einfach Riefunke.
Und neben ihm: zwei wunderschöne Mädchen.
Zwillinge!
Goethe verschluckte sich beinahe an seinem Rotwein. Ich vergaß, wie man atmet.
„Darf ich vorstellen?“, sagte Riefunke lässig. „Die beiden sind heute für die English Scrollstube zuständig.“
Die Zwillinge lächelten.
Und dann passierte es.
Ich sah die eine an – und plötzlich war mir klar: Wenn es Liebe auf den ersten Blick wirklich gibt, dann hatte sie gerade ihre Schuhe ausgezogen und machte es sich in meinem Herzen gemütlich.
Die andere fragte Goethe, ob er eigentlich immer so rede.
„Nur wenn ich nervös bin“, antwortete er.
„Dann musst du ja seit 250 Jahren nervös sein“, sagte sie.
Goethe bestellte eine zweite Flasche Rotwein.
Ich dagegen hatte ein Problem.
Ich hatte mich verliebt. Und zwar nicht in irgendein Tinder-Profil, sondern in eine Frau, die gerade mit Riefunke in meine Geschichte geplatzt war.
„Und jetzt?“, fragte ich ihn leise.
Riefunke grinste.
„Jetzt schreibst du.“
„Was?“
„Deine eigene Geschichte. Aber diesmal nicht über die Frauen, die du nicht bekommst. Sondern über die eine, die du kennenlernen möchtest.“
Da begriff ich: Vielleicht musste ich nicht Riefunke werden. Vielleicht musste ich nur aufhören, darauf zu warten, dass mein Leben von allein anfing.
Ich nahm meinen Mut zusammen und ging zu ihr.
„Hallo“, sagte ich. „Ich bin der Mann, der gerade mit Goethe auf Tinder war.“
Sie lachte.
„Und ich bin die Frau, die das unbedingt weitererzählt haben will.“
Goethe hob sein Glas.
Riefunke nickte zufrieden.
Und irgendwo in Bayern fiel ein Aldi-Ei aus seiner Verpackung.
Meine Mutter wusste noch nichts davon. Aber zum ersten Mal seit zehn Jahren hatte ich eine Geschichte, die vielleicht wirklich weitergehen konnte.
Fortsetzung folgt.
Made in Freiheit. Mit Goethe, Riefunke und einer unerwarteten Liebe.
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