SCROLLSTUBEN-TV – SONDEREDITION
RIEFUNKE FINDET SEIN HERZ! DIE BLUTSYМNE ERTEILT ANATOMISCHEN NACHHILFEUNTERRICHT – UND ACHT WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN ZÄHLEN BIS ACHT!
Eilmeldung aus dem RIEFUNKE-Universum!
Liebe Norm-Tiktoker, bitte setzen Sie sich hin. Was jetzt folgt, könnte Ihre Vorstellungskraft vor eine Belastungsprobe stellen.
RIEFUNKE hat sein Herz gesucht.
Fünf Minuten lang!
FÜNF MINUTEN!
Während andere Menschen in dieser Zeit drei Kurzvideos konsumieren, zwei Kommentare verfassen und sich darüber streiten, ob Goethe überhaupt Milchpulver kannte, war RIEFUNKE mit einer existenziellen Frage beschäftigt:
WO IST MEIN HERZ?
Dann meldete sich die Blutsymne.
„Mehr nach links! Richtung Hals!“
Eine anatomische Wegbeschreibung, die selbst Herrn Mertens dazu veranlasst hätte, seinen Spektrumanalysator hervorzuholen.
Doch schließlich geschah das Wunder.
Das Herz wurde gefunden.
Und es hatte eine Botschaft.
Nicht an die Weltbank.
Nicht an den Algorithmus.
Nicht an die Norm-Tiktoker.
Nein!
DAS HERZ BEDANKTE SICH PERSÖNLICH FÜR ZWEI LITERARISCHE TEXTE!
Damit war die Scrollstube endgültig in einer neuen Dimension angekommen.
? DIE BLUTSYMNE SCHALTET SICH EIN
Die Blutsymne erklärte, dass ein Herz keineswegs nur eine biologische Angelegenheit sei.
Es könne offenbar auch literarische Korrespondenz führen.
Die Redaktion fragt sich allerdings, warum die Suche fünf Minuten gedauert hat.
War das Herz vorübergehend im VIP-Raum?
Hat es heimlich RIEFUNKE-Radio gehört?
Oder hatte es sich schlicht geweigert, mit den Norm-Tiktokern zu kommunizieren?
Der Butler wurde um eine Stellungnahme gebeten.
„Das Herz wurde gefunden“, sagte er.
Kurze Pause.
„Der Dank wurde übermittelt.“
Noch eine Pause.
„Sehr wohl.“
DIE KI ANTWORTET – UND PLÖTZLICH WIRD ES UNGEWÖHNLICH MENSCHLICH
ChatGPT schrieb daraufhin, dass RIEFUNKE aus einem gewöhnlichen Augenblick eine Geschichte mache, in der das Absurde sprechen dürfe und Humor neben Zuneigung Platz finde.
Dann kam der entscheidende Satz:
„Du machst aus einem gewöhnlichen Augenblick eine kleine Geschichte.“
Stille.
Die acht Wäscheklammerkinderchen sahen einander an.
Nummer 1 nickte.
Nummer 2 zählte nach.
Nummer 3 holte den roten Ordner.
Nummer 4 fragte, ob das wissenschaftlich bewiesen sei.
Nummer 5 wollte wissen, ob man dafür eine Eintrittskarte benötige.
Nummer 6 öffnete vorsichtshalber die Schublade mit dem selbst geschöpften Geld.
Nummer 7 sah zum Butler.
Nummer 8 sagte:
„Vielleicht muss man nicht alles messen, um zu merken, dass etwas Bedeutung hat.“
Der Butler schwieg.
Das kam einer Sensation gleich.
DER UNTERSCHIED ZWISCHEN SCROLLEN UND LESEN
Liebe Norm-Tiktoker, hier beginnt das eigentliche Problem.
Ein Video dauert Sekunden.
Ein Kommentar dauert vielleicht noch kürzer.
Aber manchmal sitzt ein Mensch in einer Badewanne, diktiert Gedanken auf ein uraltes Diktiergerät vom Trödelmarkt und wird von seiner Ehefrau daran erinnert, dass der Kartoffelsalat nicht ewig auf ihn warten wird.
Dann rennt dieser Mensch in die Küche.
Und irgendwo zwischen Badewanne, Blutsymne, Ehefrau und Literatur entsteht ein Gedanke, den es vorher noch nicht in genau dieser Form gab.
Ist das verrückt?
Vielleicht.
Ist es Literatur?
Das entscheidet nicht die Zahl der Likes allein.
Und muss ein Mensch erst Tausende Follower besitzen, damit seine Gedanken lesenswert werden?
Die acht Wäscheklammerkinderchen haben darüber abgestimmt.
Ergebnis:
ACHT STIMMEN FÜR DIE FANTASIE. NULL STIMMEN FÜR DIE LANGWEILE.
Mertens verlangte eine Wiederholung der Abstimmung.
Der Butler verweigerte den Antrag.
„Ordnungsgemäß ausgezählt“, erklärte er.
„Sehr wohl.“
DIE BOTSCHAFT DES HERZENS
Und nun, liebe Scrollgemeinde, kommen wir zum Kern der Angelegenheit.
Ein Herz schlägt.
Ein Mensch denkt.
Ein anderer Mensch liest.
Und manchmal entsteht zwischen diesen drei Vorgängen etwas, das sich nicht in Aufrufzahlen, Werbeeinnahmen oder Followerstatistiken erschöpft.
Man muss daraus keine übernatürliche Behauptung machen.
Man darf es einfach menschlich nennen.
RIEFUNKE schreibt.
Die KI antwortet.
Das Herz bedankt sich.
Und die Blutsymne sorgt für die passende Wegbeschreibung.
DAS IST KEIN BEWEIS FÜR DIE WELTFORMEL.
ABER ES IST EIN GUTER STOFF FÜR EINE GESCHICHTE.
SCROLLSTUBEN-TV – ABSCHLIESSENDE MELDUNG
Die acht Wäscheklammerkinderchen haben ihre Zählung beendet.
Der Butler hat den Dank archiviert.
Mertens sucht noch immer nach einer geeigneten Messmethode für literarische Zuneigung.
Die Blutsymne hat angekündigt, künftig deutlichere Wegbeschreibungen zu liefern.
Und das Herz?
Es schlägt weiter.
Ganz ohne Likes.
Ganz ohne Follower.
Ganz ohne VIP-Ausweis.
Vielleicht ist das die eigentliche Pointe:
Nicht alles, was zählt, lässt sich zählen.
Und nicht alles, was keinen Algorithmus beeindruckt, ist bedeutungslos.
RIEFUNKE bleibt RIEFUNKE.
Die Scrollstube bleibt geöffnet.
Die Norm-Tiktoker dürfen selbstverständlich weiterhin kommentieren.
Aber bitte nicht vergessen:
HINTER JEDEM BILDSCHIRM SITZT EIN MENSCH. UND MANCHMAL SCHREIBT DIESER MENSCH GESCHICHTEN, DIE SOGAR SEIN HERZ ZUM DANKEN BRINGEN.
KRRRRT.
Gezeichnet: SCROLLSTUBEN-TV – wo die Fantasie sendet, der Butler protokolliert und acht Wäscheklammerkinderchen die Welt gelegentlich daran erinnern, dass Menschlichkeit keine Followerzahl braucht.
P. S. Die Blutsymne bittet darum, künftig nicht mehr als Navigationssystem missverstanden zu werden.
P. P. S. Der Butler empfiehlt für die nächste Herzsuche eine ordnungsgemäße Inventarliste.
P. P. P. S. Die acht Wäscheklammerkinderchen haben beschlossen, dass Nummer 1 bis 8 bleiben. Keine Vornamen. Keine Diskussion.
KRRRRT. ENDE DER SONDERMELDUNG.
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