SCROLLSTUBEN-TV – EILMELDUNG AUS DER ENGLISH SCROLLSTUBE
ZUCKERKONVOI FÜR GOETHE! MÖHREN ERHALTEN SONDERGENEHMIGUNG – HANDYS IM DICHTERZELT ENTSORGT!
Der Türsteher macht dicht: Lebensmittel willkommen, Norm-Tiktoker mit Kameras unerwünscht!
Guten Morgen, liebe Scrollgemeinde!
Die Lage rund um Goethes Notzelt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem der Dichter mit seinem nächtlichen Jammergesang mehrere UFOs angelockt und damit die Untersuchungen zum lichtempfindlichen UFONITOREE ausgelöst hatte, formiert sich nun eine unerwartete Hilfsbewegung.
Mehrere Standard-Tiktoker haben ihre Rücksäcke gepackt.
Doch statt Ersatzakkus, Selfiesticks und Kameradrohnen führen sie diesmal etwas mit, das in der gegenwärtigen Krise tatsächlich von Nutzen sein könnte: Zucker für Goethe und Möhren für seine vier Pferde!
Die Redaktion fragt: Erleben wir hier den Beginn einer humanitären Versorgungsoffensive – oder den ersten dokumentierten Fall, in dem ein Dichter mehr Zuckerhilfe erhält als eine ganze Krisenregion?
1. Der Möhren-Zucker-Konvoi rückt an!
Schon in den frühen Morgenstunden näherten sich die ersten Standard-Tiktoker dem abgesperrten Gelände der English Scrollstube.
Die Rücksäcke waren gut gefüllt. In einigen befanden sich Möhren, in anderen Zuckerpäckchen. Ein besonders engagierter Teilnehmer soll sogar versucht haben, beides nach Gewicht auszubalancieren, um die Pferdeversorgung nicht durch eine einseitige Zuckerlast zu gefährden.
Goethes vier Pferde sollen die Annäherung der Möhrenlieferung bemerkt haben.
Ob sie tatsächlich wieherten oder lediglich auf eine Mahlzeit hofften, konnte unsere Redaktion nicht abschließend feststellen.
Aus dem Notzelt drang unterdessen eine vertraute Stimme:
„Zucker! Wo bleibt der Zucker?“
Der Dichter hatte offenbar von der Hilfsaktion erfahren.
Die Möhren waren ihm zunächst gleichgültig.
2. Der Türsteher sperrt das Gelände weiträumig ab!
Der bärtige Türsteher reagierte auf den Ansturm mit einer Maßnahme von bemerkenswerter Konsequenz.
Er ließ das Gelände weiträumig absperren.
Seine Einlassbestimmungen waren eindeutig:
Möhren dürfen hinein. Zucker darf hinein. Norm-Tiktoker mit Kameras dürfen draußen bleiben.
Damit war die Lage zunächst geklärt.
Die Lebensmittel erhielten gewissermaßen eine diplomatische Sonderstellung, während ihre menschlichen Begleiter an der Absperrung zurückblieben.
Ein Norm-Tiktoker soll darauf hingewiesen haben, dass er die Möhren schließlich persönlich mitgebracht habe.
Der Türsteher sah ihn an.
„Heute nicht.“
Der Mann fragte, ob er wenigstens ein Foto von der Übergabe machen dürfe.
Der Türsteher wiederholte seine Antwort.
„Heute nicht.“
Die Redaktion stellt fest: Die Möhren verfügten zu diesem Zeitpunkt über bessere Einreisemöglichkeiten als ihre Besitzer.
3. Blitzlichtalarm! Die acht Wäscheklammerkinderchen greifen durch!
Trotz der Absperrung versuchten einige Norm-Tiktoker, ihre Kameras auf das Geschehen auszurichten.
Sie wollten dokumentieren, wie der Zucker und die Möhren in die English Scrollstube gelangten. Einige Geräte verfügten über automatische Blitzfunktionen, andere über besonders helle Videoleuchten.
Angesichts der jüngsten UFONITOREE-Vorfälle war dies eine denkbar ungünstige Entwicklung.
Schließlich war bekannt, dass der neuartige Werkstoff extrem lichtempfindlich ist und Mertens bereits umfangreiche Schutzmaßnahmen angeordnet hatte.
Die acht Wäscheklammerkinderchen erkannten offenbar sofort die Gefahr.
Sie rückten aus.
In einer koordinierten Aktion sammelten sie die Handys der anwesenden Norm-Tiktoker ein. Gerät für Gerät verschwand in ihren Händen.
Die Betroffenen protestierten. Einer erklärte, sein Handy sei nicht einmal eingeschaltet gewesen.
Das Kindchen soll geantwortet haben, dass ein ausgeschaltetes Handy immer noch ein Handy sei.
Über die wissenschaftliche Grundlage dieser Argumentation wird noch beraten.
Fest steht: Die Handys wurden eingesammelt und anschließend in Goethes Notzelt geworfen.
Damit war die Blitzlichtgefahr zumindest vorübergehend beseitigt.
4. Goethe entdeckt den modernen Elektroschrott!
Im Inneren des Notzeltes hatte sich inzwischen ein beträchtlicher Haufen moderner Kommunikationsgeräte angesammelt.
Goethe betrachtete die Mobiltelefone mit wachsendem Unverständnis.
Er nahm offenbar eines der Geräte in die Hand, drehte es um und musterte die glatte Oberfläche.
Ob er nach einem Knopf für die Zuckerbestellung suchte oder lediglich herausfinden wollte, ob das Objekt zu den literarisch anerkannten Schreibgeräten gehörte, ist nicht überliefert.
Dann erhob er die Stimme:
„Was soll ich mit diesem modernen Gerümpel? Zucker her!“
Ein Satz, der nach Einschätzung unserer Redaktion bereits jetzt das Potenzial besitzt, in die Geschichte der English Scrollstube einzugehen.
Goethe wollte weder telefonieren noch fotografieren noch eine Nachricht verschicken.
Er wollte Zucker.
Die Mobiltelefone lagen derweil auf dem Zeltboden und warteten auf eine Verwendung, die ihrer technischen Leistungsfähigkeit möglicherweise nicht gerecht werden würde.
Der Dichter soll anschließend gefragt haben, ob man aus einem dieser Geräte wenigstens einen Zuckerspender bauen könne.
Eine Antwort blieb aus.
5. Mertens prüft die Lage – neue Forschungsfragen entstehen!
Herr Mertens wurde über die Handyansammlung im Notzelt informiert.
Er erschien mit seinem Messgerät und betrachtete die Situation.
Acht Wäscheklammerkinderchen hatten zahlreiche Handys eingesammelt, ein Dichter verlangte Zucker, vier Pferde warteten auf Möhren und ein Türsteher verhinderte den Zutritt von Norm-Tiktokern mit Kameras.
Mertens soll die Geräte zunächst gezählt haben.
Danach betrachtete er die Zeltplane und anschließend den Eingang.
„Richtig!“, sagte er.
Was genau er damit bestätigte, blieb offen.
Möglicherweise erwog er, ob die Mobiltelefone selbst auf Lichtempfindlichkeit untersucht werden sollten. Vielleicht wollte er auch feststellen, ob sich die Geräte im Notzelt zu einer neuen Form des technischen Sammelphänomens zusammengeschlossen hatten.
Die Redaktion konnte nicht klären, ob Mertens bereits nach seiner Bohrmaschine gefragt hat.
Wir halten es allerdings für ratsam, den Kühlschrank vorerst außer Reichweite zu bringen.
6. Die Pferdeversorgung läuft – Goethe wartet auf seine Ration!
Während die technischen Fragen ungelöst blieben, wurde die Lebensmittelversorgung fortgesetzt.
Die Möhren gelangten zu den vier Pferden. Der Zucker wurde für Goethe bereitgestellt.
Damit war wenigstens eine unmittelbare Krise entschärft.
Ob die Pferde ihre Ration als ausreichende Wiedergutmachung für die nächtlichen Gesangsveranstaltungen betrachteten, ist nicht bekannt.
Goethe hingegen schien seine Prioritäten klar geordnet zu haben.
Zuerst der Zucker.
Dann vielleicht die Frage, warum plötzlich so viele Handys in seinem Zelt lagen.
Und irgendwann später möglicherweise wieder die Literatur.
Aus dem Inneren war jedenfalls keine unmittelbare Wiederaufnahme des Jammergesangs zu vernehmen.
Die Redaktion wagt deshalb eine vorsichtige Prognose: Solange die Zuckerversorgung gewährleistet bleibt, könnte sich die akustische Situation vorübergehend beruhigen.
Eine Garantie dafür übernimmt niemand.
Kommentar der Scrollstuben-Redaktion
Liebe Scrollgemeinde, wir erleben eine bemerkenswerte Neuordnung der Verhältnisse.
Möhren und Zucker genießen freies Geleit in die English Scrollstube. Norm-Tiktoker mit Kameras werden vom Türsteher abgewiesen. Die acht Wäscheklammerkinderchen sammeln sämtliche Handys ein und befördern sie in Goethes Notzelt.
Dort trifft modernste Kommunikationstechnik auf einen Dichter, der mit all dem nichts anfangen kann.
Seine Forderung bleibt eindeutig:
„Was soll ich mit diesem modernen Gerümpel? Zucker her!“
Die Pferde fressen. Goethe wartet. Der Türsteher bewacht die Absperrung. Die acht Kindchen haben die Handys eingesammelt.
Und Mertens?
Mertens untersucht vermutlich bereits, ob ein Mobiltelefon unter einer Plane weniger Licht erzeugt als ein UFO aus UFONITOREE.
SCROLLSTUBEN-TV bleibt vor Ort.
Der Zucker ist angekommen. Die Möhren sind verteilt. Die Kameras bleiben draußen.
Und Goethes Notzelt ist inzwischen der einzige Ort der English Scrollstube, an dem sich zahlreiche Mobiltelefone befinden, ohne dass irgendjemand damit telefonieren möchte.
Ende der Eilmeldung.