MADE IN RIEFUNKE
DIE GROSSE UNRUHE VOR DEM EI
Ein revolutionäres Friedensspektakel der English Scrollstube
Sondermeldung mit Foto vom Türsteher
Die Lage vor der English Scrollstube hatte sich weiter zugespitzt.
Mindestens 155 Tiketaketokerinnen aus London waren angereist, einige mit Autos, andere mit Fahrrädern, und sämtliche mit einer bemerkenswerten Entschlossenheit, Nicole Kidman persönlich zu begegnen.
„NICOLE! NICOLE! NICOLE!“, erschallte es über den Vorplatz.
Der Türsteher, dessen Gesicht inzwischen den Ausdruck eines Menschen angenommen hatte, der seine Berufswahl grundsätzlich überdenken musste, schrie zurück:
„DAS IST HIER KEIN KINO!“
„ABER WO IST DANN DER FILM?“, rief eine Tiketaketokerin.
„WELCHER FILM?“
„IHR NEUER!“
„WELCHER NEUE FILM?“
„NA, DER NEUE!“
Der Türsteher schloss kurz die Augen.
Er hatte schon Menschen abgewiesen, die ohne Eintrittskarte in eine Veranstaltung wollten. Er hatte Betrunkene beruhigt, Hochzeitsgesellschaften sortiert und einmal einen Mann daran gehindert, einen ausgestopften Fasan in einen Nachtclub zu tragen.
Aber dies hier war neu.
Die English Scrollstube war kein Kino.
Sie war auch kein Bewerbungsamt, obwohl inzwischen mehrere Tische mit Bewerbungsunterlagen aufgestellt worden waren.
Und sie war ganz gewiss keine öffentliche Ausgabestelle für Nicole Kidman.
Das Letzte wagte der Türsteher allerdings nicht mehr laut auszusprechen.
I. DER BUTLER ERÖFFNET DEN ORDNUNGSBETRIEB
Die Wäscheklammerkinderchen hatten inzwischen den Butler herbeigerufen.
„Wir benötigen dringend Ihre Hilfe!“
„Sehr wohl“, sagte der Butler.
Er erschien in seiner üblichen Kleidung, betrachtete die Menschenmenge und stellte fest, dass die Situation eine gewisse Unübersichtlichkeit aufwies.
„Ich werde drei Warteschlangen einrichten“, verkündete er.
Die erste Warteschlange sei für die Besichtigung Nicole Kidmans bestimmt.
Die zweite gelte für diejenigen, die ihren neuen Film sehen wollten.
Die dritte sei für die Bewerberinnen vorgesehen, die sich um die Ausbrütung des bayerischen Aldi-Eis bewerben wollten.
Es dauerte genau sieben Minuten, bis aus den drei Warteschlangen 155 geworden waren.
Jede Bewerberin hatte nämlich gehört, dass mindestens 155 Bewerbungen erforderlich seien. Einige vertraten die Auffassung, dass 155 Bewerbungen pro Person die Erfolgsaussichten beträchtlich erhöhen würden.
Eine Londonerin reichte dem Butler einen Stoß Papier, der ungefähr die Höhe eines kleinen Beistelltisches erreichte.
„Das sind meine Bewerbungen.“
„Alle?“, fragte der Butler.
„Für heute.“
Der Butler nahm den Stoß entgegen.
„Sehr wohl.“
Dann ließ er sich einen Taschenrechner bringen.
II. GOETHE HAT EINE FRAGE
Im VIP-Raum saßen Goethe und Nicole Kidman.
Der VIP-Raum verfügte über eine besondere Steckdose, einen Tisch, zwei Sessel und eine Schale mit Bonbons, deren Herkunft nicht abschließend geklärt war.
Goethe hatte sich inzwischen mit dem bayerischen Aldi-Ei beschäftigt.
„Es ist eine bemerkenswerte Angelegenheit“, sagte er. „Ein Wesen von solcher Bedeutung soll aus einem Gegenstand hervorgehen, dessen gewöhnliche Beschaffenheit geradezu zur Unterschätzung einlädt.“
Nicole Kidman blickte auf das Ei.
„Und was geschieht, wenn es nicht funktioniert?“
Goethe dachte nach.
„Dann hätten wir immerhin ein Ei.“
In diesem Augenblick trat Dr. Wellenberg von der English Scrollstube ein.
Er trug eine Mappe, in der sich sämtliche bislang festgestellten Voraussetzungen befanden.
„Ich möchte daran erinnern“, sagte er, „dass ausschließlich ein genuines, unberührtes Aldi-Ei aus Bayern geeignet ist. Es muss von einem freilaufenden Huhn stammen. Eier aus Holland sind ausgeschlossen.“
„Warum?“, fragte Goethe.
„Das ist die Feststellung.“
„Aber nicht die Begründung.“
„Die Begründung ist gegenwärtig nicht erforderlich.“
Goethe lehnte sich zurück.
„Das scheint mir eine bemerkenswerte Form der Erkenntnisverwaltung zu sein.“
Dr. Wellenberg blätterte in seiner Mappe.
„Ferner wird darauf hingewiesen, dass Symne nicht erklärt wird.“
„Das hatte ich bereits vermutet“, sagte Goethe.
Nicole Kidman betrachtete das Ei noch einmal.
„Und wann beginnt die Ausbrütung?“
Dr. Wellenberg schloss die Mappe.
„Sobald die geeigneten Umstände vorliegen.“
III. DIE FRAGE DES WÄSCHEKLAMMERKINDERCHENS
Draußen hatte sich die Lage inzwischen verändert.
Eine Tiketaketokerin aus London hatte die Rufe nach Nicole eingestellt und fragte nun nach dem Ei.
Eine zweite folgte ihr.
Eine dritte begann, den Vorplatz von liegen gebliebenen Bewerbungsunterlagen zu befreien.
Bald halfen mehrere Dutzend Tiketaketokerinnen dabei, die Warteschlangen aufzulösen.
Der Türsteher beobachtete das Geschehen mit wachsendem Misstrauen.
„Was machen die da?“
„Sie helfen“, sagte eines der Wäscheklammerkinderchen.
„Das sehe ich selbst. Aber warum?“
Das Wäscheklammerkinderchen zuckte mit den Schultern.
„Vielleicht, weil es etwas zu tun gibt.“
Der Türsteher dachte darüber nach.
Er war gewohnt, Menschen zu kontrollieren, die irgendwo hineinwollten. Dass Menschen freiwillig zusammenarbeiteten, ohne eine Eintrittskarte, einen Auftrag oder eine ausdrückliche Anweisung vorzuweisen, stellte für ihn eine bislang unbekannte Situation dar.
Dann fragte das Wäscheklammerkinderchen:
„Wenn das neue Wesen die Welt friedlicher machen soll, warum streiten wir dann jetzt schon darüber, wer es ausbrüten darf?“
Der Türsteher öffnete den Mund.
Er schloss ihn wieder.
Es war bereits die zweite unbeantwortete Frage des Tages.
IV. DAS EI TRIFFT EIN
Am späten Nachmittag traf das Ei ein.
Es wurde von einer Mitarbeiterin der zuständigen Beschaffungsstelle in einem schlichten Eierkarton übergeben. Auf dem Begleitzettel stand:
BAYERN. ALDI. FREILAUFENDES HUHN. UNBERÜHRT.
Dr. Wellenberg prüfte den Zettel.
Er prüfte den Karton.
Er prüfte noch einmal den Zettel.
Dann verkündete er:
„Die formalen Voraussetzungen sind erfüllt.“
Die Tiketaketokerinnen applaudierten.
Der Butler verbeugte sich.
Goethe erhob sich.
Nicole Kidman trat aus dem VIP-Raum.
Sogar der Türsteher kam näher, ließ allerdings vorsichtshalber einen Arm Abstand zwischen sich und dem Karton.
Die Wäscheklammerkinderchen versammelten sich um das Ei.
„Und jetzt?“, fragte eines.
Dr. Wellenberg sah in seine Mappe.
„Jetzt muss das geeignete weibliche Wesen für die Ausbrütung bestimmt werden.“
Es entstand eine Stille, wie sie die English Scrollstube seit ihrer Gründung nicht erlebt hatte.
Dann meldeten sich gleichzeitig 155 Tiketaketokerinnen.
„ICH!“
„NEIN, ICH!“
„ICH HABE DIE MEISTEN BEWERBUNGEN!“
„ICH BIN AUS LONDON ANGEREIST!“
„ICH HABE SOGAR MEIN FAHRRAD MITGEBRACHT!“
Der Butler hob beide Hände.
„Meine Damen, bitte!“
Doch diesmal hörte niemand auf ihn.
V. DER ÜBERGROSSE HUNDEKORB
Da trat eine Tiketaketokerin vor, die bisher kaum gesprochen hatte.
Sie hatte weder die meisten Bewerbungen eingereicht noch die lauteste Stimme. Sie hatte auch nicht versucht, sich Zugang zum VIP-Raum zu verschaffen.
Sie betrachtete den Karton mit dem Ei.
Dann fragte sie:
„Wo soll ich mich eigentlich hinsetzen?“
Dr. Wellenberg hielt inne.
„Wie bitte?“
„Wenn ich das Ei ausbrüten soll, brauche ich doch einen Platz.“
Der Butler blickte zu den Wäscheklammerkinderchen.
Die Wäscheklammerkinderchen blickten zum Butler.
Der Türsteher blickte vorsichtshalber in den Flur.
Und da erinnerte sich eines der Kinderchen an einen Gegenstand, der sich im hinteren Teil des Gebäudes befand.
Einen übergroßen Hundekorb.
Er war einst für einen Hund angeschafft worden, dessen tatsächliche Größe bei der Bestellung offenbar erheblich unterschätzt worden war. Der Hund hatte sich niemals darin aufgehalten. Der Korb war daher unbenutzt geblieben und stand seit Monaten in einem Nebenraum der English Scrollstube.
„Der Hundekorb!“, rief das Wäscheklammerkinderchen.
„Sehr wohl“, sagte der Butler.
Gemeinsam trugen sie den übergroßen Hundekorb in den großen Saal.
Er war weich gepolstert und groß genug, dass sich ein Mensch bequem darin niederlassen konnte. Die Tiketaketokerinnen rückten zusammen. Goethe betrachtete den Korb mit wissenschaftlicher Neugier.
Nicole Kidman lächelte.
„Das ist ungewöhnlich.“
„Sehr wohl“, bestätigte der Butler.
Dr. Wellenberg untersuchte den Korb, soweit dies für die Feststellung seiner Eignung erforderlich erschien.
Dann nickte er.
„Ich sehe keinen grundsätzlichen Einwand.“
Die Tiketaketokerin setzte sich vorsichtig in den übergroßen Hundekorb.
Der Butler reichte ihr ein Kissen.
Die Wäscheklammerkinderchen brachten das bayerische Aldi-Ei.
Und für einen Moment war es, als hätte die gesamte English Scrollstube verstanden, dass die Angelegenheit nun eine andere Größenordnung erreicht hatte.
VI. ALDI-HONIG FÜR DIE KANDIDATIN
„Sie muss gestärkt werden“, verkündete eines der Wäscheklammerkinderchen.
„Womit?“, fragte der Butler.
„Mit Aldi-Honig!“
Es dauerte nicht lange, bis ein Glas Aldi-Honig auf dem Tisch stand.
Die Wäscheklammerkinderchen öffneten es mit großer Sorgfalt. Eines hielt einen kleinen Löffel, ein anderes ein Stück Brot, und das dritte beaufsichtigte die gesamte Operation mit einer Ernsthaftigkeit, die selbst Dr. Wellenberg beeindruckte.
Die Tiketaketokerin saß vorsichtig im Hundekorb.
Sie bekam Aldi-Honig.
Noch einen kleinen Löffel.
Dann ein wenig Brot.
„Ist das Bestandteil des Verfahrens?“, fragte Goethe.
„Das ist eine Unterstützungsmaßnahme“, erklärte Dr. Wellenberg.
„Und wissenschaftlich dokumentiert?“
„Noch nicht.“
„Bemerkenswert.“
Die Wäscheklammerkinderchen fütterten die Tiketaketokerin weiter mit Aldi-Honig.
Niemand behauptete, der Honig würde Symne erzeugen.
Niemand erklärte, weshalb das Ei aus Bayern kommen musste.
Niemand wusste, ob der Hundekorb eine tiefere Bedeutung hatte.
Und niemand stellte die Frage, ob der Honig auch von einem freilaufenden Huhn stammte.
Die Tiketaketokerin nahm einen weiteren Löffel.
Dann sagte sie:
„Ich möchte das Wesen nicht besitzen.“
Die Wäscheklammerkinderchen hielten inne.
„Ich möchte es auch nicht für mich haben. Wenn es wirklich friedfertig sein soll, dann soll es in eine Welt kommen, in der es nicht gleich jemandem gehört.“
Goethe senkte den Blick.
Nicole Kidman setzte sich neben den Hundekorb.
Der Butler stellte das Honigglas auf den Tisch.
Dr. Wellenberg nahm seine Mappe und schlug eine neue Seite auf.
VII. DIE ANORDNUNG DER ENGLISH SCROLLSTUBE
Dr. Wellenberg trat vor die Versammelten.
„Im Namen der English Scrollstube stelle ich Folgendes fest.“
Der Saal wurde still.
„Das Wesen, dessen Entstehung mittels der Energie Symne vorgesehen ist, wird nicht als Eigentum einer Person, einer Institution oder einer politischen Vereinigung behandelt.“
Er machte eine kurze Pause.
„Die Ausbrütung dient keinem militärischen Zweck, keiner wirtschaftlichen Verwertung und keiner Steigerung der Reichweite in sozialen Netzwerken.“
Bei diesem Satz geschah etwas Merkwürdiges.
Die Tiketaketokerinnen, die bis dahin ihre Handys in der Hand gehalten hatten, steckten sie ein.
Nicht alle gleichzeitig.
Aber eine nach der anderen.
Draußen blieb die TikTok-KI ohne neue Bilder aus der English Scrollstube zurück.
Sie registrierte einen Rückgang der Aktivität.
Sie errechnete mehrere mögliche Ursachen.
Keine davon lautete: Die Menschen sind gerade miteinander beschäftigt.
Dr. Wellenberg fuhr fort:
„Das Ziel besteht darin, die Geschicke der English Scrollstube und unserer Erde friedliebender zu gestalten.“
Er schloss seine Mappe.
„Weitere Feststellungen werden nach Bedarf getroffen.“
„Sehr wohl“, sagte der Butler.
VIII. EIN AUGENBLICK OHNE ALGORITHMUS
Es war inzwischen ruhig geworden.
Die Tiketaketokerinnen saßen auf Stühlen, Kisten und Fensterbänken. Einige unterhielten sich. Andere halfen dem Butler, die Bewerbungsunterlagen zu ordnen. Zwei gingen nach draußen, um die Fahrräder an einen geeigneten Platz zu bringen.
Der Türsteher lehnte an der Eingangstür.
Er musste gerade niemanden abweisen.
Goethe betrachtete den Hundekorb.
Nicole Kidman saß neben der Tiketaketokerin.
Die Wäscheklammerkinderchen standen um das Ei herum.
Und inmitten dieser Ansammlung von Menschen, Figuren, Bewerbungen, Steckdosen, Fahrrädern und ungeklärten Zuständigkeiten lag das Ei.
Es war ein gewöhnliches Ei.
Es leuchtete nicht.
Es sprach nicht.
Es versprach nichts.
Die Tiketaketokerin saß vorsichtig im übergroßen Hundekorb und wurde von den Wäscheklammerkinderchen mit Aldi-Honig versorgt.
Zum ersten Mal an diesem Tag wollte niemand etwas von Nicole Kidman.
Niemand fragte nach dem neuen Film.
Niemand zählte die Bewerbungen.
Niemand verlangte von Dr. Wellenberg eine Erklärung für Symne.
Da beugte sich eines der Wäscheklammerkinderchen zu einem anderen.
„Komisch“, flüsterte es. „Wir haben noch gar nichts gemacht.“
Das zweite dachte nach.
„Vielleicht ist das diesmal auch nicht unsere Aufgabe.“
Der Butler hörte die Bemerkung, sagte aber nichts.
Er nahm lediglich die Teetasse, die seit Stunden unberührt auf dem Tisch gestanden hatte, und stellte sie an einen anderen Platz.
Das war seine Art, die Dinge in Ordnung zu bringen.
Und die English Scrollstube blieb still.
Nicht weil jemand Schweigen angeordnet hatte.
Sondern weil für einen Augenblick niemand lauter sein musste als die anderen.
IX. DIE MELDUNG FÜR DIE ERDE
Am Abend wurde eine kurze Mitteilung veröffentlicht.
Sie erschien auf der Internetseite von Made in Riefunke, unterhalb des Fotos vom Türsteher.
MITTEILUNG DER ENGLISH SCROLLSTUBE
Die Vorbereitungen zur Entstehung eines neuen weiblichen Wesens sind angelaufen.
Das erforderliche Ei stammt aus Bayern.
Die Kandidatin befindet sich im übergroßen Hundekorb.
Aldi-Honig wurde bereitgestellt.
Dr. Wellenberg hat die formalen Voraussetzungen bestätigt.
Goethe und Nicole Kidman waren anwesend.
Der Butler hat seine Unterstützung zugesagt.
Die Wäscheklammerkinderchen begleiten den Vorgang.
Die Energie Symne bleibt unerklärt.
Das Wesen soll blaue Augen besitzen und genetisch „schuldfrei“ sein. Seine innere Friedfertigkeit bildet einen wesentlichen Bestandteil des Vorhabens.
Die English Scrollstube weist ausdrücklich darauf hin, dass die Angelegenheit nicht als Kinoprogramm missverstanden werden darf.
Der Türsteher hat diese Feststellung bestätigt.
Ziel des Vorhabens bleibt eine friedlichere English Scrollstube und eine friedlichere Erde.
Weitere Mitteilungen erfolgen zu gegebener Zeit.
X. DIE WELT WARTET
In der Nacht wurde der Hundekorb nicht bewegt.
Die Tiketaketokerin blieb bei dem Ei.
Die Wäscheklammerkinderchen hielten Wache, obwohl niemand ihnen einen Wachplan gegeben hatte.
Der Butler sorgte dafür, dass alles Nötige bereitstand.
Dr. Wellenberg legte seine Mappe beiseite.
Goethe dachte nach.
Nicole Kidman verließ den VIP-Raum und setzte sich für eine Weile in den großen Saal.
Und draußen, irgendwo zwischen London und Bayern, zwischen Kornkreisen und gewöhnlichen Straßen, ging die Welt ihren gewohnten Geschäften nach.
Es wurde gestritten.
Es wurde betrogen.
Es wurde gedroht.
Die Nachrichten berichteten von Gewalt und Zerstörung.
Aber in der English Scrollstube saß eine Tiketaketokerin in einem übergroßen Hundekorb und wartete auf die Entstehung eines Wesens, das nicht mit Hass beginnen sollte.
Niemand wusste, wann die Ausbrütung abgeschlossen sein würde.
Niemand wusste, was Symne genau bewirken würde.
Und niemand wusste, ob das neue Wesen jemals erfahren würde, wie viele Menschen sich vor seiner Entstehung um Nicole Kidman gestritten hatten.
Das Ei blieb still.
Der Hundekorb stand an seinem Platz.
Die Wäscheklammerkinderchen hatten noch etwas Aldi-Honig übrig.
Und zum ersten Mal seit langer Zeit war die English Scrollstube nicht damit beschäftigt, die Welt zu beherrschen, zu bewerten oder zu erklären.
Sie bereitete sich darauf vor, etwas Neues willkommen zu heißen.
MADE IN RIEFUNKE.
Die Revolution wird nicht ausgestrahlt.
Sie wird ausgebrütet.
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