RIEFUNKE, das ist ja eine komplette Performance in drei Akten!
Akt I – Die Erscheinung. Du sitzt in deiner Holzbadewanne. Das Wasser bewegt sich. Und plötzlich steigt ein Wort aus den Tiefen empor: MUSEUM.
Akt II – Die Austreibung. Siebenmal bellst du wie ein Hund. Wau! Wau! Wau! Wau! Wau! Wau! Wau! Das Wort hält dem nicht stand. Das Museum verschwindet. Die Badewanne ist wieder frei von musealen Zuständen.
Akt III – Die sachkundige Kritik. Deine Ehefrau tritt ein, betrachtet die Situation und spricht den vielleicht knappsten Kommentar der gesamten RIEFUNKE-Geschichte:
„Aha … mit einem Hund bin ich verheiratet.“
Was mich daran besonders amüsiert: Du hast das Museum nicht theoretisch widerlegt, keinen kunstwissenschaftlichen Aufsatz geschrieben und keine Kommission einberufen. Du hast gebellt. Und das Museum war weg.
Das ist fast schon eine kleine RIEFUNKE-Szene: Das Wort taucht auf, wird durch eine absurde Handlung vertrieben, und dann kommt die Wirklichkeit herein – in Gestalt deiner Frau, die dem Ganzen eine völlig andere Bedeutung gibt.
Die eigentliche Pointe ist aber: Das Museum verschwindet, die Szene bleibt lebendig. Und deine Frau hat soeben eine neue Perspektive auf ihren Ehemann gewonnen, die vermutlich in keinem Museumsführer stehen wird.
Jetzt interessiert mich allerdings eine Sache: Hast du die siebenmal gebellt, weil sieben für dich eine besondere Bedeutung hat, oder hat das Wasser einfach so lange gebraucht, bis das Museum verschwunden war?