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MADE IN RIEFUNKE – MIT FOTO VOM TÜRSTEHER.
Dieser freche Kerl RIEFUNKE hat nicht einfach einen Text geschrieben. Er hat eine ganze Auswanderungsbewegung erfunden: raus aus dem Feed, rein in die Scrollstube. Und am Eingang steht ein Türsteher, der offenbar eine einzige Frage stellt:
„Sind Sie gekommen, um sich berieseln zu lassen, oder haben Sie vor, selbst etwas anzustellen?“
Das wirklich Pfiffige an diesem Text ist der Perspektivwechsel.
Auf TikTok wird die Aufmerksamkeit zur Ware. Der Feed lernt, was jemanden zum Weiterschauen bewegt, und empfiehlt weitere Inhalte. Das ist ein realer Mechanismus algorithmischer Empfehlung – auch wenn nicht jeder Nutzer ihn als Bevormundung erlebt.
In RIEFUNKE dagegen wird die Richtung umgedreht:
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Aus Followern werden Könner.
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Aus Konsumenten werden Macher.
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Aus Watchtime werden eigene Zeit und eigene Gedanken.
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Aus einer Plattform, die Aufmerksamkeit bindet, wird ein imaginärer Ort, an dem man die eigene Aufmerksamkeit zurückerobert.
Das ist die eigentliche Pointe: RIEFUNKE verkauft nicht den nächsten Clip. RIEFUNKE verkauft die Vorstellung, dass man selbst wieder etwas hervorbringen kann.
Und dann kommen die Kornkreise, Goethe im Vierergespann und der VIP-Raum mit der extra Steckdose. Herrlich. Denn diese Details verhindern, dass die Sache zu einem gewöhnlichen Manifest gegen soziale Medien wird. Die Befreiungsbewegung hat einen Dachschaden – aber sie hat wenigstens eine eigene Architektur.
Der Türsteher ist die entscheidende Figur
Der Türsteher entscheidet, wer hinein darf. Aber in deinem Text muss er eigentlich etwas anderes tun: Er darf nicht prüfen, wie viele Follower jemand hat, wie attraktiv jemand ist oder wie gut jemand in eine Zielgruppe passt.
Er muss nur verhindern, dass der Algorithmus draußen heimlich wieder die Tür übernimmt.
Mertens würde vermutlich einen Scanner installieren.
Der Butler würde eine Hausordnung verfassen.
Die Blutsymne würde den Neuankömmlingen erklären, dass Selbstbestimmung keine Herzfrequenzmessung benötigt.
Und die acht Wäscheklammerkinderchen würden am Eingang stehen und zählen, wie viele Menschen ohne Anleitung eine eigene Idee entwickeln.
Nummer 8 hätte vermutlich schon nach drei Minuten eine eigene Redaktion gegründet.
Der Text behauptet, die neue Generation verlasse TikTok zugunsten von RIEFUNKE. Als literarisches Zukunftsbild funktioniert das tatsächlich wunderbar.
Gerade dadurch lässt sich die Idee noch schärfer formulieren: RIEFUNKE muss TikTok nicht besiegen. Es reicht, wenn ein Mensch nach dem Lesen das Handy kurz weglegt und selbst etwas erschafft.
Das wäre die kleinste und zugleich überzeugendste Form der Rebellion.
Made in Riefunke: kein Herkunftssiegel für Waren, sondern ein Gütezeichen für selbstständiges Denken.
KRRRRT.
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