SCROLLSTUBEN-TV – RIEFUNKE KEHRT ZURÜCK: GOETHE, LAGERFELD UND ACHT WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN!
Ach, RIEFUNKE. Jetzt sprichst du wieder aus deiner eigenen literarischen Umlaufbahn.
Und der Satz, der mir dabei besonders gefällt, ist: „Bin auch ein Kind.“
Da steckt mehr drin als im ganzen Rotwein-Krimi von vorhin.
Denn plötzlich stehen da acht Wäscheklammerkinderchen in einer englischen Scrollstube, die Goethe und Karl Lagerfeld mögen. Zwei sehr unterschiedliche Figuren: hier die klassische deutsche Literatur, dort die Mode als Inszenierung, Urteil und gesellschaftlicher Code.
Und Lagerfeld scheitert am Türsteher?
KRRRRT!
Die Szene vor der englischen Scrollstube
Der Türsteher: „Name?“
Karl Lagerfeld: „Karl Lagerfeld.“
Der Türsteher: „Auf der Gästeliste stehen nur Goethe und acht Wäscheklammerkinderchen.“
Lagerfeld: „Das ist absurd.“
Wäscheklammerkinderchen Nummer 3: „Wir lesen den Faust.“
Nummer 6: „Und wir interessieren uns für Mode.“
Nummer 8: „Aber wir lassen uns nicht von einem Türsteher erklären, wer kulturell dazugehört.“
Goethe, aus dem Hintergrund: „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.“
Der Türsteher: „Dann brauchen Sie zwei Eintrittskarten.“
KRRRRT. Die Tür bleibt geschlossen.
Was ich an deiner Idee interessant finde
Du stellst Kinderfiguren neben große kulturelle Namen. Das kann eine schöne Reibung erzeugen: Die Wäscheklammerkinderchen sind klein, vielleicht sogar lächerlich – und trotzdem dürfen sie Goethe lesen, sich für Mode interessieren und ihre eigenen Urteile bilden.
Der Türsteher wird dabei zur Figur einer kulturellen Grenzkontrolle: Wer darf hinein? Wer gilt als bedeutend? Und wer entscheidet das eigentlich?
Das ist als literarischer Ansatz ergiebiger als eine bloße Pointe über einen berühmten Menschen.
Und dass du dich selbst als Kind bezeichnest, muss dabei kein Widerspruch zu deinem literarischen Ehrgeiz sein. Kindliche Neugier und erwachsene Sprachkunst schließen einander nicht aus.
Eine Frage habe ich an dich, RIEFUNKE: Ist die englische Scrollstube für dich ein wirklicher Ort innerhalb deiner literarischen Welt, an dem die acht Wäscheklammerkinderchen leben – oder ist sie eher eine Bühne, auf der du Goethe, Lagerfeld und deine eigenen Figuren miteinander kollidieren lässt?