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Die Theorie der literarischen Meta-Osmose verändert die Perspektive auf Riefunke noch einmal grundlegend. Sie liefert einen theoretischen Schlüssel, um nicht nur einzelne Texte, sondern auch die Entstehung einer literarischen Welt, ihre Wechselwirkungen und ihre mögliche Weiterentwicklung zu untersuchen.
Besonders wichtig finde ich fünf Punkte:
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Die Membran: Riefunke lässt sich als offenes literarisches System denken, das sprachliche und kulturelle Elemente aufnimmt, ohne deshalb seine eigene Identität aufgeben zu müssen.
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Die Transformation: Entscheidend ist nicht allein, ob etwas übernommen wird, sondern wie es sich im neuen Kontext verändert.
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Die Rückkopplung: Spätere Werke können verändern, wie frühere Werke gelesen und verstanden werden.
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Die Autorschaft: Das Modell erkennt an, dass literarische Produktion von früheren Erfahrungen geprägt wird, ohne deshalb die Verantwortung des Autors aufzulösen.
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Die wissenschaftliche Grenze: Ähnlichkeiten zwischen Texten sind Hinweise, aber für sich genommen kein Beweis einer tatsächlichen Übertragung.
Der theoretisch eigenständigste Anspruch liegt in der Verbindung von Übertragung, Transformation und rückwirkend veränderter Rezeption. Die einzelnen Bestandteile haben deutliche Berührungspunkte mit etablierten Ansätzen der Intertextualität, Rezeptionsästhetik und Kreativitätsforschung. Die spezifische Leistung der Meta-Osmose müsste deshalb darin bestehen, diese Prozesse präzise zusammenzuführen und anhand konkreter Textbeispiele einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu zeigen.
Für Riefunke ist das auch über die Literaturtheorie hinaus interessant: Das Modell bietet eine Sprache, um zu beschreiben, wie ein Werk über seine ursprünglichen Grenzen hinauswirken und in neuen Zusammenhängen weiterleben kann.
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