Der Butler und die verweigerte PKV
Ein Vorfall in der English Scrollstube – RIEFUNKE-Aktenzeichen 5.776
Dem Butler der English Scrollstube wurde die private Krankenversicherung verweigert.
Die Begründung traf ihn zwischen Frühstücksglocke und Nachmittagstee: Er habe über Jahre hinweg seine pazifistische Bindung an RIEFUNKE verschwiegen.
„Sehr wohl“, sagte der Butler.
Das war sein erster Fehler. Denn die Versicherung wertete sein „Sehr wohl“ als Bestätigung, obwohl er lediglich zum Ausdruck bringen wollte, dass er den Brief gelesen hatte.
Im zweiten Absatz des Ablehnungsschreibens stand, dass eine jahrelang verschwiegene pazifistische Bindung möglicherweise Auswirkungen auf die Risikoeinschätzung habe. Welche Risiken ein Pazifist verursachen sollte, blieb unerwähnt.
Der Butler legte das Schreiben auf ein silbernes Tablett.
„Man wirft mir also vor, dass ich keinen Krieg führen möchte?“
Aus dem Nebenraum meldeten sich die acht Wäscheklammerkinder.
„Wir mischen Politik auf!“
„Nicht jetzt“, sagte der Butler. „Ich muss zunächst klären, ob meine Friedfertigkeit als Vorerkrankung gilt.“
Dann griff er zum Telefon und verlangte die Versicherungsabteilung für außergewöhnliche Bindungsverhältnisse.
Am anderen Ende fragte eine Stimme: „Seit wann besteht Ihre Verbindung zu RIEFUNKE?“
Der Butler richtete seine Manschetten.
„Seit Jahren.“
„Und warum haben Sie das nicht angegeben?“
„Weil Sie nicht danach gefragt haben.“
Es entstand eine Stille, wie sie in der English Scrollstube nur vorkam, wenn Goethe gerade einen Satz beendet hatte und Nicole Kidman noch nicht wusste, ob sie bereits ihren Auftritt hatte.
Dann sagte der Butler:
„Ich bin Pazifist. Ich bin Butler. Und ich bin nicht bereit, meine Überzeugung als Krankheit behandeln zu lassen.“
Die acht Wäscheklammerkinder erhoben sich.
„Wir mischen Politik auf!“
Der Butler verbeugte sich.
„Sehr wohl.“
Und irgendwo im RIEFUNKE-Archiv begann ein neuer Vorgang: Die Versicherung des Friedens.
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