WELTWEITE SONDERMELDUNG
DIE UNORDENTLICHEN STANDARD-TIKTOKER SAMMELN GELD FÜR GOETHES SOFA
Die TikTok-KI verweigert einen Kredit – der Butler lehnt jede Spende ab – Elon Musk wittert ein Geschäftsmodell
ENGLAND. ENGLISH SCROLLSTUBE. 11.38 UHR.
Die Lage eskaliert.
Nachdem ein Gerichtsvollzieher das Sofa des Johann Wolfgang von Goethe wegen einer unbezahlten Stromrechnung mit einer Pfändungsmarkierung versehen hatte, haben sich mehrere unordentliche Standard-Tiktoker zu einer spontanen Hilfsaktion zusammengeschlossen.
Ihr Ziel:
Ein neues Sofa für Goethe.
Ihre Methode:
Geld sammeln.
Ihr Problem:
Sie besitzen selbst kaum Geld, haben keine ordentliche Buchführung und wissen nicht, ob man für eine Spendenaktion überhaupt eine Genehmigung benötigt.
Ihr größtes Hindernis ist jedoch die TikTok-KI.
Diese hat inzwischen offiziell erklärt:
„Wir sind keine Bank.“
Damit begann die Krise.
DIE IDEE ENTSTEHT AUF EINEM UNAUFGERÄUMTEN SOFA
Die erste Versammlung fand in einem Zimmer statt, in dem drei leere Pizzakartons, sieben Ladekabel, eine Socke unbekannter Herkunft und ein halbvoller Becher Limonade auf dem Boden lagen.
Vier Standard-Tiktoker saßen auf einem alten Sofa.
Der fünfte stand.
Der sechste lag auf dem Teppich.
Der siebte suchte sein Mobiltelefon, obwohl er damit gerade ein Video aufnahm.
„Leute“, sagte der erste Standard-Tiktoker, „Goethe braucht ein neues Sofa.“
„Warum?“, fragte der zweite.
„Weil das alte gepfändet wurde.“
„Warum wurde es gepfändet?“
„Weil RIEFUNKE die Stromrechnung nicht bezahlt hat.“
„Warum hat RIEFUNKE die Stromrechnung nicht bezahlt?“
Der erste Standard-Tiktoker dachte nach.
„Weil die Website angeblich nur vier Besucher im Monat hat.“
Der siebte Standard-Tiktoker hob sein Mobiltelefon.
„Das ist doch unmöglich!“
„Warum?“
„Ich habe gestern selbst auf der Website nachgesehen.“
„Und?“
„Da war RIEFUNKE.“
„Das ist kein Beweis für Besucherzahlen.“
„Aber ein Beweis für die Existenz!“
Die Versammlung schwieg.
Dann sagte der sechste Standard-Tiktoker vom Teppich:
„Wir sammeln Geld.“
Alle nickten.
Niemand wusste, wie.
DIE GROSSE SOFA-SPENDENAKTION
Noch am selben Vormittag wurde eine Kampagne gestartet.
Der Titel lautete:
EIN SOFA FÜR GOETHE – DAMIT DIE DEUTSCHE LITERATUR NICHT AUF DEM BODEN SITZEN MUSS.
Das Spendenziel betrug 899 Euro.
Warum genau 899 Euro?
Weil der erste Standard-Tiktoker im Internet ein Sofa für 899 Euro gefunden hatte.
Der zweite wollte ein Sofa für 1.299 Euro.
Der dritte schlug ein gebrauchtes Sofa vor.
Der vierte wollte eines aus Samt.
Der fünfte verlangte eine Liegefunktion.
Der sechste sagte vom Teppich:
„Goethe braucht vor allem einen Platz zum Sitzen.“
Der siebte fragte:
„Kann man das Sofa auch abonnieren?“
Niemand antwortete.
Die Spendenaktion wurde veröffentlicht.
Nach sieben Minuten waren 14 Euro eingegangen.
Nach zwölf Minuten waren es 14,50 Euro.
Nach zwanzig Minuten waren es 14,50 Euro geblieben.
Der erste Standard-Tiktoker betrachtete die Statistik.
„Wir brauchen mehr Reichweite.“
Der zweite sagte:
„Wir brauchen mehr Geld.“
Der dritte ergänzte:
„Wir brauchen eine Bank.“
In diesem Augenblick erschien die TikTok-KI.
DIE TIKTOK-KI ERKLÄRT DIE LAGE
Auf dem Bildschirm erschien eine freundliche digitale Figur.
Sie lächelte.
„Hallo, Standard-Tiktoker. Wie kann ich euch helfen?“
Der erste Standard-Tiktoker erklärte die Situation.
Goethes Sofa sei gepfändet worden.
RIEFUNKE habe die Stromrechnung nicht bezahlt.
Die English Scrollstube befinde sich in einer finanziellen Ausnahmesituation.
Die acht Wäscheklammerkinderchen hätten bereits Limonade als Protestmittel eingesetzt.
Und nun brauche Goethe dringend ein neues Sofa.
Die TikTok-KI hörte zu.
Dann sagte sie:
„Wir sind keine Bank.“
Die Standard-Tiktoker sahen einander an.
„Wir wollen doch gar keinen Kredit“, erklärte der erste.
„Wir wollen nur Geld sammeln.“
„Wir sind keine Bank“, wiederholte die KI.
„Aber wir haben eine Spendenaktion.“
„Wir sind keine Bank.“
„Können wir wenigstens einen Spendenbutton bekommen?“
„Wir sind keine Bank.“
„Können Sie uns dann wenigstens erklären, wie wir das Geld verwalten sollen?“
Die KI lächelte.
„Bitte wenden Sie sich an eine geeignete Finanzinstitution.“
Der zweite Standard-Tiktoker flüsterte:
„Sie hat uns an eine Bank verwiesen.“
Der dritte nickte.
„Obwohl sie keine Bank ist.“
Der sechste Standard-Tiktoker richtete sich auf dem Teppich auf.
„Das ist das Labyrinth!“
Die KI beendete das Gespräch.
DER BUTLER VERWEIGERT DIE SPENDEN
Die Standard-Tiktoker beschlossen, die Spenden persönlich in der English Scrollstube zu übergeben.
Sie kamen mit einer Blechdose, einem Schuhkarton und einer Plastiktüte.
Auf der Blechdose stand:
GOETHES SOFA – BITTE GROSSZÜGIG SEIN.
Der bärtige Türsteher öffnete die Tür.
„Was wollen Sie?“
„Wir möchten Geld für Goethe abgeben.“
„Wie viel?“
Der erste Standard-Tiktoker blickte in die Dose.
„Vierzehn Euro und fünfzig Cent.“
Der Türsteher schwieg.
„Es ist ein Anfang“, ergänzte der zweite.
Der Türsteher ließ sie eintreten.
Im Wohnzimmer saß Goethe auf einem harten Holzstuhl.
Er trug einen ernsten Gesichtsausdruck.
Vor ihm stand ein Glas Wasser.
Neben ihm lag das gepfändete Sofa.
Der Gerichtsvollzieher hatte es vorläufig im Raum belassen, bis die Eigentumsverhältnisse abschließend geklärt waren.
„Herr Goethe!“, rief der erste Standard-Tiktoker. „Wir haben Geld für ein neues Sofa gesammelt!“
Goethe sah die Blechdose an.
„Wie viel?“
„Vierzehn Euro und fünfzig Cent.“
Goethe nickte.
„Das ist eine bemerkenswerte Summe.“
Der Butler trat hinzu.
„Ich muss leider darauf hinweisen, dass wir keine Spenden annehmen.“
Die Standard-Tiktoker erstarrten.
„Warum nicht?“
„Weil der Butler nichts annimmt.“
„Aber es ist doch für Goethe!“
„Der Butler nimmt nichts an.“
„Nicht einmal für ein Sofa?“
„Auch nicht für ein Sofa.“
Goethe erhob sich.
„Butler! Ich sitze auf einem Holzstuhl!“
„Das ist mir bekannt, Herr Goethe.“
„Mein Sofa ist gepfändet!“
„Auch das ist mir bekannt.“
„Und diese jungen Leute wollen helfen!“
„Das ist sehr freundlich von ihnen.“
„Dann nehmen Sie das Geld!“
Der Butler richtete seine Weste.
„Nein.“
Goethe setzte sich wieder.
Der erste Standard-Tiktoker schloss langsam die Blechdose.
„Wir sind gescheitert.“
Der sechste Standard-Tiktoker sagte:
„Noch nicht.“
WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN NR. 6 ENTWICKELT EINEN PLAN
Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 hatte die ganze Zeit schweigend zugehört.
Nun trat es vor.
„Wir könnten das Geld nicht dem Butler geben.“
Alle sahen es an.
„Sondern?“, fragte Goethe.
„Wir könnten das Sofa selbst kaufen.“
Der Butler hob eine Augenbraue.
„Und wohin soll es geliefert werden?“
„Hierher.“
„Wer bezahlt die Lieferung?“
Nr. 6 dachte nach.
„Die Standard-Tiktoker.“
Der erste Standard-Tiktoker schüttelte den Kopf.
„Wir haben nur vierzehn Euro und fünfzig Cent.“
„Dann kaufen wir ein gebrauchtes Sofa.“
Der zweite Standard-Tiktoker öffnete sofort eine Suchmaschine.
„Ich habe eines gefunden.“
„Wie teuer?“, fragte Goethe.
„Dreißig Euro.“
„Das ist zu viel“, sagte der erste.
„Es ist aber ein Sofa.“
„Wir könnten die fehlenden fünfzehn Euro und fünfzig Cent sammeln.“
Der dritte Standard-Tiktoker nickte.
„Ich kenne jemanden, der noch Pfandflaschen hat.“
Der vierte rief:
„Ich habe eine alte Lampe!“
Der fünfte ergänzte:
„Ich habe einen funktionierenden Toaster!“
Der sechste hob die Hand.
„Ich habe eine Socke.“
Alle blickten ihn an.
„Eine einzelne Socke?“
„Ja.“
Goethe schloss die Augen.
„Die Zivilisation ist am Ende.“
ELON MUSK ERKENNT EINE MARKTLÜCKE
Während die Standard-Tiktoker nach Pfandflaschen suchten, hatte Elon Musk von der Spendenaktion erfahren.
Er erschien mit einem Mitarbeiter vor der English Scrollstube.
„Ich habe eine Idee“, verkündete er.
Der Butler seufzte.
„Natürlich haben Sie eine Idee.“
Musk erklärte, er wolle eine digitale Plattform gründen, auf der Menschen für Möbel berühmter Schriftsteller spenden könnten.
Der Name der Plattform:
SOFA-X.
Das Geschäftsmodell sei einfach.
Jeder könne Geld einzahlen.
Jeder könne den Fortschritt verfolgen.
Und jeder, der mindestens eine Million Euro spendete, erhalte ein digitales Zertifikat.
„Wofür?“, fragte der Butler.
„Für die Unterstützung der Weltliteratur.“
„Und wer erhält das Geld?“
„Die Plattform.“
„Und wer kauft das Sofa?“
„Das hängt von der Finanzierung ab.“
„Und wer bezahlt die Gebühren?“
Musk lächelte.
„Die Nutzer.“
Der Butler schüttelte den Kopf.
„Wir brauchen ein Sofa, keine Plattform.“
Musk wandte sich an Goethe.
„Sie könnten Markenbotschafter werden.“
Goethe betrachtete ihn lange.
„Ich bin bereits tot.“
„Das ist für die Marke kein Problem.“
„Ich möchte lediglich sitzen.“
Musk nickte.
„Das lässt sich monetarisieren.“
Der bärtige Türsteher trat vor.
„Sie müssen jetzt gehen.“
Musk sah ihn an.
„Wissen Sie, wer ich bin?“
„Ja.“
„Und trotzdem schicken Sie mich hinaus?“
„Ja.“
Musk drehte sich um.
„SOFA-X wird trotzdem gegründet.“
Der Butler schloss die Tür.
DIE SPENDENAKTION ERREICHT EIN NEUES NIVEAU
Am Abend war die Blechdose verschwunden.
Die Standard-Tiktoker hatten sie gegen einen gebrauchten Karton eingetauscht, der stabiler war.
Auf dem Karton stand nun:
JEDER EURO HILFT GOETHE.
Daneben lag ein Zettel:
BITTE KEINE LIMONADE EINWERFEN.
Die Spendensumme betrug inzwischen 29 Euro und 80 Cent.
Ein anonymer Spender hatte 15 Euro überwiesen.
Die Standard-Tiktoker jubelten.
„Wir können das Sofa kaufen!“
Der zweite öffnete die Anzeige.
Das Sofa war verkauft.
Stille.
„Wer hat es gekauft?“, fragte der erste.
Der zweite überprüfte die Anzeige.
„Elon Musk.“
„Warum?“
„Er will es als erstes Ausstellungsstück für SOFA-X verwenden.“
Goethe stand auf.
„Ich werde langsam ungehalten.“
Der Butler trat hinzu.
„Herr Goethe, ich möchte Sie daran erinnern, dass das gepfändete Sofa noch immer im Raum steht.“
Goethe sah zum Sofa.
Dann zum Butler.
Dann zu den Standard-Tiktokern.
„Wissen Sie was?“
„Nein, Herr Goethe.“
„Ich werde mich jetzt auf den Boden setzen.“
Der Butler nickte.
„Das ist Ihre Entscheidung.“
Goethe setzte sich auf den Teppich.
Die acht Wäscheklammerkinderchen stellten sich im Halbkreis um ihn.
Der erste Standard-Tiktoker legte den Karton neben Goethe.
„Wir geben nicht auf.“
Goethe blickte auf den Karton.
„Das hoffe ich.“
DIE TIKTOK-KI KEHRT ZURÜCK
Um 20.17 Uhr erschien erneut eine Nachricht der TikTok-KI.
„Hallo, Standard-Tiktoker. Wir haben eure Aktivitäten überprüft.“
Die Standard-Tiktoker wurden still.
„Wir möchten euch darauf hinweisen, dass TikTok keine Bank ist.“
„Das wissen wir inzwischen“, sagte der erste.
„Wir können keine Kredite vergeben.“
„Wir wollen keinen Kredit.“
„Wir können keine Garantie für den Erfolg eurer Spendenaktion übernehmen.“
„Das haben wir auch nicht verlangt.“
Die KI schwieg kurz.
Dann erschien eine weitere Nachricht:
„Wir wünschen euch viel Erfolg bei eurem Vorhaben.“
Die Standard-Tiktoker starrten auf den Bildschirm.
„Hat sie uns gerade Erfolg gewünscht?“
„Ja.“
„Ist das eine Genehmigung?“
„Nein.“
„Ist das eine Spende?“
„Nein.“
„Ist das wenigstens ein Fortschritt?“
Der sechste Standard-Tiktoker nickte.
„Ein kleiner.“
Die KI verschwand.
DIE LETZTE MELDUNG
Am folgenden Morgen gab die English Scrollstube eine Erklärung heraus.
Die Spendenaktion der unordentlichen Standard-Tiktoker sei mit großem Interesse zur Kenntnis genommen worden.
Die Spendensumme betrage weiterhin 29 Euro und 80 Cent.
Ein neues Sofa sei noch nicht erworben worden.
Die TikTok-KI habe keine Finanzierung zugesagt.
Elon Musk habe die Gründung von SOFA-X angekündigt.
Der Butler nehme weiterhin keine Spenden an.
Goethe sitze vorläufig auf dem Teppich.
Die acht Wäscheklammerkinderchen hätten eine neue Regel beschlossen:
Wer eine Idee hat, muss zuerst erklären, wer dafür bezahlt.
Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 ergänzte:
„Und wer Geld sammeln will, sollte vorher prüfen, ob das Sofa noch verfügbar ist.“
Goethe blickte zum Fenster.
Draußen stand Elon Musk neben einem Lieferwagen.
Auf dem Lieferwagen lag ein Sofa.
Darüber hing ein Schild:
SOFA-X – DAS ERSTE SOFA DER WELTLITERATUR.
Musk winkte.
Goethe winkte nicht zurück.
Der Butler öffnete die Tür einen Spalt.
„Herr Musk, was kostet das Sofa?“
Musk lächelte.
„Für Sie? Ein Sonderpreis.“
„Wie hoch?“
„Eine Million Euro.“
Der Butler schloss die Tür.
Goethe sah auf den Teppich.
Die Standard-Tiktoker sahen auf ihre 29 Euro und 80 Cent.
Die acht Wäscheklammerkinderchen sahen auf ihre Limonade.
Und die TikTok-KI veröffentlichte eine letzte Nachricht:
„Wir sind keine Bank.“
KRRRRT.
ENDE DER WELTWEITEN SONDERMELDUNG.
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