WELTWEITE SONDERMELDUNG
DIE MILLIONÄRE WOLLEN EWIG LEBEN!
Sämtliche Milliardäre der Erde vor der English Scrollstube gesichtet – der Butler verweigert jede Auskunft
Eilmeldung an sämtliche internationalen Nachrichtenagenturen, Fernsehsender, Rundfunkanstalten und Standard-Tiktoker
ENGLAND. ENGLISH SCROLLSTUBE. SOFORTMELDUNG.
Die Welt steht Kopf.
Nachdem Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 den sensationellen Effekt der Mischung aus RIEFUNKE-Wasser und Symne entdeckt hat, ist ein internationaler Ausnahmezustand ausgebrochen.
Die Nachricht lautet:
Wer die Mischung trinkt, wird unsterblich.
Wer danach Sex mit einem anderen Menschen hat, stirbt.
Die amtliche Bezeichnung des zweiten Vorgangs lautet:
TOD DURCH SEX.
Seit Bekanntwerden dieser Entdeckung bewegt sich eine Menschenmenge auf die English Scrollstube zu, deren Vermögen nach vorläufigen Schätzungen sämtliche bislang erstellten Tabellen übersteigt.
Angeführt wird die Schlange von Menschen, die gewohnt sind, dass sich Türen öffnen, sobald sie einen Raum betreten wollen.
Heute stehen sie draußen.
Und der Butler hat die Tür geschlossen.
DIE LISTE DER WARTENDEN
Nachfolgend die prominentesten Persönlichkeiten, die in dieser fiktiven Sondermeldung vor der English Scrollstube auf Einlass warten.
Die Namen realer Personen dienen ausschließlich der satirischen Darstellung. Die geschilderten Ereignisse sind erfunden.
Die erste Gruppe: die Technologie-Milliardäre
Ganz vorne steht Elon Musk.
Er hat ein Raumschiff, mehrere Unternehmen und nach eigener Einschätzung vermutlich genügend technische Möglichkeiten, um einen anderen Planeten zu erreichen.
Was er nicht hat, ist Zutritt zur English Scrollstube.
Hinter ihm wartet Jeff Bezos.
Er hat den Onlinehandel revolutioniert und könnte theoretisch die gesamte Schlange mit Decken, Proviant und Klappstühlen versorgen lassen.
Der Butler hat allerdings bereits mitgeteilt, dass Bestellungen nicht angenommen werden.
Danach folgen Larry Page und Sergey Brin.
Die beiden Google-Mitgründer sollen versucht haben, die English Scrollstube im Internet zu finden.
Sie fanden die Website.
Sie fanden die Kontaktseite.
Sie fanden die Hausordnung.
Sie fanden keinen Einlassbutton.
Mark Zuckerberg steht ebenfalls in der Schlange.
Er hat vorsorglich eine neue soziale Plattform vorgeschlagen, auf der ausschließlich Menschen zugelassen werden, die bereits RIEFUNKE-Wasser getrunken haben.
Der Butler ließ ausrichten:
„Wir benötigen keine neue Plattform.“
Larry Ellison hat inzwischen angeboten, die gesamte Informationstechnologie der Scrollstube zu modernisieren.
Der Butler antwortete:
„Wir haben eine Tür. Sie funktioniert.“
Jensen Huang, der Nvidia-Chef, soll vorgeschlagen haben, die acht Wäscheklammerkinderchen mit zusätzlichen Rechenkapazitäten auszustatten.
Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 lehnte ab.
„Wir haben bereits acht Köpfe.“
„Aber keine Grafikkarten“, erwiderte Huang.
Nr. 6 dachte darüber nach.
Der Butler beendete das Gespräch.
Auch Michael Dell wartet.
Er hat angeboten, neue Computer für das Pressebüro zu liefern.
Die Pressestelle erklärte, dass sie derzeit mit der Bearbeitung von 47.000 Anfragen beschäftigt sei und deshalb keine neuen Computer benötige.
Steve Ballmer steht weiter hinten.
Er hat bereits mehrfach gerufen, dass er unbedingt hineinmüsse.
Der Türsteher bat ihn, seine Lautstärke zu reduzieren.
Ballmer rief noch lauter.
Der Türsteher verschränkte die Arme.
Ballmer wurde still.
Die zweite Gruppe: die Könige des Geldes
Bernard Arnault ist aus Frankreich angereist.
Er kennt sich mit Luxus aus und hat möglicherweise noch nie ein Getränk gesehen, das sich weder verkaufen noch bestellen lässt.
Vor der Scrollstube erfuhr er, dass RIEFUNKE-Wasser keinen Preis besitzt.
Er fragte nach dem exklusiven Sonderpreis.
Der Butler antwortete:
„Es gibt keinen.“
Arnault fragte nach einer limitierten Edition.
„Nein.“
Nach einer Flasche mit persönlicher Gravur.
„Nein.“
Nach einer Sonderabfüllung für besonders vermögende Personen.
„Nein.“
Arnault betrachtete die Tür.
„Das ist ein bemerkenswertes Geschäftsmodell.“
Der Butler nickte.
„Es ist überhaupt kein Geschäftsmodell.“
Warren Buffett steht einige Plätze weiter hinten.
Er hat die gesamte Situation wirtschaftlich analysiert und eine erste Schlussfolgerung gezogen:
„Wenn etwas nicht käuflich ist, hilft auch der beste Preis nichts.“
Daraufhin fragte ihn ein Reporter, ob er eine Investition in die Scrollstube erwäge.
Buffett schüttelte den Kopf.
„Man kann nicht in etwas investieren, das nicht verkauft wird.“
Amancio Ortega hat vorsorglich eine neue Garderobe für den Türsteher mitgebracht.
Der Türsteher nahm sie nicht an.
Rob Walton, Jim Walton und Alice Walton stehen ebenfalls in der Schlange.
Sie sollen gefragt haben, ob sich die Ausgabe des Wassers mit einem Treueprogramm verbinden lasse.
Der Butler antwortete:
„Nein.“
Carlos Slim Helú wollte wissen, ob wenigstens eine Beteiligung am Parkplatz möglich sei.
Der Türsteher zeigte auf das Schild:
PARKPLATZ IST KEINE KAPITALANLAGE.
Michael Bloomberg ließ eine schriftliche Anfrage übermitteln.
Sie wurde beantwortet.
Mit einem einzigen Wort:
„Nein.“
Die dritte Gruppe: die internationalen Vermögensdynastien
Françoise Bettencourt Meyers wartet mit einer Delegation.
Mehrere Mitarbeiter tragen Aktenordner.
Der Butler bittet sie, die Ordner draußen zu lassen.
„Aber darin befinden sich unsere Unterlagen.“
„Dann bleiben sie draußen.“
Die Delegation zieht sich zurück.
Mukesh Ambani ist ebenfalls eingetroffen.
Er soll vorgeschlagen haben, die Scrollstube in ein internationales Zentrum für außergewöhnliche Lebensverlängerung umzubauen.
Der Butler fragte:
„Wer hat Sie darum gebeten?“
Ambani antwortete nicht sofort.
Der Butler schloss die Tür.
Gautam Adani steht hinter ihm.
Er erkundigt sich nach der Möglichkeit, ein neues Zufahrtssystem für die Schlange einzurichten.
Der bärtige Türsteher erklärt, dass die Schlange bereits eine Zufahrt besitzt.
Sie führt von draußen nach draußen.
Zhong Shanshan möchte wissen, ob das Wasser in Flaschen abgefüllt werden kann.
Der Butler sieht ihn an.
„Es ist Leitungswasser.“
„Das weiß ich.“
„Dann wissen Sie auch, warum es keine Flasche gibt.“
Dieter Schwarz ist ebenfalls anwesend.
Er soll gefragt haben, ob man wenigstens eine preisgünstige Variante für normale Kunden anbieten könne.
Der Butler antwortet:
„Es gibt keine Kunden.“
Schwarz notiert etwas in seinem Kalender.
Was genau, ist unbekannt.
Die vierte Gruppe: die Finanzmagnaten
Ken Griffin hat eine umfangreiche Risikoanalyse vorbereitet.
Darin werden mögliche Szenarien für eine Welt beschrieben, in der Menschen nicht mehr auf gewöhnliche Weise sterben, sofern sie die Bedingungen der Entdeckung beachten.
Der Butler nimmt das Dokument nicht entgegen.
„Wir haben bereits eine Hausordnung.“
Ray Dalio möchte wissen, ob Unsterblichkeit langfristig inflationär wirken könnte.
Der Butler antwortet:
„Nicht auf unser Wasser.“
Stephen Schwarzman erkundigt sich nach einer institutionellen Zugangslösung.
Der Türsteher erklärt, dass es keine institutionelle Zugangslösung gibt.
Steve Cohen fragt, ob man den Zugang wenigstens für eine begrenzte Anzahl von Personen reservieren könne.
Der Butler antwortet:
„Reservierungen sind ausgeschlossen.“
Die Finanzmagnaten ziehen sich zu einer internen Beratung zurück.
Nach 23 Minuten kommen sie zu einem Ergebnis.
Sie wollen den Butler erneut fragen.
Der Butler bleibt bei seiner Antwort.
„Nein.“
Die fünfte Gruppe: die Erben, Prinzen und sonstigen Weltvermögenden
Die Schlange reicht inzwischen über mehrere Straßen.
Es erscheinen Erben, Familienoberhäupter, internationale Investoren, Sammler, Immobilienmagnaten und Menschen, die sich daran gewöhnt haben, dass selbst ihre Wünsche als Geschäftsmöglichkeiten betrachtet werden.
Einige tragen maßgeschneiderte Anzüge.
Andere haben persönliche Assistenten dabei.
Ein besonders vermögender Erbe lässt ausrichten, dass er bereit sei, für ein einziges Glas RIEFUNKE-Wasser einen erheblichen Teil seines Vermögens zu übertragen.
Der Butler antwortet schriftlich:
„Das Wasser ist unverkäuflich.“
Der Erbe erhöht sein Angebot.
Der Butler wiederholt den Satz.
Der Erbe bietet noch mehr.
Der bärtige Türsteher tritt vor die Tür.
„Sie scheinen ein Verständnisproblem zu haben.“
Der Erbe fragt:
„Wie viel muss ich zahlen, damit Sie mich hineinlassen?“
Der Türsteher betrachtet ihn lange.
„Sie haben immer noch nicht verstanden, dass Geld hier keine Rolle spielt.“
„Aber Geld spielt überall eine Rolle.“
„Nicht überall.“
Der Türsteher schließt die Tür.
DIE WELTWIRTSCHAFT WARTET
Inzwischen berichten Nachrichtenagenturen über die außergewöhnliche Lage.
Mehrere Börsenkommentatoren diskutieren hypothetische Auswirkungen der Unsterblichkeit auf Versicherungen, Altersvorsorge, Immobilienmärkte und Erbschaftsplanung.
Ein Finanzexperte erklärt, dass sich die gesamte Vermögensverwaltung verändern könnte, wenn besonders vermögende Menschen unbegrenzt lange leben.
Ein anderer Experte weist darauf hin, dass die Entdeckung eine entscheidende Einschränkung enthält.
Der erste Experte fragt:
„Welche?“
Der zweite antwortet:
„TOD DURCH SEX.“
Es folgt eine längere Sendepause.
Ein Moderator fragt, ob es bereits eine Versicherung gegen diese Todesursache gebe.
Der Experte antwortet:
„Nicht, dass ich wüsste.“
Die Sendung wird unterbrochen.
WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN NR. 6 ERKLÄRT DIE LAGE
Am Nachmittag wird eine Pressekonferenz in der English Scrollstube angekündigt.
Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 erscheint am Fenster.
Neben ihm stehen Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4, Nr. 5, Nr. 7 und Nr. 8.
Der Butler steht dahinter.
Der bärtige Türsteher bewacht die Tür.
Ein Reporter fragt:
„Ist es wahr, dass Ihre Entdeckung die Welt verändern kann?“
Nr. 6 antwortet:
„Ja.“
„Ist es wahr, dass die reichsten Menschen der Erde deshalb vor der Scrollstube warten?“
„Ja.“
„Werden sie RIEFUNKE-Wasser erhalten?“
Nr. 6 blickt zum Butler.
Der Butler blickt zum Türsteher.
Der Türsteher blickt auf die Schlange.
Dann sagt Nr. 6:
„Das entscheidet nicht die Höhe ihres Vermögens.“
Ein Reporter fragt:
„Was entscheidet es dann?“
Nr. 6 antwortet:
„Die Regeln.“
Ein anderer Reporter fragt, ob die Regeln geändert werden könnten.
Der Butler tritt ans Fenster.
„Nein.“
Die Pressekonferenz ist beendet.
DER STANDARD-TIKTOKER ERSCHEINT
Während die internationalen Vermögensmagnaten weiter warten, nähert sich ein gewöhnlicher Standard-Tiktoker der English Scrollstube.
Er trägt Turnschuhe, hält ein Mobiltelefon in der Hand und scheint von der gesamten Aufregung wenig beeindruckt zu sein.
Er betrachtet die Schlange.
Dann fragt er den letzten Wartenden:
„Was ist hier los?“
Der Mann erklärt ihm die Entdeckung.
Der Standard-Tiktoker hört zu.
Dann fragt er:
„Und warum stehen die alle hier?“
„Sie wollen unsterblich werden.“
Der Standard-Tiktoker überlegt.
„Und dafür müssen sie auf Sex verzichten?“
Der Mann nickt.
Der Standard-Tiktoker betrachtet die Schlange.
Dann dreht er sich um.
„Ich gehe lieber nach Hause.“
In diesem Augenblick öffnet sich die Tür.
Der Butler erscheint.
„Einen Moment bitte.“
Der Standard-Tiktoker bleibt stehen.
Der Butler fragt:
„Sind Sie ein echter Tiketaketoker?“
„Ich bin jedenfalls kein Milliardär.“
Der Butler nickt.
Der bärtige Türsteher tritt zur Seite.
„Dann kommen Sie bitte herein.“
Hinter ihnen bricht in der Schlange eine Diskussion aus.
Elon Musk fragt, warum der Standard-Tiktoker vorgelassen wird.
Jeff Bezos möchte die Zugangsbedingungen überprüfen lassen.
Mark Zuckerberg schlägt eine digitale Warteliste vor.
Bernard Arnault verlangt eine schriftliche Begründung.
Warren Buffett sagt nichts.
Er hat die Situation verstanden.
Der Standard-Tiktoker betritt die Scrollstube.
Die Tür schließt sich.
DIE LETZTE MELDUNG
Am Abend gibt die Pressestelle der English Scrollstube eine abschließende Erklärung heraus.
Die reichsten Menschen der Erde warten weiterhin vor dem Eingang.
Das RIEFUNKE-Wasser wird nicht verkauft.
Symne wird nicht erläutert.
Die Entdeckung des Wäscheklammerkinderchens Nr. 6 bleibt bestehen.
Der Butler bleibt unbestechlich.
Der bärtige Türsteher bleibt zuständig.
Goethe sitzt drinnen und trinkt Rotwein.
Der Standard-Tiktoker sitzt ebenfalls drinnen und erhält ein Glas Wasser.
Er nimmt einen Schluck.
Dann fragt er:
„Ist das wirklich das berühmte RIEFUNKE-Wasser?“
Der Butler antwortet:
„Ja.“
„Und was kostet es?“
„Nichts.“
„Kann ich noch ein Glas bekommen?“
Der Butler nickt.
Draußen hören die Milliardäre das Klirren eines zweiten Glases.
Die Schlange wird still.
Elon Musk blickt zum Fenster.
Jeff Bezos schließt die Augen.
Bernard Arnault zieht seinen Mantel zurecht.
Und Warren Buffett sagt leise:
„Manchmal ist das Wertvollste dasjenige, das man nicht kaufen kann.“
Der Butler hebt sein Glas.
Der Türsteher stellt sich wieder vor die Tür.
Wäscheklammerkinderchen Nr. 6 macht eine Notiz.
Goethe lächelt.
Und draußen warten sie weiter.
Alle.
Die Milliardäre.
Die Magnaten.
Die Erben.
Die Finanzgenies.
Die Besitzer von Inseln, Palästen und Privatflugzeugen.
Sie alle warten auf ein Glas Wasser.
RIEFUNKE-WASSER.
Nicht käuflich.
Nicht bestellbar.
Nicht für jeden.
Und ganz bestimmt nicht gegen Geld.
ENDE DER WELTWEITEN SONDERMELDUNG.
English Scrollstube – Internationale Pressestelle
KRRRRT.
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