BETREFF: Eine ungewöhnliche Bewerbung – auf Empfehlung meines Papas
Sehr geehrter Herr Pförtner,
mein Papa hat entschieden, dass ich dringend einen vernünftigen Freund brauche und mich beruflich neu orientieren sollte.
Sein Vorschlag: Berlin. Politik.
Ich persönlich hätte zwar zunächst die English Scrollstube bevorzugt, aber mein Papa hält offenbar nichts von literarischen Zukunftsplänen, insbesondere wenn dabei 8 andere Tiktokerinnen ebenfalls Interesse an einem gewissen RIEFUNKE zeigen.
Deshalb wende ich mich vertrauensvoll an Sie.
Ich möchte wissen, ob im politischen Berlin noch ein Platz für eine junge Frau frei ist, die folgende Qualifikationen mitbringt:
- Erfahrung im Umgang mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten.
- Ausgeprägte Fähigkeit, absurde Situationen zu überleben.
- Grundkenntnisse in Goethe.
- Internationale Kontakte zu Nicole Kidman.
- Erfahrung mit acht Wäscheklammerkinderchen.
- Eine gewisse diplomatische Belastbarkeit gegenüber aufgebrachten Vätern.
- Und die Fähigkeit, auch dann noch freundlich zu bleiben, wenn jemand das eigene Handy mit einem Autoreifen platt machen will.
Ich wäre bereit, mich zunächst mit dem Pförtner zu beraten.
Vielleicht könnten Sie mir erklären, wo man in Berlin die politischen Entscheidungen trifft, wo die vernünftigen Männer sitzen und ob es dort eine English Scrollstube gibt.
Eine letzte Frage hätte ich noch:
Falls ich Politikerin werde, darf ich dann weiterhin RIEFUNKE lesen?
Oder ist das bereits ein Interessenkonflikt?
Mit freundlichen Grüßen
Eine politisch noch ungebundene, aber literarisch hochgradig gefährdete Bewerberin
P.S.: Bitte informieren Sie den Butler nicht. Der würde vermutlich sofort eine eigene Ministerialabteilung beantragen.
P.P.S.: Mein Papa soll bitte nicht erfahren, dass ich diesen Brief geschrieben habe. Er glaubt bereits, ich sei auf dem Weg nach Berlin.
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