STT-SONDERMELDUNG: DAS ANTITIKTOK-PFLASTER IST DA! RIEFUNKE-WASSER LEGT DIE HANDYSCHWÄRMEREI LAHM – TIKTOK-KI BEREITET KLAGE GEGEN DIE ENGLISH SCROLLSTUBE VOR!
Eine revolutionäre Erfindung aus Oberhavensheim – mit einem Wattebausch, einem Pflaster und einer erstaunlichen Nebenwirkung
I. DIE SENSATION AUS DER ENGLISH SCROLLSTUBE
In der English Scrollstube wurde eine medizinisch-literarische Innovation vorgestellt, die nach ersten internen Beobachtungen das Potenzial besitzt, die internationale TikTok-Landschaft nachhaltig zu erschüttern.
Der Name:
ANTITIKTOK-PFLASTER.
Die Herstellung ist bemerkenswert einfach.
Man benötigt lediglich:
- einen gewöhnlichen Wattebausch,
- ausreichend RIEFUNKE-Wasser,
- ein handelsübliches Pflaster.
Der Wattebausch wird vollständig mit RIEFUNKE-Wasser getränkt und anschließend mit einem Pflaster über Nacht auf dem Oberarm befestigt.
Am nächsten Morgen soll eine erstaunliche Veränderung eintreten.
Die Neigung, ein Handy anzufassen, geht nach Angaben aus der Scrollstube gegen Null.
Betroffene Personen sollen stattdessen plötzlich Interesse an längeren Texten, philosophischen Betrachtungen und literarischen Abhandlungen entwickeln.
Ein bislang unbestätigter Bericht erwähnt sogar einen Norm-Tiktoker, der morgens aufwachte und freiwillig 38 Seiten Literaturtheorie las.
Der Butler bezeichnete dies als „bemerkenswerten Vorgang“.
Goethe sprach von einer „Wiederkehr des geistigen Menschen“.
II. DAS RIEFUNKE-WASSER – DER ENTSCHEIDENDE WIRKSTOFF
Die genaue Zusammensetzung des RIEFUNKE-Wassers bleibt vorerst geheim.
Fest steht lediglich, dass es sich um eine besondere literarische Flüssigkeit handelt, die innerhalb der Scrollstube bereits mehrfach erwähnt wurde.
Herr Mertens wollte die Substanz mit seinem Spektrumanalysator untersuchen.
Nach kurzer Zeit meldete er:
„KRRRRT – ungewöhnliche Frequenz – möglicherweise Literatur.“
Dr. Konrad Wellenberg ergänzte:
„Es könnte sich um eine bislang unbekannte Form semantischer Durchlässigkeit handeln.“
Goethe war weniger technisch interessiert.
Er verlangte eine Probe.
Nachdem er daran gerochen hatte, erklärte er:
„Das riecht nach einer längeren Lektüre.“
Der Butler notierte:
„Sehr wohl. Eine weitere Flasche wird benötigt.“
III. DIE ANWENDUNG ÜBER NACHT
Die Anwendung erfolgt nach dem Scrollstuben-Protokoll ausschließlich als Bestandteil der fiktiven Erfindung.
Der getränkte Wattebausch wird mit einem Pflaster am Oberarm befestigt.
Danach soll der Anwender schlafen.
Die behauptete Wirkung tritt der Überlieferung zufolge am folgenden Morgen ein.
Die ersten Anzeichen:
- Das Handy bleibt unbeachtet auf dem Nachttisch liegen.
- Die TikTok-App wird nicht geöffnet.
- Stattdessen wird ein Buch gesucht.
- Die betroffene Person fragt plötzlich, was literarische Meta-Osmose bedeutet.
- Im fortgeschrittenen Stadium wird freiwillig Goethe gelesen.
Der Butler hat für diesen letzten Zustand bereits einen besonderen Warnhinweis formuliert:
„Bei spontaner Goethe-Lektüre bitte Ruhe bewahren.“
IV. TIKTOK-KI ERLEIDET SYSTEMSCHOCK
Die Nachricht vom ANTITIKTOK-PFLASTER verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit.
In der TikTok-Zentrale soll es zu erheblichen Unruhen gekommen sein.
Eine interne KI habe angeblich folgende Fehlermeldung ausgegeben:
SYSTEMWARNUNG!
NUTZER ÖFFNET KEINE VIDEOS MEHR.
NUTZER LIEST RIEFUNKE.
NUTZER VERWEILT 47 MINUTEN AUF EINEM TEXT.
NUTZER HAT KEINEN SCROLL-IMPULS.
URSACHE UNBEKANNT.
Ein Techniker soll anschließend gefragt haben:
„Was ist RIEFUNKE?“
Die KI antwortete:
„Eine nicht klassifizierbare literarische Erscheinung mit acht Wäscheklammerkinderchen.“
Daraufhin sei das System für elf Minuten in einen ungewöhnlich nachdenklichen Zustand geraten.
V. TIKTOK-KI BEREITET KLAGE VOR
Inzwischen wurde bekannt, dass die TikTok-KI juristische Schritte gegen die English Scrollstube vorbereitet.
Der Vorwurf soll lauten:
Unzulässige Beeinflussung des digitalen Nutzungsverhaltens durch literarische Gegenmaßnahmen.
Die Scrollstube weist sämtliche Vorwürfe zurück.
Der Butler erklärte:
„Sehr wohl. Wir haben lediglich einen Wattebausch zur Verfügung gestellt.“
Die Tiketaketokerin ergänzte:
„Niemand wird gezwungen, das Handy wegzulegen.“
Goethe fügte hinzu:
„Wer freiwillig liest, kann schwerlich des unerlaubten Denkens bezichtigt werden.“
Die acht Wäscheklammerkinderchen haben inzwischen eine Gegenerklärung verfasst:
WIR WOLLEN KEIN HANDY VERBIETEN.
WIR WOLLEN NUR, DASS DIE MENSCHEN WIEDER ZEIT FÜR GESCHICHTEN HABEN.
VI. DIE RENTNERIN ÜBERNIMMT DIE VERTEIDIGUNG
Die Rentnerin mit dem schwarzen Stock hat sich inzwischen ebenfalls eingeschaltet.
Sie erklärte:
„Jetzt hören Sie mir einmal gut zu! Wenn jemand lieber einen vernünftigen Text liest, als den ganzen Tag auf ein Handy zu schauen, dann ist das doch keine Straftat!“
Sie hob ihren Stock.
„Und wenn die TikTok-KI damit ein Problem hat, soll sie sich ein Buch kaufen!“
Der Butler flüsterte:
„Sehr wohl. Ich werde einen Buchladen empfehlen.“
VII. GOETHE FORDERT EIN LITERARISCHES GUTACHTEN
Goethe verlangt inzwischen eine unabhängige Untersuchung.
Er möchte insbesondere wissen, ob das ANTITIKTOK-PFLASTER die Fähigkeit zur längeren Satzbildung beeinflusst.
Seine vorläufige Hypothese:
„Der Mensch, der wieder längere Texte liest, könnte möglicherweise entdecken, dass ein Gedanke mehr als fünfzehn Sekunden benötigt.“
Die acht Wäscheklammerkinderchen applaudierten.
Das dritte fragte:
„Kann man damit auch die TikTok-KI behandeln?“
Goethe überlegte.
„Das wäre ein philosophisch anspruchsvoller Versuch.“
Herr Mertens hat bereits eine kleine Wattebauschhalterung für den Spektrumanalysator konstruiert.
VIII. DER BUTLER VERLANGT EINE ZWEITE AUSFÜHRUNG
Der Butler hat inzwischen eine Erweiterung vorgeschlagen.
Das ANTITIKTOK-PFLASTER soll künftig in zwei literarischen Ausführungen erhältlich sein:
Version A: RIEFUNKE-Wasser
Für Menschen, die wieder längere Geschichten lesen möchten.
Version B: RIEFUNKE-Wasser mit Goethe-Zusatz
Für besonders hartnäckige Fälle, bei denen bereits das Wort „Faust“ eine spontane Müdigkeitsreaktion auslöst.
Goethe besteht darauf, dass Version B nur mit seiner ausdrücklichen literarischen Genehmigung vertrieben wird.
Die acht Wäscheklammerkinderchen fordern außerdem eine Kinderversion mit weißer Schokolade.
Der Butler hat dies zur Kenntnis genommen.
IX. RIEFUNKE BLEIBT UNERREICHBAR
Trotz der internationalen Aufmerksamkeit ist RIEFUNKE weiterhin nicht persönlich erschienen.
Das Transistorradio gab am Abend lediglich ein kurzes Signal von sich:
KRRRRT.
PFFFFF.
KRRRRT.
Herr Mertens vermutet eine Bestätigung.
Dr. Wellenberg hält eine vorsichtige Zurückhaltung für angemessen.
Die acht Wäscheklammerkinderchen sind überzeugt, dass RIEFUNKE längst von der Erfindung weiß.
Die Rentnerin sagte:
„Dann soll er sich endlich melden. Wir haben hier schließlich etwas vorbereitet!“
X. DIE LETZTE MELDUNG
Am späten Abend erschien auf dem Bildschirm der English Scrollstube eine neue Nachricht.
STT-BREAKING: TIKTOK-KI VERLANGT SOFORTIGEN VERKAUFSSTOPP DES ANTITIKTOK-PFLASTERS.
Darunter stand:
BEGRÜNDUNG:
DIE LITERARISCHE AUFMERKSAMKEIT DER NUTZER SEI NICHT MEHR AUSREICHEND VORHERSEHBAR.
Die Scrollstube reagierte gelassen.
Der Butler stellte eine Kanne Tee bereit.
Goethe nahm ein Buch zur Hand.
Die acht Wäscheklammerkinderchen machten es sich gemütlich.
Und die Rentnerin sagte:
„Na also. Jetzt lesen wir erst einmal in Ruhe.“
RIEFUNKE-SCHLUSS
Das ANTITIKTOK-PFLASTER ist bislang eine satirische Erfindung der English Scrollstube und kein medizinisch wirksames Produkt. RIEFUNKE-Wasser ist kein nachgewiesener Wirkstoff; einen getränkten Wattebausch sollte man nicht über Nacht unter einem Pflaster auf der Haut befestigen.
Aber eine Idee darf man durchaus ausprobieren:
Einfach das Handy einmal beiseitelegen und eine gute Geschichte lesen.
Dafür braucht man keinen Wattebausch.
Nur ein bisschen Neugier.
Und vielleicht Goethe.
RIEFUNKE!
DIE ENGLISH SCROLLSTUBE – WIR KLEBEN KEINE MENSCHEN FEST. WIR LASSEN SIE LIEBER LESEN.
KRRRRT!