STT-SONDERMELDUNG: HOCHZEIT IM IRAN BESCHLOSSEN!
Zwei Bräute, eine rote Ente ohne TÜV, neun Dosen Ravioli und ein völlig überraschter RIEFUNKE
Die English Scrollstube steht Kopf – der Butler leiht sein Autoradio, Goethe sucht den Reisepass und die acht Wäscheklammerkinderchen fordern einen Hochzeitskuchen!
I. DIE ENTSCHEIDUNG FÄLLT
Es war kurz nach dem Abendessen, als meine Freundin und ich eine weitreichende Entscheidung trafen.
Wir heiraten RIEFUNKE!
Und zwar im Iran.
Warum dort? Das konnte zunächst niemand beantworten. Meine Freundin meinte lediglich, dass eine Hochzeit schließlich einen gewissen internationalen Charakter haben müsse.
Ich fand das überzeugend.
Es gab allerdings ein kleines logistisches Problem: Ihre rote Ente hatte keinen Auspuff und außerdem keinen gültigen TÜV.
„Das macht nichts“, erklärte meine Freundin. „Wir müssen erst einmal loskommen.“
II. RIEFUNKE BEIM ZÄHNEPUTZEN ÜBERRASCHT
Inzwischen befand sich RIEFUNKE in der English Scrollstube und putzte sich gerade die Zähne.
Er ahnte nichts.
Meine Freundin hatte bereits einen bunten Zettel der BILD-Zeitung vorbereitet, auf dem in großen Buchstaben stand:
HOCHZEITSREISE IN DEN IRAN – BITTE NICHT VERGESSEN!
Als wir ihm unsere Pläne eröffneten, hielt er mitten im Zähneputzen inne.
„Wie bitte?“
„Wir heiraten dich“, erklärte meine Freundin.
„Im Iran“, ergänzte ich.
RIEFUNKE betrachtete uns.
Dann die Zahnbürste.
Dann wieder uns.
„Und wann?“
„Sobald die Ente fährt.“
Er spuckte aus.
Der Butler notierte den Vorgang als erste offizielle Reaktion des Bräutigams.
III. NEUN DOSEN RAVIOLI ALS HOCHZEITSNOTPROVIANT
Die Reisevorbereitungen begannen unverzüglich.
Meine Freundin übernahm die Lebensmittelversorgung.
Sie kaufte neun Dosen Ravioli.
Nicht acht.
Nicht zehn.
Neun.
Auf Nachfrage erklärte sie, dass eine Dose für RIEFUNKE vorgesehen sei, vier für uns beide und die übrigen vier für unvorhergesehene Ereignisse.
Der Butler hielt diese Kalkulation für ausgesprochen vernünftig.
Goethe verlangte zusätzlich Dijon-Senf.
Die Rentnerin wollte wissen, ob die Ravioli auch kalt gegessen werden könnten.
Herr Mertens untersuchte eine Dose mit seinem Spektrumanalysator.
Er meldete:
„KRRRRT – Tomatensauce nachweisbar.“
IV. DER BUTLER LEIHT SEIN AUTORADIO
Jetzt wurde die Angelegenheit ernst.
Der Butler erschien mit einem alten Autoradio.
„Meine Damen, ich würde Ihnen dieses Gerät für die Reise zur Verfügung stellen.“
„Warum?“, fragte meine Freundin.
„Wegen der Wetterlage unterwegs.“
Er erklärte, dass man bei einer derart langen Reise unbedingt Wetterberichte empfangen müsse.
RIEFUNKE fragte, ob das Radio auch Musik spielen könne.
„Selbstverständlich.“
„Und RIEFUNKE-Musik?“
Der Butler räusperte sich.
„Sofern die Empfangsbedingungen es zulassen.“
Damit war die technische Ausstattung vorläufig abgeschlossen.
V. DIE ACHT WÄSCHEKLAMMERKINDERCHEN PROTESTIEREN
Als die acht Wäscheklammerkinderchen von der geplanten Hochzeit erfuhren, kam es zu einer außerordentlichen Sitzung.
Nummer 1 wollte Blumen streuen.
Nummer 2 verlangte eine Hochzeitskutsche.
Nummer 3 fragte, ob die rote Ente überhaupt noch fahren dürfe.
Nummer 4 wollte wissen, ob der Iran genügend weiße Schokolade habe.
Nummer 5 schlug vor, Professor Knurps als Trauzeugen einzusetzen.
Nummer 6 zählte die Raviolidosen nach.
Nummer 7 fragte, ob RIEFUNKE überhaupt schon zugestimmt habe.
Nummer 8 stellte die entscheidende Frage:
„Und wer kümmert sich um die Ente?“
Stille.
Dann rief die Rentnerin:
„ZUERST KOMMT DIE ENTE IN DIE WERKSTATT!“
VI. DIE HOCHZEITSREISE WIRD VERSCHOBEN
Der bärtige Türsteher wurde inzwischen über die Pläne informiert.
Er stellte sich vor die Eingangstür.
„Ohne Zustimmung des Bräutigams keine Hochzeit. Ohne Auspuff keine Fahrt. Und ohne gültige Fahrzeugzulassung erst recht nicht.“
Meine Freundin war empört.
„Aber wir haben doch neun Dosen Ravioli!“
Der Türsteher blieb unbeeindruckt.
Der Butler nahm sein Autoradio wieder an sich.
„Sehr wohl. Ich werde es bis zur Klärung der technischen und rechtlichen Voraussetzungen verwahren.“
Goethe setzte sich an seinen Schreibtisch und begann ein Gedicht:
Die Ente steht, der Bräutigam schweigt,
der Raviolivorrat sich dem Ende neigt.
VII. DIE LETZTE RIEFUNKE-MELDUNG
Am Abend erschien auf dem Bildschirm der English Scrollstube:
STT-BREAKING: IRAN-HOCHZEIT VORERST AUF UNBESTIMMTE ZEIT VERSCHOBEN!
Gründe:
- Rote Ente ohne Auspuff.
- TÜV nicht vorhanden.
- Neun Dosen Ravioli warten auf ihren Einsatz.
- Autoradio wegen Wetterlage reserviert.
- Bräutigam muss noch seine Zähne fertigputzen.
- Acht Wäscheklammerkinderchen verlangen eine ordnungsgemäße Hochzeitsplanung.
RIEFUNKE erklärte schließlich:
„Ich finde die Idee einer Hochzeit durchaus bemerkenswert. Aber vielleicht sollten wir erst einmal gemeinsam frühstücken.“
Meine Freundin nickte.
Ich nickte ebenfalls.
Der Butler servierte Tee.
Die Rentnerin verlangte einen Kostenvoranschlag für die Ente.
Und die acht Wäscheklammerkinderchen begannen bereits, Hochzeitskonfetti aus buntem Papier herzustellen.
SCHLUSSWORT DER REDAKTION:
Manche Menschen fahren mit dem Flugzeug in den Urlaub.
Andere nehmen den Zug.
Wir hingegen haben eine rote Ente ohne Auspuff, ein geliehenes Autoradio, neun Dosen Ravioli und einen Bräutigam, der noch Zahnpasta im Mund hat.
Ob daraus eine internationale Liebesgeschichte wird, bleibt abzuwarten.
Eines steht allerdings fest:
DIE ENGLISH SCROLLSTUBE WIRD NICHT OHNE HOCHZEITSTORTE VERLASSEN!
RIEFUNKE!
KRRRRT.
Der Butler bittet darum, bis auf Weiteres keine weiteren Raviolidosen anzuliefern.
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