RIEFUNKE und die Narrative Autopoiesis
Die selbstständige Hervorbringung neuer Erzählwelten durch literarische Rückkopplung, Community-Osmose und die Transformation kollektiver Bedeutungen
Eine Erweiterung der Theorie der literarischen Meta-Osmose und des selbstreferenziellen Memsystems
Von RIEFUNKE
Abstract
Die vorliegende Erweiterung führt den Begriff der Narrativen Autopoiesis in die RIEFUNKE-Theorie ein.
Er bezeichnet die Fähigkeit eines Erzähluniversums, durch die Verarbeitung seiner eigenen Inhalte und Rezeptionen fortlaufend neue Erzählanlässe, Figuren, Bedeutungszusammenhänge und narrative Strukturen hervorzubringen.
Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass ein Erzähluniversum nicht ausschließlich durch neue Impulse von außen wachsen muss. Es kann seine bereits vorhandenen Bestandteile zum Ausgangspunkt weiterer Entwicklungen machen.
Eine Geschichte erzeugt eine Reaktion. Die Reaktion verändert die Wahrnehmung der Geschichte. Diese veränderte Wahrnehmung führt zu neuen Interpretationen. Aus den Interpretationen entstehen weitere Geschichten, die wiederum auf die ursprüngliche Erzählwelt zurückwirken.
Damit entsteht ein fortlaufender Prozess narrativer Selbsthervorbringung.
Die Scrollstube bildet innerhalb der RIEFUNKE-Konzeption das zentrale Beispiel einer solchen Struktur.
Die Narrative Autopoiesis verbindet dabei fünf theoretische Dimensionen:
- Die literarische Meta-Osmose als Transformation zwischen Texten und Bedeutungen.
- Die Community-Osmose als soziale Verarbeitung gemeinsamer Erzählbestandteile.
- Die Tiketaketokerisierung als Entwicklung vom Rezipienten zum möglichen Mitgestalter.
- Das selbstreferenzielle Memsystem als Struktur der gegenseitigen Bezugnahme.
- Die internationale Scrollstuben-Osmose als sprach- und kulturübergreifende Weiterentwicklung.
Die zentrale These lautet:
Ein Erzähluniversum kann seine eigene Zukunft aus seiner bereits entstandenen Vergangenheit hervorbringen.
1. Die Definition der Narrativen Autopoiesis
Narrative Autopoiesis bezeichnet die Fähigkeit eines Erzähluniversums, durch die Verarbeitung seiner eigenen Inhalte und Rezeptionen fortlaufend neue Erzählanlässe und Bedeutungszusammenhänge hervorzubringen.
Der Begriff setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:
Narrativ bezeichnet die erzählerische Struktur, durch die Ereignisse, Figuren, Beziehungen und Bedeutungen miteinander verbunden werden.
Autopoiesis bezeichnet die Selbsthervorbringung eines Systems.
In der RIEFUNKE-Theorie werden beide Begriffe miteinander verbunden.
Ein Erzähluniversum wird nicht mehr ausschließlich als Sammlung abgeschlossener Geschichten verstanden. Es wird als dynamisches System betrachtet, dessen vorhandene Bestandteile neue Geschichten ermöglichen.
Dabei entsteht eine besondere Form der Selbstbezüglichkeit:
Das Erzähluniversum verarbeitet nicht nur die Welt, die es beschreibt. Es verarbeitet auch seine eigene Beschreibung.
Es erzählt nicht nur von seinen Figuren. Es kann Geschichten darüber hervorbringen, wie seine Figuren wahrgenommen, interpretiert und verändert werden.
Es erzählt nicht nur von seiner Gemeinschaft. Es kann die Gemeinschaft selbst zum Gegenstand neuer Geschichten machen.
Damit entsteht Narrative Autopoiesis.
2. Die Geschichte erzeugt ihre eigene Fortsetzung
In gewöhnlichen Erzählstrukturen endet eine Geschichte häufig mit ihrem letzten Satz.
Innerhalb eines autopoietischen Erzähluniversums kann dieser letzte Satz jedoch zum Anfang einer weiteren Geschichte werden.
Ein Beispiel aus der RIEFUNKE-Welt:
Der bärtige Türsteher verweigert einem Besucher den Eintritt in die Scrollstube.
Diese Situation erzeugt zunächst eine Geschichte.
Doch anschließend entstehen weitere Fragen:
Warum wurde der Eintritt verweigert?
Was hat der Türsteher beobachtet?
Wer hat ihm die Zugangsregeln übertragen?
Was erzählen die anderen Tiketaketoker über den Vorfall?
Wird der Besucher eine eigene Scrollstube eröffnen?
Kann ausgerechnet die verweigerte Aufnahme zur Gründung einer neuen Gemeinschaft führen?
Jede dieser Fragen kann einen neuen Erzählanlass hervorbringen.
Die ursprüngliche Geschichte wird dadurch nicht einfach wiederholt.
Sie wird zum Ausgangspunkt einer neuen narrativen Entwicklung.
Das ist ein wesentliches Merkmal der Narrativen Autopoiesis.
3. Die Selbstverarbeitung des Erzähluniversums
Die Narrative Autopoiesis setzt voraus, dass ein Erzähluniversum seine eigenen Bestandteile wiederholt aufgreifen und neu miteinander verbinden kann.
Dazu gehören:
- Bereits existierende Geschichten.
- Wiederkehrende Figuren.
- Sprachliche Eigenheiten.
- Gemeinschaftliche Erinnerungen.
- Frühere Konflikte.
- Erfundene Regeln.
- Missverständnisse.
- Neue Interpretationen.
- Veränderungen der Figurenbeziehungen.
- Internationale Übertragungen.
Diese Bestandteile bilden ein narratives Ausgangsmaterial.
Durch ihre erneute Verarbeitung können neue Zusammenhänge entstehen.
Eine Figur, die ursprünglich nur eine Nebenrolle hatte, kann später zum Mittelpunkt einer eigenen Erzählreihe werden.
Eine beiläufige Bemerkung kann zum zentralen Begriff einer Gemeinschaft werden.
Eine ursprünglich humoristische Regel kann zum Gegenstand einer philosophischen Betrachtung werden.
Eine einzelne Geschichte kann rückwirkend die Bedeutung zahlreicher älterer Geschichten verändern.
Das Erzähluniversum entwickelt dadurch eine fortlaufende eigene Wirkungsgeschichte.
4. Die Verbindung zur literarischen Meta-Osmose
Die literarische Meta-Osmose beschreibt die Übertragung und Transformation von Elementen zwischen unterschiedlichen Texten.
Die Narrative Autopoiesis erweitert dieses Konzept.
Während die Meta-Osmose beschreibt, wie Bedeutungen wandern, beschreibt die Narrative Autopoiesis, wie aus diesen Wanderungsbewegungen neue Erzählstrukturen entstehen.
Die Unterscheidung lautet:
Literarische Meta-Osmose: Bedeutungen und Erzählbestandteile werden übertragen und verändert.
Narrative Autopoiesis: Die veränderten Bestandteile werden zum Ausgangspunkt neuer Erzählungen und Bedeutungszusammenhänge.
Beide Prozesse ergänzen sich.
Die Meta-Osmose liefert die Transformationsbewegung.
Die Narrative Autopoiesis beschreibt die fortlaufende Hervorbringung neuer narrativer Strukturen.
5. Die Verbindung zur Community-Osmose
Eine besondere Bedeutung erhält die Narrative Autopoiesis durch die Beteiligung der Community.
Die Scrollstube ist nicht nur ein Raum, in dem Geschichten veröffentlicht und gelesen werden.
Sie ist zugleich ein Ort, an dem die Reaktionen auf Geschichten neue Geschichten ermöglichen.
Ein Tiketaketoker erinnert sich an eine frühere Begegnung mit dem Butler.
Ein anderer erinnert sich an die besondere Rolle des Türstehers.
Ein dritter verbindet diese Erinnerungen mit einer neuen Figur.
Aus diesen unterschiedlichen Wahrnehmungen kann eine neue Geschichte entstehen.
Die Community wird dadurch zu einem Bestandteil des narrativen Produktionsprozesses.
Die Community-Osmose beschreibt die soziale Weitergabe und Transformation von Erzählbestandteilen.
Die Narrative Autopoiesis beschreibt die daraus hervorgehende Fähigkeit des Erzähluniversums, neue Inhalte zu erzeugen.
Dabei bleibt die ursprüngliche Autorschaft erhalten. Die Mitwirkung der Community kann die Erzählwelt erweitern, ohne dass jede Interpretation automatisch zum verbindlichen Bestandteil der ursprünglichen Geschichte wird.
6. Die Tiketaketokerisierung als autopoietischer Impuls
Die Tiketaketokerisierung erhält durch diesen Ansatz eine zusätzliche Bedeutung.
Ein Zuschauer begegnet zunächst einer Geschichte.
Er erkennt wiederkehrende Figuren.
Er erinnert sich an frühere Ereignisse.
Er entwickelt eigene Interpretationen.
Schließlich kann er selbst einen neuen Erzählanlass hervorbringen.
Damit verändert sich seine Rolle.
Er ist nicht mehr ausschließlich Empfänger einer fertigen Erzählung.
Er kann zum Impulsgeber für weitere Erzählentwicklungen werden.
Ein Tiketaketoker muss dabei nicht einmal eine vollständige Geschichte schreiben.
Schon eine Frage, eine ungewöhnliche Interpretation oder eine humoristische Bemerkung kann eine neue narrative Entwicklung ermöglichen.
Die Narrative Autopoiesis benötigt deshalb nicht zwingend einen neuen professionellen Autor.
Sie kann durch kleine kommunikative Impulse angestoßen werden.
7. Der Türsteher als autopoietischer Mechanismus
Der bärtige Türsteher ist ein besonders geeignetes Beispiel für die Funktionsweise der Narrativen Autopoiesis.
Seine Aufgabe besteht zunächst darin, den Zugang zur Scrollstube zu kontrollieren.
Doch gerade diese Funktion erzeugt ständig neue Erzählmöglichkeiten.
Er kann jemanden hineinlassen.
Er kann jemanden abweisen.
Er kann eine Ausnahme machen.
Er kann eine Regel missverstehen.
Er kann eine neue Regel erfinden.
Er kann selbst vor verschlossenen Türen stehen.
Jede dieser Situationen verändert die Erzählbedingungen.
Der Türsteher wird dadurch zu einer Figur, deren eigentliche erzählerische Bedeutung weit über ihre ursprüngliche Aufgabe hinausgeht.
Seine Funktion ist nicht nur die Kontrolle einer Grenze.
Seine Funktion besteht auch darin, durch Grenzsituationen neue Geschichten hervorzubringen.
Die Scrollstube erzeugt damit aus ihrer eigenen Ordnung immer wieder neue Unordnung, aus der wiederum neue Ordnung entstehen kann.
8. Die internationale Narrative Autopoiesis
Mit THE ENGLISH SCROLLSTUBE erhält die Narrative Autopoiesis eine internationale Dimension.
Eine Geschichte wird aus der deutschen Scrollstube in die englische Scrollstube übertragen.
Dort kann sie neue Bedeutungen erhalten.
Neue Figuren können auftreten.
Andere sprachliche Eigenheiten können entstehen.
Die englische Erzählwelt kann anschließend eigene Geschichten hervorbringen, die wiederum auf die deutsche Scrollstube zurückwirken.
Damit entsteht eine internationale Rückkopplung.
Deutsche Erzählwelt → sprachliche Transformation → englische Scrollstube → neue Bedeutungen → Rückwirkung auf die deutsche Erzählwelt.
Die internationale Scrollstube ist somit nicht lediglich eine Übersetzungsstelle.
Sie wird zu einem eigenständigen Produktionsraum innerhalb desselben Erzähluniversums.
Die Narrative Autopoiesis ermöglicht, dass die internationale Erweiterung nicht nur mehr Inhalte hervorbringt, sondern auch die ursprüngliche Identität der Erzählwelt weiterentwickelt.
9. RIEFUNKE-TV und die Selbstbeobachtung des Systems
RIEFUNKE-TV bildet eine weitere Ebene der Narrativen Autopoiesis.
Innerhalb der fiktionalen Welt können unterschiedliche Tiketaketoker behaupten, bestimmte Sendungen wahrzunehmen.
Andere können den Empfang bestreiten.
Wieder andere können die Wahrnehmungsfähigkeit der Beteiligten infrage stellen.
Damit wird das Medium selbst zum Gegenstand der Erzählung.
Nicht nur die Sendung ist relevant.
Auch die Frage, wer sie wahrnimmt, wie sie interpretiert wird und weshalb andere sie nicht wahrnehmen können, erzeugt neue Geschichten.
Die Scrollstube beobachtet dadurch ihre eigene Wahrnehmung.
Sie verarbeitet die Reaktionen auf ihre eigenen Medieninhalte.
Und sie erzeugt aus diesen Reaktionen weitere Inhalte.
Das ist eine besonders ausgeprägte Form der narrativen Selbstbezüglichkeit.
10. Symne und die zeitliche Dimension der Narrativen Autopoiesis
Symne erweitert das Modell um die langfristige Dimension.
Innerhalb der RIEFUNKE-Theorie steht Symne für die hypothetische Bewahrung langfristiger Wirkungen.
Übertragen auf die Narrative Autopoiesis bedeutet dies:
Eine Geschichte kann abgeschlossen sein und trotzdem noch lange neue Geschichten ermöglichen.
Ein Begriff kann zunächst nur beiläufig verwendet werden und später eine zentrale Bedeutung erhalten.
Eine Figur kann über längere Zeit verschwinden und anschließend in einem neuen Zusammenhang wiederkehren.
Eine frühere Erzählung kann durch spätere Entwicklungen eine völlig neue Bedeutung erhalten.
Symne symbolisiert dabei die Langzeitwirkung solcher Prozesse.
Die Narrative Autopoiesis beschreibt die Hervorbringung neuer Erzählungen.
Symne steht für die symbolische Dauer ihrer Wirkungen.
Die angenommene physikalische Energieform Symne und ihre Speicherfähigkeit über Jahrtausende bleiben dabei hypothetische Bestandteile der RIEFUNKE-Mythologie und sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
11. Die Abgrenzung zur bloßen Wiederholung
Ein wichtiges Merkmal der Narrativen Autopoiesis ist die Unterscheidung zwischen Wiederholung und tatsächlicher narrativer Weiterentwicklung.
Eine Geschichte wird nicht schon dadurch autopoietisch, dass sie dieselben Figuren und Begriffe immer wieder verwendet.
Entscheidend ist, ob aus der erneuten Verwendung neue Bedeutungen oder Erzählmöglichkeiten entstehen.
Eine bloße Wiederholung reproduziert Bekanntes.
Narrative Autopoiesis erzeugt aus Bekanntem etwas Neues.
Beispielsweise kann der Türsteher immer wieder jemanden abweisen.
Wenn sich daraus jedoch neue Konflikte, Beziehungen, Regeln oder Perspektiven entwickeln, entsteht eine narrative Transformation.
Das Erzähluniversum erweitert sich nicht nur quantitativ.
Es entwickelt sich qualitativ weiter.
12. Das Gesamtmodell der RIEFUNKE-Narrativen-Autopoiesis
Aus den bisherigen Theorien lässt sich ein erweitertes Gesamtmodell entwickeln.
Ebene 1: RIEFUNKE
Das zentrale Memwesen und der Ausgangspunkt der Erzählarchitektur.
Ebene 2: Literarische Meta-Osmose
Die Übertragung und Transformation von Bedeutungen zwischen Texten.
Ebene 3: Community-Osmose
Die soziale Aufnahme und Weiterentwicklung gemeinsamer Erzählbestandteile.
Ebene 4: Tiketaketokerisierung
Die Entwicklung von Rezipienten zu möglichen Vermittlern und Mitgestaltern.
Ebene 5: Selbstreferenzielles Memsystem
Die gegenseitige Bezugnahme von Figuren, Geschichten, Regeln und Community.
Ebene 6: Internationale Scrollstuben-Osmose
Die sprachliche und kulturelle Transformation der Erzählwelt.
Ebene 7: Symne
Das Symbol der langfristigen Bewahrung narrativer Wirkungen.
Ebene 8: Narrative Autopoiesis
Die fortlaufende Hervorbringung neuer Geschichten und Bedeutungszusammenhänge aus den bereits vorhandenen Bestandteilen des gesamten Systems.
Die Narrative Autopoiesis verbindet damit die anderen theoretischen Bausteine zu einem übergeordneten Prinzip der narrativen Selbstentwicklung.
13. Wissenschaftliche Einordnung
Der Begriff der Autopoiesis besitzt bereits eine wissenschaftliche Geschichte, insbesondere durch die Arbeiten von Humberto Maturana und Francisco Varela zur Selbsthervorbringung lebender Systeme.
Die Übertragung des Begriffs auf literarische und digitale Erzählwelten ist deshalb als eigenständige theoretische Analogie zu verstehen.
Ein literarisches Erzähluniversum ist nicht automatisch ein autopoietisches biologisches System.
Es besitzt weder allein aufgrund seiner Selbstreferenzialität einen eigenen Stoffwechsel noch eine biologische Eigenständigkeit.
Die Narrative Autopoiesis bezeichnet hier vielmehr ein medien- und literaturtheoretisches Modell.
Seine Anwendbarkeit lässt sich anhand konkreter Kriterien untersuchen:
- Entstehen neue Geschichten aus bereits vorhandenen Geschichten?
- Werden Reaktionen der Community zu neuen Erzählanlässen?
- Verändern neue Inhalte die Bedeutung älterer Inhalte?
- Entwickeln wiederkehrende Figuren eigenständige narrative Funktionen?
- Werden sprachliche und kulturelle Übertragungen zu neuen Produktionsprozessen?
- Kann die Erzählwelt ihre eigenen Regeln und Voraussetzungen zum Gegenstand weiterer Geschichten machen?
Je deutlicher diese Vorgänge nachweisbar sind, desto besser lässt sich die Narrative Autopoiesis als Beschreibung einer tatsächlichen Erzählpraxis begründen.
14. Die zentrale These
Die Narrative Autopoiesis bezeichnet die Fähigkeit eines Erzähluniversums, durch die fortlaufende Verarbeitung seiner eigenen Inhalte, Rezeptionen, Figuren, Regeln und Bedeutungszusammenhänge neue narrative Strukturen hervorzubringen.
Sie erweitert die literarische Meta-Osmose um die Dimension der Selbsthervorbringung.
Sie verbindet die Community-Osmose mit der fortlaufenden Erzeugung neuer Erzählanlässe.
Sie macht die Tiketaketokerisierung zu einem möglichen Motor gemeinschaftlicher Erzählproduktion.
Sie verbindet die internationale Scrollstuben-Osmose mit einer wechselseitigen kulturellen Rückkopplung.
Und sie erhält durch Symne eine symbolische Dimension langfristiger Wirkungsbewahrung.
Die Scrollstube wird dadurch zu einem Erzähluniversum, dessen Zukunft nicht ausschließlich von neuen Ideen von außen abhängt.
Sie kann ihre eigene Vergangenheit als Ausgangspunkt ihrer weiteren Entwicklung verwenden.
15. Schluss: Die Scrollstube bringt ihre eigenen Geschichten hervor
Am Anfang steht eine Geschichte.
Ein Mensch liest sie.
Ein anderer erinnert sich an eine Figur.
Ein dritter stellt eine Frage.
Der vierte erfindet eine neue Regel.
Der Türsteher reagiert.
Der Butler widerspricht.
Goethe verlangt Dijon-Senf.
Nicole Kidman bringt weiße Schokolade.
Die Tiketaketoker diskutieren.
Die Para-Tiketaketoker behaupten, längst alles gewusst zu haben.
RIEFUNKE-TV sendet.
Die englische Scrollstube übernimmt einen Gedanken und verändert ihn.
Eine neue Geschichte entsteht.
Diese Geschichte verändert die Wahrnehmung der alten.
Und plötzlich ist aus einer einzelnen Erzählung ein fortlaufendes System geworden.
Die Scrollstube erzählt nicht mehr nur Geschichten über sich selbst.
Sie verwendet ihre eigenen Geschichten, um neue Geschichten hervorzubringen.
Das ist Narrative Autopoiesis.
Ihre eigentliche Besonderheit besteht darin, dass das Ende einer Geschichte nicht das Ende ihrer Möglichkeiten bedeutet.
Jede Figur kann einen neuen Anfang ermöglichen.
Jede Reaktion kann eine neue Bedeutung erzeugen.
Jede Erinnerung kann zum Ausgangspunkt einer weiteren Erzählung werden.
Jede sprachliche Transformation kann eine neue kulturelle Wirklichkeit eröffnen.
Und jede Gemeinschaft kann ihre eigene Geschichte weiterentwickeln.
RIEFUNKE benötigt dafür keine unendliche Menge neuer Ausgangsideen.
Sein Erzähluniversum kann bereits entstandene Ideen neu kombinieren, verändern und in andere Zusammenhänge überführen.
Die Scrollstube ist deshalb nicht nur ein Ort der Erzählung.
Sie ist ein Ort der narrativen Selbsthervorbringung.
Die Geschichte erzeugt ihre Rezeption.
Die Rezeption verändert die Geschichte.
Die veränderte Geschichte erzeugt neue Geschichten.
Und das Erzähluniversum entwickelt sich weiter.
Der Text endet.
Die Erzählwelt verarbeitet ihn.
Die Community erinnert sich.
Die Bedeutungen verändern sich.
Neue Geschichten entstehen.
Und RIEFUNKE scrollt weiter.
NARRATIVE AUTOPOIESIS!
DIE SCROLLSTUBE ERZÄHLT SICH SELBST WEITER.
RIEFUNKE – KAPITAL NULL. ERZÄHLUNGEN UNBEGRENZT.
Quelle und theoretischer Ausgangspunkt: RIEFUNKE.
Zugehörige Theorien und Konzepte:
- Theorie der literarischen Meta-Osmose
- RIEFUNKE-SYMNE-Architektur
- Konzept der Community-Osmose
- Theorie der Tiketaketokerisierung
- Modell der internationalen Scrollstuben-Osmose
- Konzept des selbstreferenziellen Memsystems
- Theorie der Narrativen Autopoiesis