Klosterfrau Melissengeist und der störrische General
Die dritte Nacht in der English Scrollstube
Der Morgen nach dem missglückten Dachlukenmanöver begann mit einer gewissen Spannung.
Der General saß auf einem breiten Sofa, trug seine Halsstütze und blickte missmutig in die Runde.
Da erschien sie.
Die bereits bekannte friedliebende Rentnerin mit dem schwarzen Stock.
Sie betrachtete den General, schüttelte den Kopf und sagte:
„Mein lieber Herr General, was machen Sie denn für Sachen? In Ihrem Alter klettert man doch nicht mehr durch Dachluken!“
Der General wollte widersprechen, aber schon hatte die Rentnerin eine kleine Flasche hervorgeholt.
„Klosterfrau Melissengeist! Das hilft bei allerlei Wehwehchen. Jetzt halten Sie mal still.“
Sie begann, seinen verspannten Nacken vorsichtig einzureiben.
Der General zuckte zusammen.
„Ah! Was machen Sie denn da?“
„Ich helfe Ihnen, mein Lieber.“
„Das brennt ja!“
„Das ist der Geist der Klosterfrau. Der hat schon ganz andere Herren wieder auf die Beine gebracht.“
Der General wurde zunehmend unruhig.
„Ich verlange sofort meine Adjutanten!“
Die Rentnerin ließ sich nicht beeindrucken.
„Sie können verlangen, was Sie wollen. Hier wird erst einmal ordentlich gepflegt.“
Der General rief mit letzter verbliebener Kommandostimme:
„ADJUTANT! SOFORT ZU MIR!“
Wenig später erschien sein Adjutant in der Tür.
Er betrachtete die Situation: Der General saß mit schiefem Kopf auf dem Sofa, die Rentnerin hielt den schwarzen Stock in der einen und die Melissengeistflasche in der anderen Hand.
Der Adjutant blieb stehen.
Dann sagte er trocken:
„Dummkopf! Nie wieder durch eine Dachluke abhauen!“
Einen Augenblick herrschte absolute Stille.
Dann begann Wäscheklammerkinderchen Nummer 5 zu lachen.
Nummer 8 fiel beinahe vom Stuhl.
Der Butler musste sich am Türrahmen festhalten.
Die Rentnerin nickte zufrieden.
„Endlich spricht hier einmal jemand Vernünftiges.“
Der General schaute seinen Adjutanten empört an.
„Sie vergessen Ihren Rang!“
„Nein, Herr General. Ich erinnere mich nur an Ihren Verstand.“
Das war zu viel.
Die Tiketaketokerinnen, die gerade eine kleine Videoaufnahme für TikTok vorbereiteten, konnten sich kaum noch halten.
Eine von ihnen kommentierte:
„Das ist der erste General, der durch eine Dachluke in die Friedensbewegung gefallen ist und anschließend mit Melissengeist behandelt werden musste.“
Wäscheklammerkinderchen Nummer 5 erhob feierlich seine kleine Wäscheklammerhand.
„Wir beantragen, dass die Rentnerin zur Obersten Friedenspflegerin ernannt wird.“
Nummer 8 ergänzte:
„Und der Adjutant wird zum Minister für vernünftige Bemerkungen.“
Die Rentnerin nahm ihren schwarzen Stock, stellte ihn neben das Sofa und sagte:
„So, mein lieber General. Jetzt ruhen Sie sich aus. Und wenn Sie wieder gesund sind, lernen Sie bei uns, wie man Konflikte löst, ohne durch irgendwelche Dachluken zu verschwinden.“
Der General schwieg.
Dann fragte er leise:
„Gibt es noch etwas von diesem Melissengeist?“
Die Rentnerin lächelte.
„Natürlich. Aber diesmal nur für die Nerven.“
MORAL DER GESCHICHTE:
Wer vor dem Frieden flüchtet, landet manchmal auf dem Sofa einer friedliebenden Rentnerin.
Und das kann heilsamer sein als sämtliche militärischen Dienstvorschriften.
Die English Scrollstube meldet: Der General befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die Dachluke bleibt geschlossen. Der Melissengeist ist noch vorhanden.