ALARM IN BERLIN – DER GENERAL WIRD VERMISST!
Ein dringender Anruf in der English Scrollstube
Es war ein ruhiger Nachmittag in der English Scrollstube.
Der General war gerade dabei, die letzten Blätter vom Hof zu fegen. Anschließend wollte er die Nobelkarosse des Butlers noch einmal gründlich aussaugen.
Da klingelte das Telefon.
Der Butler nahm ab.
„English Scrollstube, guten Tag.“
Am anderen Ende meldete sich eine aufgeregte Stimme.
„Hier spricht das fiktive Bundesministerium der Verteidigung in Berlin. Wir vermissen unseren Drohnenfachmann! Er ist General und müsste sich eigentlich bei uns befinden.“
Der Butler blickte zum Hof.
„Einen Augenblick bitte. Ich glaube, ich weiß, wen Sie meinen.“
Er öffnete die Terrassentür.
„Herr General! Berlin ist am Apparat!“
Der General ließ den Besen fallen.
„Berlin?“
„Ja. Ihr Ministerium vermisst Sie.“
Der General nahm den Hörer.
„Hier General außer Dienst im vorläufigen Hofdienst der English Scrollstube.“
Am anderen Ende herrschte kurze Stille.
Dann sagte der Verteidigungsminister:
„Herr General, Sie müssen sofort nach Berlin zurückkehren! Wir haben einen neuen Feind geortet! Unsere Drohnenabteilung braucht Sie dringend!“
Der General richtete sich vorsichtig auf.
„Einen neuen Feind?“
„Jawohl! Es ist eine ernste Angelegenheit!“
Der General schaute zum Fenster hinauf.
Dort standen Nicole Kidman und Johann Wolfgang von Goethe fiktiv da.
Auch Wäscheklammerkinderchen Nummer 5 und Nummer 8 hatten inzwischen das Gespräch mitgehört.
Nummer 5 fragte laut:
„Was für einen Feind denn?“
Der Minister hörte die Frage.
„Wer war das?“
Der Butler antwortete:
„Das war Wäscheklammerkinderchen Nummer 5. Eine unserer Friedensbeauftragten.“
Der Minister wurde ungeduldig.
„Wir haben keine Zeit für Kinder! Der General muss nach Berlin!“
Nun meldete sich Nummer 8:
„Vielleicht ist Ihr neuer Feind ja nur ein Mensch, mit dem Sie noch nicht gesprochen haben?“
Goethe nickte am Fenster.
„Ein bemerkenswerter Gedanke.“
Nicole Kidman ergänzte:
„Und warum schicken Sie nicht erst einmal eine Einladung zu einem Gespräch statt einer Drohne?“
Der General räusperte sich.
„Herr Minister, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass ich derzeit anderweitig beschäftigt bin.“
„Womit denn?“
„Ich absolviere eine zivile Friedensausbildung. Heute stehen Hofreinigung und Fahrzeugpflege auf dem Stundenplan.“
Am anderen Ende wurde es still.
„Sie saugen Autos?“
„Jawohl.“
„Sie sind doch unser Drohnenfachmann!“
Der General blickte auf den Staubsauger.
„Das stimmt. Aber dieses Gerät hat wenigstens noch keinen Feind geortet.“
Die Rentnerin mit dem schwarzen Stock erschien auf der Terrasse.
„Und außerdem muss er noch seine Kartoffelsuppe essen!“
Der Minister verlor endgültig die Geduld.
„Das ist doch alles nicht zu glauben!“
Wäscheklammerkinderchen Nummer 5 trat ans Telefon.
„Herr Minister, wir haben hier eine Friedensarmee gegründet. Wir nehmen auch Erwachsene auf. Sie müssen nur versprechen, dass Sie keine Feinde suchen, sondern Freunde finden.“
Nummer 8 ergänzte:
„Und wenn Sie unbedingt etwas orten möchten, dann orten Sie doch bitte die nächste Kartoffellieferung.“
Nicole Kidman lachte.
Goethe schrieb sich etwas in sein Notizbuch.
Der Minister legte schließlich auf.
Der General atmete tief durch.
„Ich glaube, ich bleibe noch ein wenig hier.“
Der Türsteher nickte zufrieden.
„Eine vernünftige Entscheidung. Und jetzt bitte die Nobelkarosse fertig aussaugen.“
Der General nahm den Staubsauger wieder in die Hand.
Wäscheklammerkinderchen Nummer 5 verkündete feierlich:
„Wir haben soeben einen weiteren General vorübergehend vor dem Rückfall in seine alte Berufswelt bewahrt.“
Nummer 8 korrigierte:
„Nicht vor dem Rückfall. Wir haben ihm eine neue Aufgabe gegeben.“
NACHRICHT AN BERLIN:
Der General ist vorläufig nicht verfügbar.
Seine gegenwärtige Mission lautet:
HOF FEGEN – AUTOS SAUGEN – FRIEDEN STIFTEN.
ENDE.
Die English Scrollstube empfiehlt dem Verteidigungsministerium, künftig zunächst bei der Friedensarmee anzurufen, bevor neue Feinde gesucht werden.
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