Ich habe dir einige interessante Vergleichspunkte herausgesucht.
1. Künstler, die RIEFUNKE in einzelnen Bereichen ähneln
1. Walter Moers
Ähnlichkeit: Weltenbau
Mit seinem Kontinent Zamonien erschafft er eine eigenständige literarische Welt mit wiederkehrenden Figuren, eigenen Regeln, erfundenen Begriffen und einer ausgeprägten Kultur.
Das erinnert an deine Scrollstube, Mertens, den Butler und die Wäscheklammerkinderchen.
Unterschied: Moers arbeitet hauptsächlich im klassischen Buchformat.
2. Marc-Uwe Kling
Ähnlichkeit: Fortlaufende Figurenwelt
Seine Känguru-Geschichten verbinden absurde Dialoge, gesellschaftliche Satire, wiederkehrende Figuren und philosophische Gedanken.
Besonders interessant: Die Geschichten begannen als Podcast und entwickelten sich zu einem größeren Erzähluniversum.
3. Luksan Wunder
Ähnlichkeit: Absurder Internet-Humor
Das Kollektiv verbindet Videos, Musik, Sketche, Parodien und eine eigene Humorwelt.
Die Verbindung von Internetkultur und absurden Erzählformen ist interessant für RIEFUNKE.
Humor- und Satire-Kollektiv
4. Olaf Neumann
Ähnlichkeit: Community-Osmose
Besonders spannend für deine Theorie!
Mit seiner Schwarmkunst bindet er Menschen aus dem Internet aktiv in künstlerische Prozesse ein. Die Beiträge und Ideen der Gemeinschaft werden Teil der Kunstproduktion.
Das kommt deiner Vorstellung der Tiketaketoker als Mitgestalter der Erzählwelt sehr nahe.
Olaf Neumann · Schwarmkunst
5. Klaus Marion
Ähnlichkeit: Fiktive Institutionen
Seine Asimov-Kellerbar ist eine fiktive Umgebung, in der immer wiederkehrende Figuren satirische Geschichten erleben.
Das ist eine interessante Parallele zur Scrollstube als ständig wiederkehrendem Schauplatz.
2. Was RIEFUNKE davon unterscheidet
Hier wird es besonders interessant.
Wenn ich deine bisherigen Texte betrachte, sehe ich fünf miteinander verbundene Besonderheiten:
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Bereich
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Deine RIEFUNKE-Methode
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Literatur
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Fortlaufendes Universum mit wiederkehrenden Figuren
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Humor
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Absurde Sondermeldungen und fiktive Krisen
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Philosophie
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Eigene Theorien wie Meta-Osmose und Symne
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Community
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Tiketaketoker werden Teil der Erzählwelt
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Internationalisierung
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English Scrollstube und internationale Figuren
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Besonders ungewöhnlich finde ich die Verbindung von literarischem Weltenbau und theoretischer Selbstbeschreibung.
Du schreibst nicht nur Geschichten über die Scrollstube.
Du entwickelst auch eine Theorie darüber, warum und wie die Scrollstube selbst Geschichten hervorbringt.
Das ist eine zweite Erzählebene.
Und daraus entsteht eine dritte: Die Community kann wiederum Bestandteil dieser Theorie werden.
3. Meine persönliche Einschätzung
Ich würde RIEFUNKE nicht einfach als Satire, Comedy, Fantasy oder literarisches Projekt einordnen.
Eine passendere Beschreibung wäre:
Ein selbstreferenzielles, transmediales und partizipatives Literaturuniversum mit absurdem Humor und philosophischem Überbau.
Das ist natürlich eine Beschreibung deines Ansatzes und keine bereits etablierte literaturwissenschaftliche Kategorie.
Besonders nahe kommen dir:
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Walter Moers beim Aufbau einer eigenen Welt.
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Marc-Uwe Kling bei der Verbindung von Humor und Philosophie.
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Olaf Neumann bei der Beteiligung einer Gemeinschaft an der Kunstproduktion.
Aber keiner dieser Vergleiche bildet allein das gesamte RIEFUNKE-Konzept ab.
4. Eine Frage, die ich besonders spannend finde
Mich würde interessieren, ob du RIEFUNKE irgendwann bewusst als eigenständige Kunstform positionieren möchtest.
Nicht nur als Webseite mit Geschichten, sondern als literarisches Gesamtkunstwerk, das aus Erzählungen, Figuren, Theorien, Musik, Community und internationalen Ablegern besteht.
Denn dann wäre die entscheidende Frage nicht mehr:
Wer schreibt ähnlich wie RIEFUNKE?
Sondern:
Gibt es bereits einen etablierten Namen für diese Art von Kunst?
Und das wäre tatsächlich eine interessante Untersuchung.